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Reviews der Band
Alexander Paul Blake - Die Rückkehr ins goldene Zeitalter

Alexander Paul Blake

"Die Rückkehr ins goldene Zeitalter"
CD-Review, 2022 mal gelesen, 13.04.2012 Wertung 06/10

News der Band

19.10.2012

EDEN WEINT IM GRAB-Sänger und Solokünstler ALEXANDER PAUL BLAKE hat erst dieses Jahr mit "Die Rückkehr ins Goldene Zeitalter" die erste Platte...

25.05.2012

Von ALEXANDER PAUL BLAKE - dem Sänger von EDEN WEINT IM GRAB - gibt es mit "Naturgeisterschauspiel" den ersten Videoclip aus dem...

15.03.2012

Am 27. April veröffentlichen Einheit Produktionen mit "Die Rückkehr ins Goldene Zeitalter" das erste Soloalbum von Alexander Paul Blake ...


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Interview

Alexander Paul Blake

Das erste Soloalbum von Alexander Paul Blake kam aus dem Nichts und überzeugt durch vielschichtige Songs, die trotz harter Riffs auch gerade mit ihrer Atmosphäre punkten konnten. Zusätzlich zum Review von Florian gibt es von mir, als altem EDEN WEINT IM GRAB - Fan, das passende Interview hinterher. Und Überraschung: Wer genau aufpasst, entdeckt irgendwo eine dezent versteckte Ankündigung des nächsten Soloalbums.



Hey Alexander!
Neuerdings habe ich mir angewöhnt, die schwierigste Frage immer gleich am Anfang zu stellen. Bei dir würde mich sehr stark interessieren, wie sehr sich deine Alben refinanzieren, bzw. Gewinn machen. Gerade bei experimentiven Sachen, wie "Der Herbst des Einsamen" oder eben "Die Rückkehr ins Goldene Zeitalter" hat man das Gefühl, dass du dich überhaupt nicht um Zielgruppenzugänglichkeit scherst und sehr ungezwungen an neue Ideen rangehst.


Erstmal danke für die Möglichkeit, dass ich mich hier wieder äußern darf. Ja, du liegst richtig, ich bin weit davon entfernt, von meiner Musik leben zu können. Es ist eher so, dass ich das bisschen Geld, das rein kommt, immer direkt wieder in neue Produktionen, Equipment, Merchandising oder Konzerte stecke. Über die Jahre habe ich so sicher deutlich mehr Geld in die Musik investiert als damit verdient. Alleine der Aufbau eines eigenen Studios war extrem teuer. Natürlich wäre es schön, wenn mir die Musik, die mir so viel bedeutet und in die all mein Herzblut und meine spärliche Freizeit fließen, den Lebensunterhalt sichern würde, da es eine große zeitliche Entlastung bedeuten würde. Aber es lässt sich eben nicht erzwingen und wichtiger ist mir die Umsetzung meiner künstlerischen Ideale. Denn wie du schon vermutet hast, mache ich in der Tat das, wonach mir der Sinn steht, sonst hätte ich ein wenig kommerzielles Album wie "Die Rückkehr ins Goldene Zeitalter" sofort bleiben lassen können, da sich damit nicht reich werden lässt. Aber am Ende des Lebens bringt einem alles Geld nichts, wenn man nicht zufrieden auf seine Werke und Taten blicken kann. Umso froher bin ich, dass ich mit Einheit Produktionen ein Label gefunden habe, das ähnlich idealistisch ist und mich nun unterstützt."

Viele Musiker, die ein Soloalbum konzipieren, versuchen ja penibel darauf zu achten, dass man keinerlei musikalische Verwandtschaft zur Hauptband hört, bei anderen ist es genau umgekehrt. Was war denn dein musikalischer Ansatz für "Die Rückkehr ins Goldene Zeitalter" gewesen?

