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Galskap - Manifest der Verdammnis

Galskap

"Manifest der Verdammnis"
CD-Review, 2551 mal gelesen, 07.07.2008 Wertung 04/10

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CD-Review

Kleriker des Wahnsinns

Artikel veröffentlicht am 23.05.2011 | 2817 mal gelesen

Schwierig schwierig... GALSKAP machen es mir echt nicht leicht. Gerne würde ich an dieser Stelle Lobeshymnen auf die Bremer Band anstimmen; nicht so gerne würde ich hier zum Verriss ansetzen - das aber immer noch lieber, als bei jedem Satz das Gefühl zu haben, "Kleriker des Wahnsinns" nicht gerecht zu werden.

Zunächst muss ich GALSKAP jedoch - vermute ich zumindest - ein Lob aussprechen: Störte sich meine ehemalige Kollegin Anna noch erheblich an den Vocals auf dem Vorgänger "Manifest der Verdammnis", scheint sich die zum Trio geschrumpfte Band (oder zumindest Sänger und Texter Grimmschlag) die Kritik zu Herzen genommen zu haben - von "Glanzleistung" würde ich zwar nicht sprechen wollen, aber das eigentümliche und teilweise gut verständliche Geschrei fügt sich meines Erachtens durchaus schlüssig ins Gesamtbild ein.

Naja, vielleicht gehen Annas und mein Geschmack auch ganz schön auseinander - ihre lobenden Worte für das musikalische Fundament kann ich nämlich nicht uneingeschränkt teilen. Und genau da liegt das Problem an "Kleriker des Wahnsinns".

Oberflächlich machen die neun Songs, von denen einer ein GUT ABSORBER-Cover ist, nämlich einen verdammt guten Eindruck: Die Gitarrenarbeit ist handwerklich einwandfrei, die Produktion aus dem Soundlodge-Studio ist druckvoll und transparent und mit Blastphemer haben die beiden Protagonisten Fatal und Grimmschlag einen technisch höchst versierten Schlagzeuger am Start, wie seine Arbeit bei BELPHEGOR zeigt. Ich muss jedoch hier - wieder einmal - sagen, dass "Weil ich's kann!" nicht immer eine befriedigende Antwort auf die Frage ist, warum man unbedingt unmenschlich zackige Blastbeats in einen Song einbauen muss...

So weit, so gut. Leider können die Bremer, die in einigen Songs von der professionellen Sopranistin Anne Bredow unterstützt werden, in Sachen Songwriting nicht ganz das Niveau halten, das der erste Eindruck verspricht. So ist "Gottverreckte Straßen Bremens" ein reichlich öder Song, der auf diese Weise zwar scheinbar zum Text passt, mich aber überhaupt nicht mitreißen kann. Ebensowenig haut mich "Hexenschuss" vom Hocker.

Das eigentlich Seltsame ist, dass neben einigen weiteren ziemlich durchschnittlichen Songs mit "Und Sarissa weinte..." ein verdammt ansprechendes Instrumental (besagte Sarissa ist auch auf dem Bandfoto zu sehen - keine Ahnung, welche Rolle die Dame für die Band spielt(e) - das Info-Schreiben schweigt sich jedenfalls aus...) und mit "451°F" ein richtig großer Song auf "Kleriker des Wahnsinns" vertreten sind. Warum geht das nicht auf Albumlänge? Das Potential ist ja da...

Das hohe Niveau von "451°F" scheint auch GALSKAP selbst nicht entgangen zu sein, weshalb es eine etwas tiefer gestimmte (und geschriene) Version als Hidden Track gibt.

Also, liebe Leute: Seht mal zu, dass ihr auf kommenden Veröffentlichungen noch ein paar mehr Songs vom Kaliber der beiden genannten Stücke raushaut - dann gibt's auch mehr als die fünf Punkte, mit denen ihr wahrscheinlich genauso unzufrieden seid wie ich...


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