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CD-Review

The Old Prophecy Of Winterland

Artikel veröffentlicht am 06.05.2011 | 2546 mal gelesen

Nett. Die Spanier FROZEN DAWN haben sich tatsächlich fünf Jahre Zeit für ihre erste Platte genommen, erstmal eine EP und eine Single veröffentlicht und nichts über's Knie gebrochen. Finde ich in Zeiten von Myspace-Projekten (oder sind das jetzt Facebook-Projekte?) sympathisch. Und man hört den Unterschied zu einem albernen Schnellschuss auch definitiv, das ist das Schöne.

Was das Quartett auf “The Old Prophecy Of Winterland“ verzapft, klingt nicht nur im Titel sehr skandinavisch-oldschoolig, sondern ist es auch. Ähnlich wie ihre Kollegen von DENIAL oder auch ihre fast gleichnamigen Landsmänner von FROZEN sind auch FROZEN DAWN mächtig von altem schwedischem MeloDeath beeinflusst, hören allerdings ganz sicher auch gerne alte norwegischen Klassiker. Was man in den neun Eigenkompositionen an Reminiszenzen heraushört, könnte alleine dieses Review füllen: Mittelalte IMMORTAL (“Winds From The North“, “Cold Souls“), DISSECTION (“Black Spells“), SATYRICON (deutlich durch das fast 1:1 wiedergegebene, aber etwas hüftsteife “Fuel For Hatred“-Cover“, aber auch in den groovigen Parts einiger Songs zu erkennen) oder, wenn's blackthrashig wird, SORHIN sind da sogar für Unbedarfte als Inspiration auszumachen. Wer damit etwas anfangen kann: Auch Kaliber wie ISTAPP stehen offenbar bei den Spaniern im Regal, und wenn's richtig fix wird, kommen auch schon mal Erinnerungen an wahlweise KEEP OF KALESSIN oder DARK FUNERAL auf. Das Rezept ist immer ähnlich: Viel Dynamik zwischen stampfend und blastend, eine ausgewogene Mischung aus bangtauglichen Riffs und viel Leadgitarre (auch zweistimmig), voran marschierendes Schlagzeug und dazwischen wenig bis kein Leerlauf.  Insgesamt eine recht kompakte Angelegenheit.

Es ginge sicher etwas zu weit, FROZEN DAWN zu unterstellen, sie würden sich ihre Platte zusammen leihen. Die Tendenz ist aber schon da. Immerhin führt das dazu, dass die Jungs ein ziemlich geschmackssicheres Album eingespielt haben, und das auch noch mit ganz offensichtlichem technischen Geschick und wirklich schick produziert. Die Songs beißen mitunter wirklich anständig, auch wenn einige Tracks noch nicht voll überzeugen können. Auch der lustige spanische Akzent beim Vortragen der englischen Texte ist nicht unbedingt der Killer. Wären FROZEN DAWN die ersten, die diesen Mix aus melodisch-schwedischem Geschwelge und norwegischem Eissturm-Black Metal spielen würden, hätten sie sich dafür eine saftige Bewertung verdient. Weil die Eigenleistung überschaubar ist, bleiben unterm Strich, mit deutlicher Tendenz nach oben:


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