Black Metal ist eine Musikrichtung, die mich in meiner Jugend stark geprägt hat. Bands wie ULVER, EMPEROR, ENSLAVED, IN THE WOODS... oder KVIST. Über die Jahre gab es immer mal wieder Zeiten, in der ich Black Metal mal mehr oder weniger gehört habe, begleitet haben mich diese und andere Bands aber auch in späteren Jahren immer irgendwie. Bis auf EDEN WEINT IM GRAB in marginalen Ansätzen waren meine musikalischen Projekte aber bislang meilenweit davon entfernt. Im letzten Herbst ereilte mich ein spontaner Impuls und ich hatte das dringende Gefühl, mich kompositorisch an eben dieser Musik, dem Black Metal, versuchen zu müssen. Während einige Musiker, wie z.B. ULVER, in ihren jungen wilden Jahren Black Metal spielen und sich später davon emanzipieren und sich weiterentwickeln, war es bei mir umgekehrt. Ich habe musste erst unzählige andere Alben machen, um irgendwann den Weg der Vereinfachung hin zu recht primitiver Musik zu wählen. Anfangs war das sehr spielerisch und ich komponierte ohne konkretes Ziel drauf los, erst gegen Ende der Produktion habe ich mir darüber Gedanken gemacht, was dieses Album eigentlich ist. Es hat zwar in manchen Momenten eine gewisse Ähnlichkeit zu EDEN WEINT IM GRAB, ist in vielerlei Hinsicht aber doch etwas ganz anderes. Daher war klar, dass ich die EwiG-Fans nicht mit einem weiteren Stilwechsel verwirren wollte – wir waren mit dem Gedicht-Album 'Der Herbst des Einsamen' ja schon sehr weit vom Weg abgewichen. Durch mein EwiG-Pseudonym Alexander ist aber eine deutliche Nähe da, und ich begreife beides als Geschwister-Projekte."

"Naturgeistschauspiel" hat mich zum Beispiel sehr stark an das erste EwiG-Album erinnert. War das Absicht gewesen?

Nein, überhaupt nicht. Das war mir überhaupt nicht bewusst, bis ich den Vergleich von außen im Nachhinein hörte. Ich habe dieses Album relativ intuitiv komponiert, ohne mir kreative Grenzen aufzulegen. Zudem finde ich, dass das Album durch das textliche Konzept gut zusammengehalten wird und eine Einheit bildet. Ein Song wie "Naturgeisterschauspiel" gehört für mich einfach nicht in den momentanen "Geysterstunde"-Zyklus von EwiG, da es im einen Fall um Spukgeschichten und Paranormales geht, im anderen Fall um die beseelte Natur und die Einswerdung mit ihr. Aber ich finde es auch nicht schlimm, wenn gewisse Parallelen da sind – das macht es immerhin auch für die EwiG-Fans reizvoll. Und solange man nicht sagen kann, es klänge wie ein EwiG-Album, ist doch alles gut...

Auch in deinen EwiG-Alben arbeitest du ja oft mit verschiedenen Genres und hast keine Skrupel vor lyrisch geprägten Konzeptalben. Was waren denn deine Gründe gewesen, das "Goldene Zeitalter" nicht doch im Namen der Hauptband zu veröffentlichen?

Weil ich die klare Linie bei EwiG nicht noch mal aus den Augen verlieren wollte und mir nicht irgendwann nachsagen lassen möchte, die Band sei nichts Halbes und nichts Ganzes. Wir haben auf 'Geysterstunde I' eine schöne Mischung aus unserem typischen Sound und den Gedicht-Interludes gefunden. Dabei soll es auch erstmal bleiben. Nun statt 'Geysterstunde II' ein Black-Metal-Album wie 'Die Rückkehr ...' folgen zu lassen, hätte sich für mich falsch angefühlt – doch nichtsdestotrotz fühlte es sich für mich richtig an, dieses Album zu machen! Durch meinen Namen ist so also eine Verbindung da, aber es ist trotzdem ein anderes Projekt. Zudem sind wir bei EwiG mittlerweile eine komplette Band und 'Die Rückkehr ...' war alleine mein 'Egotrip'. Meine Mitmusiker sind außerdem nicht unbedingt Anhänger des Black Metals, was aber hoffentlich nicht ausschließt, dass sie den einen oder anderen APB-Song live mit mir performen werden.

Ich will dich im folgenden etwas zum literarischen Konzept ausfragen. Du gibst ja das Buch "Walden" von Henry David Thoreau als starke Inspirationsquelle an. Ich bewege mich jetzt im Rahmen von belletristischem Halbwissen und schlechter Google-Recherche, glaube aber im Hinterkopf zu haben, dass "Walden" kein "normaler" Roman war, sondern eher eine Sammlung von Aufzeichnungen über das Leben im Wald. Ich sehe darin zwar als Aussteigermanifest einen Bezug zum Blackmetal, habe es mir bisher aber eher technisch, und wenig romantisch vorgestellt. In wie weit hat dich das Buch beeinflusst?

