Rastlos
Artikel veröffentlicht am 28.11.2012 | 2966 mal gelesenEs ist leicht, FINSTERFORST zu belächeln. Kitschiger Bandname, zu viel Akkordeon, schlechte Texte, von EQUILIBRIUM geklautes Cover, Oho-Chöre... die Liste potenzieller Fettnäpfchen, die sich die Freiburger in den letzten Jahren und mit zwei Alben selbst aufgebaut haben, ist groß.
Es ist aber auch gar nicht so schwer wie gedacht, FINSTERFORST auch einen gewissen Respekt für ihr neues und drittes Album "Rastlos" entgegenzubringen. Darauf macht die siebenköpfige Schwarzwaldtruppe durchaus eine Menge richtig. Der Anteil an düdeligem Pagan Metal ist mehr als deutlich zurückgefahren, dafür regiert ein wahrhaft epischer, eher gemäßigter und atmosphärischer Stil, der irgendwo zwischen Folk Metal und deutlichen BATHORY-, MOONSORROW- und EINHERJER-Querverweisen rangiert. Die fünf echten Stücke, keines unter 11 und eines fast 23 (!) Minuten lang, bauen sich mit Gemach auf, nutzen Akustikgitarren, Herr der Ringe-Orchesterpomp und Braveheart-Emotionen, stampfendes Schlagzeug und einfache, eigentlich nur untermalende Riffs. Leider lässt das "Rastlos" insgesamt sehr handzahm erscheinen. Die Akkordeonparts lassen sich übrigens glücklicherweise an einer Hand abzählen und sind ja auch irgendwo ein berechtigtes Trademark der Band. Chöre und Cleangesang (übrigens frappierend MENHIR-soundalike!) gibt's weiterhin eine Menge, das aber zielsicher eingesetzt und durchaus mit Wirkung.
Dafür ist innerhalb der Stücke kaum ein Durchblick. So gelungen einzelne Parts sind, so sehr ist ihre Wirkung inmitten dieser Spielzeitmonster beschnitten. Innerhalb der Songs ist es schwer, irgendeine Struktur zu erkennen. Da kann man sich nur immer wieder an einzelnen wiedererkennbaren Punkten orientieren, beispielsweise den vereinzelten Blastparts oder einem Textfragment. Apropos Texte: die sind mit ihrer schiefen Grammatik und den Kopfschüttelreimen ("Ich steck nicht auf /
Es wird gehen wieder bergauf") kaum zu ertragen. Also besser nicht hinhören!
Ganz symptomatisch ist das Problem von "Rastlos" am letzten Track "Flammenrausch" zu erkennen: Der ist mit seiner absurden Spielzeit von fast 23 Minuten so durchschaubar auf MOONSORROW-Epik getrimmt und dabei so harmlos, dass man sich wünscht, FINSTERFORST hätten einfach vier knackigere Songs daraus gemacht. Das gilt bei aller grundlegenden Qualität für das ganze Album. Gute 6 Punkte, aber eben auch nur 6 Punkte.
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Ein sehr subjektives Review. Metal.de verliert für mich immer mehr an Glaubwürdigkeit.
Ein Wort zum Autor:
Ich lese Reviews von Herrn Dammasch gerne, da ich mich mit diesen größtenteils identifizieren kann und man merkt, dass der Rezensent Erfahrung hat und voreingenommen ein Werk beurteilen kann.
Ein Wort zum...
"Qualität ist das Produkt der Liebe zum Detail."
Andreas Tenzer
Nur ein geschultes Feingehör wird diese Akustiksymphonie erfassen können. 9 von 10 Punkten.
Nachdem ich auf Youtube in einige Songs reingehört hatte, habe ich mir das Album gekauft. Da ich Moonsorrow und Bathory allerdings nicht wirklich kenne, kann ich nicht einschätzen, wie viel Ähnlichkeiten bestehen. Aber selbst wenn es ähnlich...
9 Punkte, 9 verdammt gute Punkte und keinen weniger! Die Wertung hier kann ich weder nachvollziehen, noch akzeptieren. Das Album grenzt an ein Meisterwerk und mir fiele nicht mal ansatzweise ein, was man da so viel besser machen könnte, um Florians...
Ich zücke ebenfalls eine sehr gute 9! Der Schwarzwald stellt so manches in den Schatten, auch wenn das offensichtlich andere nicht so sehen! Geiles Teil!!!
Ich kann mich Florian nur anschließen, ganz nett ist das Album schon und auch besser als der Durchschnitt dieses Genres, aber mit Sicherheit kein Meisterwerk. In vielen Momenten ist "Rastlos" zwar sehr atmosphärisch und stimmig, aber die Titel sind...
Ich kann gar nicht nachvollziehen, was an 6 Punkten so schlimm sein soll. In Schulnoten ist das eine 3 oder 3+, und das ist doch durchaus sehr akzeptabel und kein Grund, sich hier so bitterlich über die ach-so-unfaire Bewertung zu beklagen. Da sind...
Rastlos. Hmm. Für mich als sehr intensiven Hörer dieser Band etwas zwiespältig. Auf der einen Seite ein sehr gutes Album. Andererseits machen die bisherigen Werke deutlich mehr Spaß beim Hören. Nicht trotz des Akkordeon-Overloads, sondern gerade...