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Sade Et Masoch

Artikel veröffentlicht am 22.06.2007 | 5848 mal gelesen Die neue FJOERGYN? Das ist in der Tat eine echte Herausforderung für mich, denn das Vorgängerwerk "Ernte Im Herbst" mochte man oder ließ es bleiben, Zwischenstufen waren in diesem Falle kaum erlaubt, und ich muss zugeben, ich gehörte zur ersteren Gruppe, soll heißen, dass mir "Ernte Im Herbst" nicht schlecht gefiel, obwohl, und ganz ohne Widerspruch funktioniert das Leben eben nicht, ich doch desöfteren dachte, einer grandiosen, nahezu größenwahnsinnigen Verführung zu erliegen, und zwar einer, wie sie von Bruckner, Orff und R. Strauss ausgeht, weniger oder gar nicht von Schönberg, Mahler oder Prokofiew. Das meint, hier wird klassizistischer Stil praktiziert, ohne Innovation, Ornamente ohne inhaltlichen Sinn, Spielereien um zu blenden, nicht jedoch dem armen Sinnsuchenden wirkliche Richtung vorzugeben außer einem betörten Blick nach oben. Dennoch, mir gefiel es, "Fjoergyn" und "Ernte Im Herbst" waren Songs voller Kraft, der Energie strotzenden Korns, satter Natur, sich selbst ungestüm feiernd, Blüten, die sich der (schwarzen?) Sonne öffnen, gleichsam ein Fest des ursprünglichen Naturerlebens im vollkommenen Gleich- und Einklang der betäubten Sinne.

Nach soviel Eingangsgedöns meinerseits nun endlich zum neuen Album von FJOERGYN, "Sade Et Masoch". Zunächst fällt auf, dass die Tracks wesentlich gitarrenorientierter eingespielt worden sind. Dennoch, die Trademarks wurden beibehalten: viel klassische Opulenz, gewisperte Stimmen im Wechsel mit Black-Vocals, zunächst beim ersten Hören anscheinend undurchsichtig komponierte, auf Breaks und atmosphärischen Zwischenspielen aufbauende Songs, die sich erst nach mehrmaligem Hören erschließen. Klavier und Bläser begleiten uns durch das Labyrinth menschlicher Psyche. Der Marquis De Sade und Leopold Von Sacher Masoch standen Pate für das textliche Ausleuchten sadistischer Handlungsfreiheit, womit die Band nahtlos an ihre Suche nach dem Naturglauben, auf dem Debut eindringlich inszeniert, anschließt. Verführung, das heißt flirrend umschmeichelnde Klänge mit entsprechenden Texten gibts allerorten, zu jeder Sekunde: stets hat der Hörer das Gefühl, seines Willens aus freien Stücken sanft entbunden zu werden, lässt es gerne geschehen, in Naturmystik einzutauchen, um sich im Glorienschein des permanenten Frühlings wiederzufinden. Oder ist das hier etwa schon Darwin? Das ist die Grundfrage, die ich mir immer wieder stelle...

"Prolog" nennt sich das anschmiegsame Intro, opulent, mit Hall produziert, dramatisch, ein metallisches Riff ist aufs geschickteste eingearbeitet. Die Drums sind diemal echt. "Das Leid Des Einhorns" ist bereits die bekannte Schlange, die säuselt, Rhythmus, Härte, sanfte Einschübe, beschwörende Vocals hypnotischer Natur, eindringlich, gebieterisch, den Song umklammernd. Geschickt plaziert auch Worte wie "Himmelszelt", "Weißes Kleid" oder "Einhorn", schon der den Worten innewohnende Klang impliziert epische Soundlandschaften von düsterer Weite. Das Finale erinnert musikalisch an ältere DIMMU BORGIR. "Die Hierarchie Der Engel" beginnt schwelgerisch, eine liebliche Melodie umgarnt uns, bildet den Kontrast zu den bösen Gesängen. Man fühlt sich fast an die Tafel von Artus versetzt. Texte, die vom "freien Willen" handeln, bilden die Brücke zu meinen Erörterungen am Anfang des Reviews, als ich vom überdimensioniert-narzisstischen Element dieser Musik sprach. "Ach Sprich Doch" baut erneut darauf, tranceartig zu wirken, das Flüstern und der gleichförmige Rhythmus tun ein übriges... Spätestens jetzt ist jedwede Gegenwehr erlahmt; nun beginnt die Blume des Bösen ihr Werk, und wie.

Denn mit "Masoch" gibts sozusagen das Epizentrum des Werkes zu hören, um diesen Scheitelpunkt dreht sich alles. Denn hier gibt es diese Melodien folkloristischer Art, die elektrisiert innehalten lassen, schön-gemein, und die Stelle nach dem kurzen Solo ab Minute 3:05 ist eine der besten Black-Passagen des Jahres, ergreifend, ein wenig theatralisch auch, was soll dann noch kommen, fragt man sich überwältigt. Eine ganze Menge, denn die Schlange FJOERGYN verführt weiter (der Apfel ist noch längst nicht gegessen) das ganze Album über in ähnlicher Weise mit allen möglichen einflüsternden und wispernden Stilmitteln. Ist das nun Kitsch der pompösen Sorte oder wirklich gut gemachter BM mit Klassik-Zitaten der deutschen Romantik? Ich kann es nicht sagen. Nur soviel: es gefällt, was ich daran sehe, dass diese Scheibe dauernd bei mir läuft, vor allem abends, da tut sie einige Wirkung. Das hätte ich nie gedacht; denn wie gesagt, Vorbehalte werde ich ob dieser ästhetisierenden Gigantomanie immer haben und ganz auswischen lassen sich diese Gedanken auch nicht. Dennoch, manchmal muss es Dr. Faustus sein, oder?

Kommentare
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melden Wertung 09/10 Deleted User | 26.11.2009 | 01:00 Uhr

wenn auch nicht ganz so genial wie der vorgänger, so ist dieses album auch wieder sehr toll. Fjoergyn sind eine band die sich klar aus der graue masse heraus heben. Sehr schön!