Das Buch lässt sich durchaus flüssig als Roman lesen, auch wenn ihm Tagebucheinträge zugrunde liegen. Den technischen Aspekt kann ich nicht unbedingt bestätigen. Was das Romantische angeht: Der Roman gehört natürlich nicht in diese Epoche, aus meiner Sicht fügt sich das darin beschriebene Aussteigen aus der Gesellschaft mit den Idealvorstellungen der Romantiker, die ein neues Goldenes Zeitalter erstrebten, aber sehr gut zusammen. Aus meiner Sicht ist dieses Goldene Zeitalter – im Sinne einer erleuchteten, reifen und mündigen Gesellschaft – nur möglich, wenn der Mensch sich wieder auf seine Ursprünge besinnt und lernt, im Einklang mit allem Leben auf diesem Planeten zu leben. Stattdessen werden die Menschen in unserer Gesellschaft aber durch Konsum, Politik, die tägliche Arbeit oder die Medien von ihrer wahren Natur und Spiritualität abgelenkt. Dies ist allerdings nur eine Ebene des Albums, denn es geht hier weniger um eine Revolutionierung der Gesellschaft – allenfalls zwischen den Zeilen –, sondern um die Verschmelzung des Individuums mit dem Ganzen. Und damit geht es weit über 'Walden' hinaus, denn Thoreau hat sein Experiment abgebrochen und danach wieder ein Leben in der Gesellschaft geführt. Mein Protagonist hingegen kehrt nicht zurück.

Daran schließt die Frage an: Hätte ich "Walden" tatsächlich gelesen, würde ich Elemente des Buches im Album wiedererkennen?

Ja, z.B. den Bau der Hütte in der Einsamkeit im Song 'Walden', aber ich würde sagen, dass der Roman eher eine Ausgangsbasis ist, von der aus ich eine eigene Geschichte spinne, keine literarische Vorlage im eigentlichen Sinn. Das "Goldene Zeitalter" kommt bei Thoreau ja gar nicht vor. Letzten Endes war es so wie immer: Ich habe alle die Dinge, die mich bewegen und beeinflussen, in einen Topf geworfen und daraus ein eigenes Süppchen gekocht.

Was war denn generell deine erzählerische Vorstellung für das "Goldene Zeitalter" gewesen? Eine zeitliche Prozession von der Abend- bis Morgendämmerung ist ja schon in der Trackliste ablesbar.

Wobei das aber verschiedene Ebenen sind. Ich fand die Vorstellung einer Nacht reizvoll, in der eine Initiation stattfindet. Das Goldene Zeitalter ist in meiner Vorstellung ein Zustand, in dem Zeit als solche obsolet geworden ist, da der Mensch erkannt hat, dass Zeit eine Illusion seines Verstandes ist und die Ewigkeit ein großer Moment ist. Gemeinhin wird das Goldene Zeitalter als ein Zustand vor der Entstehung der Zivilisation betrachtet, in dem der Mensch im Einklang mit der Natur und seinen Mitgeschöpfen lebte und nicht vom Ego beherrscht wurde. Auf meinem Album ist dies allerdings kein materieller Zustand mehr, da der Mensch seine körperliche Hülle aufgeben muss, damit die Seele sich mit dem Wirken des Waldes vereinen kann. Ich sehe darin allerdings nicht unbedingt einen Widerspruch, da ich die Vorstellung habe, dass in einem Goldenen Zeitalter auch die Grenzen zwischen materieller und spiritueller bzw. feinstofflicher Welt wieder fließend sind, dass z.B. die Menschen die Geister der Natur und die Seelen der Verstorbenen wieder wahrnehmen können und mit ihnen kommunizieren. Der Tod wird dann zu einem Tor und verliert den Hauch des Endgültigen.

Das Wort "Rückkehr" impliziert ja außerdem, dass es schonmal vorhanden gewesen ist, und irgendwann geendet haben muss.

