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CD-Review

The Spectrum Of Metal Madness

Artikel veröffentlicht am 12.07.2012 | 1018 mal gelesen

Mit EMBRIONAL und EMPHERIS geben sich auf dem bereits vor knapp drei Jahren erschienenen "The Spectrum Of Metal Madness" zwei Bands aus dem polnischen Untergrund ein Stelldichein, präsentieren dabei jeweils zwei Eigenkompositionen und vier Nachspielversionen bekannter Heroen des extremen Metal – mit einer punkigen Ausnahme. Von den Rahmenbedingungen her so identisch anmutend, könnten die beiden Beiträge in qualitativer Hinsicht kaum unterschiedlicher ausfallen:

EMBRIONAL zocken schnellen, technischen Death Metal im Fahrwasser beispielsweise IMMOLATIONs, der jedoch nur ein müdes Gähnen zulässt: Ohne einen einzigen Anflug von Individualität, dazu noch mit ausgesprochen dünnem, zumindest sehr gewöhnungsbedürftig klingendem Schlagzeug kommen die beiden kurzen "Homicide" und "The Abyss Of Human Sorrow" wuchtlos daher – insbesondere das erstgenannte Stücklein riecht mit unter zwei Minuten Spielzeit schwer unfertig. Auch wenn das zweite mit seinem unkotrolliierten Anstrich noch ein wenig Potential besitzt, blasen die vier Musiker aus Gleiwitz damit sicherlich niemanden vom Hocker. Spannender sind die sich anschließenden Interpretationen der Klassiker von MAYHEM, SARCOFAGO und PESTILENCE auch nicht, immerhin bestätigen EMBRIONAL hier aber das erträgliche Niveau ihrer zweiten Eigenkomposition. (4/10)

Die archaische Black-/Thrash-Metal-Mischung der Warschauer EMPHERIS ist zwar auch keine Offenbarung, aber doch deutlich stärker als die erste Hälfte der Split. So werden "Lovecraft" und "Black Pyramid" mit viel Enthusiasmus, variabel-passioniertem Gesang und schneidigen Riffs dargeboten. Unterhaltsam ist neben den wütenden ASSASSIN-, BLASPHEMY- und OBITUARY-Covern vor allem die im schwarzen Thrash-Mäntelchen äußerst schmissig daherkommende RAMONES-Huldigung "I Don't Believe In Miracles". (7/10)

Abgesehen davon, dass die EMBRIONAL-Hälfte gegen die wesentlich beseelter und lässiger aufspielenden EMPHERIS vielleicht dürftiger erscheint, als sie für sich betrachtet wäre, fragt man sich, warum die beiden Kapellen nicht die Möglichkeit nutzen, sich mit mehr eigenem Material zu präsentieren, anstatt den Hörer mit Covern zuzuschütten? Jeweils eines, maximal zwei hätten doch auch gereicht. Immerhin haben es EMPHERIS im Laufe ihres siebenjährigen Bestehens schon auf zwei Langeisen sowie etliche EPs gebracht, was das Antesten weiteren Materials erleichtern sollte. Im Falle von EMBRIONAL ist das weniger notwendig.


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