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Cirith Gorgor - Firestorm Apocalypse - Tomorrow Shall Know The Blackest Dawn

Cirith Gorgor

"Firestorm Apocalypse - Tomorrow Shall Know The Blackest Dawn"
CD-Review, 1918 mal gelesen, 19.10.2012 Wertung 08/10
Cirith Gorgor - Cirith Gorgor

Cirith Gorgor

"Cirith Gorgor"
CD-Review, 3301 mal gelesen, 05.06.2007 Wertung 08/10
Cirith Gorgor - Firestorm Apocalypse

Cirith Gorgor

"Firestorm Apocalypse"
CD-Review, 4103 mal gelesen, 18.09.2004 Wertung 08/10

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Der Untergang... / Победа !!!

Artikel veröffentlicht am 14.11.2012 | 1740 mal gelesen

Durchaus als holländische Black Metal-Institution zu sehen, haben CIRITH GORGOR seit 2007 kein reguläres neues Album veröffentlicht. Das vorliegende "Der Untergang... / Победа !!!" (letzteres übrigens russisch für "Sieg") geht sowohl thematisch, musikalisch und von der Spielzeit her nicht als Nachfolger des letzten Albums durch. Denn: Wo CIRITH GORGOR sonst als extrem fixe Black Metal-Truppe mit Affinität zu ihren schwedischen Kollegen durchgehen und sich vor allem klassisch düsteren Themen widmen, ist diese LP von 2011 (übrigens auch nur als LP erhältlich!) eher eine ausgedehnte Mini mit Projektcharakter. Projektthema: Die Schlacht um Stalingrad mit Vorgeschichte und Nachspiel.

Das ist ein heikles Unterfangen, weil fast jede Black Metal-Band sich die Finger daran verbrennen würde, sich nicht auf die Seite einer der beiden beteiligten Parteien zu schlagen und das Thema unpolitisch und ohne allzu stumpfe Kriegsverherrlichung zu behandeln. CIRITH GORGOR schaffen das, indem sie das Thema historisch überaus akkurat in den Texten wiedergeben, die Greueltaten und ideologischen Verblendungen sowohl der deutschen als auch der russischen Befehlshaber ganz selbstverständlich verurteilen und zu keiner Zeit Partei ergreifen. Mitunter klingt textlich eine feine Ironie für das dämlich-martialische Vokabular des NS-Regimes durch, verbunden mit einer sehr unterschwelligen Faszination für die Brachialität und emotionale Kälte der damaligen Kriegsführung. Insofern, und das ist sehr wichtig, ist das Thema auf eine Art behandelt, die das Hören der Musik einigermaßen unvoreingenommen zulässt.

Und die ist, leider, nicht ganz so überzeugend wie die restliche Diskographie der Band. Das knapp halbstündige Album ist auf der A-Seite von schleppendem Black Metal geprägt, der so gar nicht martialisch wirken will und eher epischen Charakter hat. Dabei kommt weniger Song- als Collagencharakter auf, was auch durch die heruntergepitchte Erzählstimme verstärkt wird, die filmähnlich sich über mehrere Monate ausdehnende Kriegshandlungen zusammenfasst und beinahe wie ein hörspielartiges Präludium wirkt. Die B-Seite ist grundsätzlich um einiges zügiger, aber immer noch vergleichsweise moderat. Hier regieren ausgedehnte Doublebass-Passagen, sehr atmosphärische, nun eindeutig schwedisch geprägte Gitarrenlinien, behutsam und provokant eingesetzte Originalsamples und immer wieder ruhige Akustik-Interludien, die sich am Ende sogar in einer verstörenden Dur-Arie verlieren. Viel weiter kann man, setzt man gängige Klischees voraus, musikalisch nicht von Stalingrad entfernt sein. Dabei hat die Musik trotz allem Hand und Fuß, zeigt aber eher eine überaus melodische, gesetzte Seite von CIRITH GORGOR, die man ausgerechnet hier nicht vermutet hätte.

Schwierig ist übrigens die schiere Textmenge, die geradezu in die rund 29 Minuten hineingequetscht scheint. So darf sich Sänger Nimroth praktisch keine Pause gönnen, um die wichtigsten historischen Fakten der kriegswendenden Schlachtlegende herunterzurattern. Das wirkt arg gepresst und degradiert die an sich gelungene Musik zum Fußsoldaten. Da wäre etwas mehr Luft durchaus sinnvoll gewesen.

Wem die gängigen CIRITH GORGOR-Album also schon immer ein wenig zu fix und MARDUKs "Panzerdivision" zu stumpf und vorhersehbar war, für den könnte diese LP genau das Richtige sein. Gerade für Sammler ist die auf 500 Stück limitierte und von der Band selbst veröffentlichte Gatefold-LP sicher ein gefundenes Fressen.

 


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