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CD-Review

Menetyksen Tie

Artikel veröffentlicht am 01.11.2011 | 2556 mal gelesen

RAATE wurden 2004 gegründet und können bisher auf ein Demo sowie in Form von "Sielu, Linna" ein Album zurückblicken. Inzwischen ist das zweite Werk "Menetyksen Tie" erhältlich, dessen wir uns nun annehmen.

Standen die Finnen in der Vergangenheit für Black Metal mit kratzig hypnotisch sägenden Gitarren, verzweifeltes Keifen sowie eine äußerst morbide Stimmung, so dass eine gewisse Nähe zu BURZUM nicht von der Hand zu weisen war, führen uns RAATE nun weiter zu neuen, erweiterten Klangwelten, ohne jedoch dabei die eigenen Wurzeln zu verleugnen. Noch immer dominiert traditioneller, kalter norwegischer Black Metal der Neunziger Jahre das Geschehen, doch vermischen RAATE diesen mit Einflüssen aus finnischem Folk und dem Progressive Rock, so dass man zu den Paten neben dem bereits erwähnten Projekt noch ULVER und KING CRIMSON anführen muss. So schwelgt das Duo auch mal in ruhigen, melodisch-depressiven Rocksphären, frischen sie ihre Epen mit Choralgesängen, schönem klarem Gesang mit viel Hall, relaxte (halb-)akustischen Parts auf, verlieren sich in langen Instrumental Passagen, verwenden auch mal unheimliche Orgelklänge, driften ab in den Ambient, oder Black'n'Rollen auch mal straight nach vorne, ohne bei alledem den grimmigen Black Metal mit sägenden Gitarren und aggressivem Schreigesang aus dem Auge zu verlieren. Meist bewegen sich RAATE im Midtempo, seltener wird die Geschwindigkeit angezogen. Dabei gelingt es den Finnen nicht nur, die einzelnen Elemente gekonnt miteinander zu einem stimmigen Ganzen zu verweben, sondern auch noch mit dichter Atmosphäre den Hörer mit in ihre Klangwelten zu entführen. Und auch die etwas schrammelige, unsaubere Produktion passt dazu.

Bei aller Vielseitigkeit ist "Menetyksen Tie" doch ein in sich absolut stimmiges Werk voller Überraschungen, ohne den roten Faden zu verlieren. RAATE haben mit diesem sehr interessanten Album ihre Stärken herausgearbeitet, und sie haben Recht mit ihrer Aussage, dass es keiner Gimmicks benötigt, um Black Metal zu erschaffen.


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