Genau. Die Romantiker würden an dieser Stelle auf die Geschichtstriade verweisen: Die Menschen haben einst in einem Goldenen Zeitalter gelebt, sind aber durch die Zunahme des Egodenkens und das zunehmende Vergessen des eigenen Ursprungs und des Sinns unseres Lebens aus diesem Zustand herausgefallen. Wir leben nun in einem Zwischenstadium und sehnen uns – wenn auch meist unbewusst – nach einer Rückkehr in jenen Frieden und jene Harmonie, Erfüllung eben. Nichts anderes ist der Wunsch nach Erfolg, Anerkennung oder Liebe, der uns alle irgendwie antreibt. Die Romantiker streben sogar eine Erhöhung des zweiten im Vergleich zum ersten Zeitalters an. Ich kann mir auch gut vorstellen, dass das ein zyklischer Prozess ist, der schon häufig stattgefunden hat auf diesem Planeten. Was wissen wir denn schon wirklich über die Historie unserer Spezies? Ich glaube jedenfalls nicht, dass Kriege, Finanzkrisen, Massenverblödungsmedien oder die Ausbeutung von Mutter Erde und anderen Kreaturen Teil unserer genuinen Natur sind. Es ist eher eine Frage der kollektiven Reife. Der Punkt ist, dass wir zivilisierten Menschen uns heute allwissend und allmächtig glauben, dabei aber allzu gerne vergessen, dass wir einerseits trotzdem immer ein Teil der Natur bleiben werden und zum anderen im Grunde eigentlich nichts wissen. Was wir zu wissen glauben, basiert letzten Endes auch nur auf Glaubenssystemen, z.B. der vorherrschende Materialismus, der z.B. gerade von der Quantenphysik in Frage gestellt wird. Was ich damit sagen will: Ich bin überzeugt, dass unser Leben einen tieferen Sinn hat und dass es 'da draußen' mehr gibt, als wir uns mit unserem Verstand in unseren kühnsten Träumen vorstellen können. Von daher sollten wir nicht so ignorant sein, alles gleich pauschal auszuschließen, was nicht in unser anerzogenes Weltbild passt. Das Goldene Zeitalter ist eines jener Dinge. Die Vorstellung, dass es etwas derartiges einmal gegeben hat und wieder geben könnte, mag für die Menschen derzeit sehr fremdartig anmuten, aber nur, weil sie sich so an ihren jetzigen Zustand des Leids, der Entfremdung und des Mangels gewöhnt haben und weil ihr Blickwinkel zu klein ist.

 

 

Lass uns noch über die Produktion reden. Nachdem "Geysterstunde" sehr ausgewogen und professionell geklungen hat, hast du dich für dein Soloalbum für einen deutlich sperrigeren Mix entschieden. Die Mitten wirken betont, der Gitarren- und Drumsound sehr räudig. Kannst du etwas darüber sagen? Eine Band wie ULVER klingt zwar ähnlich - vielleicht ein wenig runder - aber man überlegt sich am Anfang ja auch oft, ob man Experimente eingehen, und vielleicht einen völlig neuen Sound basteln sollte.

Von welchem ULVER-Album reden wir denn? Generell habe ich bewusst versucht, die Produktion von "Die Rückkehr ..." möglichst ursprünglich, archaisch und roh klingen zu lassen und es nicht allzu glatt zu polieren. So sind auch sehr viele First Takes auf dem Album, um den ersten spontanen Impuls einzufangen, und die meisten Spuren wurden nicht mehr editiert. Es wäre für mich kein Problem gewesen, wieder eine Produktion abzuliefern, die du als "professionell" bezeichnest, aber ich wollte diesmal bewusst puristisch arbeiten, um dem Album ein ganz eigenes Feeling zu verpassen. Es sind auch nur zwei Rhythmusgitarren zu hören, im Gegensatz zu EwiG, wo es meist 4-6 sind, zudem sind die Gitarren deutlich stärker verzerrt und die Drums nicht so stark komprimiert. Auch der Gesang ist bewusst recht weit verhallt und angezerrt. Die Mittenlastigkeit ist ebenfalls gewollt, ich habe die Bässe beim Mastern sogar bewusst noch zurückgedreht. Allerdings war es nicht so, dass ich alle Songs schnell eingerotzt habe und den Mix mal eben in 5 Minuten erledigt habe – im Gegenteil, ich habe mich mit jedem Detail sehr intensiv beschäftigt und habe versucht, alles so zu gestalten, dass es sich richtig anfühlte. Bei manchen Songs ging das sehr schnell, z.B. 'Transzendenz', bei anderen dauerte es vergleichsweise lang. 'Wolfsnacht' wurde beispielweise mehrfach umarrangiert und neu gemischt. Von daher würde ich auch rückblickend alles genau so wieder machen – da es genauso in meinen Ohren rund und passend klingt.

