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CD-Review

Objection

Artikel veröffentlicht am 27.06.2013 | 810 mal gelesen

Ich gebe es ja zu: Manchmal, wenn ich nicht weiter weiß, frage ich ich meinen Freund Wiki um Rat. Wie definiert der also Avantgarde? Wiki sagt: „Im weitesten Sinn wird mit dem Begriff Avantgarde dem Bezeichneten eine 'Vorreiterrolle' zugewiesen. Unter Avantgardisten versteht man Personen, die neue, wegweisende Entwicklungen anstoßen.“ Demzufolge bezeichnet Avantgarde Black Metal eine Richtung, die Genregrenzen sprengen möchte und mit immer anderen Einflüssen spielt, also stetig im Fluss ist.

Wozu eigentlich dieser kleine Exkurs? Zugegeben, so richtig schlau werde ich aus "Objection" nicht. Denn Jeff Phillips scheint in dem Bemühen, etwas Unverwechselbares, Eigenständiges und vor allem Abwechslungsreiches zu erschaffen, weit über das Ziel hinausgeschossen zu sein. Grundlegend orientiert er sich in Richtung früher ARCTURUS (sogar der klare Gesang erinnert hin und wieder an Christopher Rygg) und VED BUENS ENDE, etwas ABIGOR und eine Vielzahl an weiteren Einflüssen. Hin und wieder kann man Industial heraushören, bei "The Path Of Children Damned" fühlt man sich sogar an Viking Metal der frühen neunziger Jahre erinnert.

An Abwechslung und interessanten Ideen mangelt es CARRIER FLUX also nicht. Seltsam ist eher die Umsetzung. Denn wo andere Bands gern mit überlangen Songs arbeiten, um allen Ideen auch angemessen Raum zu geben, ist hier meist nach radiotauglichen drei Minuten Schluss. Gerade wenn  ein wirklich gutes Riff den Weg in den Gehörgang findet, und man das Gefühl hat, ein Song könnte sich noch entwickeln, über sich hinauswachsen, dann passiert...nichts. Genau dann ist das Stück aprupt zu Ende, die Atmosphäre im Eimer. Aber wie wäre es dafür mit 90 Sekunden Akkustikgitarrengezupfe? Oder einer Runde Funeral Doom?

Was "Objection" hauptsächlich fehlt, ist der berühmte rote Faden. Denn so wirkt das Album wie eine Ansammlung von Ideen, die einzeln genommen sogar ziemlich gut sind, aber kein homogenes, mitreißendes Ganzes ergeben. Denn gerade die Symbiose als unvereinbar angesehener Stilmittel macht Avantgarde Black Metal so faszinierend.


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