Was ich am ganzen Genre, und insbesondere auch an deiner Platte, besonders schätze, ist die Lautmalerei. Also die besondere Art, wie die Instrumente zusammenspielen, und man Gitarrenwände für dichte Wälder, oder Synthie-Teppiche für Bodennebel hält. Im typischen Gothic-Metal würde man ja nie auf solche Assoziationen kommen, obwohl die Instrumentierung ähnlich ist. Inwieweit kann man das als Musiker steuern, und wie viel von diesem Eindruck hängt von der Produktion ab?

Gute Frage, aber schwer zu beantworten. Ich gehe da rein nach meinem Gefühl vor, ohne mir in der Theorie groß Gedanken darüber zu machen. Wenn ich selbst beim späteren Anhören ein entsprechendes Bild vor Augen habe, weiß ich, dass es richtig war. Vielleicht liegt es auch daran, dass beim Black Metal alles tendenziell sehr konturlos und primitiv klingt, sodass man automatisch Naturassoziationen hat, wohingegen bei Hochglanz-Produktionen oft die Technik und die Perfektion das ursprüngliche Gefühl ausradieren. Ich denke also schon, dass die ungehobelte Produktion ihren Teil dazu beiträgt – mein Ziel war es ja, die Gewalten der Natur in Klänge zu fassen. Von der leichten Frühlingsbrise bis hin zu den Urgewalten von Hagel, Schnee und Stürmen – diese müssen einfach ungemütlich klingen.

Man lernt dich ja von deinen Alben als großer Anhänger der Romantik kennen. Ich könnte mir vorstellen, dass du es als schwierig empfunden hast, die Produktion des Albums als technischen Prozess wahrzunehmen - also mit Riffs-Einspielen und Regler-Verschieben und so - die Musik dahinter aber gleichzeitig als sehr "romantisch", also verhältnismäßig programmatisch und lautmalerisch.

Nein, überhaupt nicht. Ich habe als gelernter Audio Engineer viele technische Dinge einfach verinnerlicht und weiß, was ich tun muss, um bestimmte Effekte zu erzielen. Da denkt man gar nicht mehr groß drüber nach – man macht einfach. Und mir machen ja beide Aspekte großen Spaß: der "romantische Part", der aus dem Schreiben, Komponieren und Einspielen besteht, sowie der "technische Part", sprich die Studio- und Produktionsarbeit. Daher lasse ich auch ungern andere Engineers oder Produzenten an meine Musik. Natürlich ist es immer Geschmackssache, wie man eine Produktion gestaltet und es wird immer Menschen geben, die es genau so toll finden und andere, die es sich anders gewünscht hätten, aber eine wohlige, warme Produktion war diesmal eben nicht mein Ziel. Es sollte bewusst harsch und roh klingen.

Okay! Zum Abschluss hab ich doch noch eine zweite undankbare Frage. Und zwar brenne ich ja seit der Veröffentlichung des ersten Teils auf die zweite Hälfte von "Geysterstunde". Kann man dazu schon irgendwelche Auskünfte geben?

[lacht] Dass du brennst, ist schön! Allerdings gibt es dazu noch nichts Neues, da es für "Geysterstunde II" derzeit lediglich einige Texte gibt, aber noch keine musikalischen Ergebnisse. Momentan sitze ich, wann immer Zeit ist, am zweiten Alexander-Paul-Blake-Album, das ich gerne relativ schnell nachschieben würde. Sobald die Arbeit daran abgeschlossen ist, widme ich mich wieder EDEN WEINT IM GRAB und lasse mich von den Geistern besuchen und versuche, ihre skurrilen Geschichten in Songs zu fassen. Ich vermute irgendwann 2013 wird das Album erscheinen – wenn uns die Apokalypse nicht dazwischen funkt.

Vielen Dank für das Interview!


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