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CD-Review

Dimensions

Artikel veröffentlicht am 29.09.2012 | 3949 mal gelesen

Ich liebe ambitionierte Bands. SATURNIAN sind aber noch mehr als das. Sie wollen alles, aber buchstäblich alles. Mehr Epik, mehr Dramatik, mehr Orchester, mehr Chöre, mehr Bangkompatibilität, mehr fetter Sound, mehr Dark Metal, mehr Black Metal. Und selbst dann haben sie den Hals noch nicht voll, dann geht immer noch ein noch geileres Solo, noch variablerer Gesang, ein noch ausgefeilteres Arrangement.

Und was ja das Geilste ist: SATURNIAN können das auch alles. Auf einem schwindelerregend hohen Niveau, wenn man bedenkt, dass "Dimensions" das erste Album der erst 2010 gegründeten Kapelle von der Insel ist. Das erste. Was bitte soll denn noch kommen, wenn man mit den ersten 60 Minuten, mit denen man an die Öffentlichkeit geht, die gesamte (g-e-s-a-m-t-e!) Symphonic-Black Metal-Szene aus den Angeln hebt?

Aber fangen wir vielleicht emotional etwas heruntergefahren mal ganz vorne an. "Dimensions" fußt mit seinen zehn Tracks stilistisch im Melodic oder Symphonic Black Metal. Das ist grundsätzlich ein von DIMMU BORGIR geprägtes und (bis jetzt zumindest) auch qualitativ dominiertes Genre, aber auch eines, das spätestens 2012 auch an seine Grenzen gelangt ist. Natürlich hört man auch hier heraus, woher der Wind ursprünglich weht. Doch SATURNIAN schaffen es mit einer gnadenlosen, unbändigen Energie und vor allem mit wirklich fantastischen Songs, diese Grenzen noch ein ganzes Stück zu erweitern. Da wirbeln klassisch skandinavisch-windige Riffs und brutale Stakkato-Gitarren, stumpfe Blastbeats und technisch höchst anspruchsvolle Drumpatterns, Gekreische in jeder denkbaren Form, saufette Chöre und wunderbar kontrastierender weiblicher Klargesang wild durcheinander. Da geben sich exzellent in Szene gesetzte Orchesterparts (mit das Professionellste, was ich in dieser Hinsicht überhaupt je gehört habe) und geradezu unheimlich catchy angelegte Metalparts die Klinke in die Hand, und das, ohne dass man davon besonders viel mitbekommen würde. Die Arrangements sind so meisterhaft durchdacht und so flüssig, dass man nur erahnen kann, wieviel Detailarbeit in "Dimensions" stecken wird. Und da habe ich die tollen Cleangesangsparts, die so songdienlichen wie technisch anspruchsvollen Soli, das sich wie ein roter Faden durch das Album ziehende "Amor Fati"-Motiv und die vielen anderen in diesem unglaublichen Bombastwust verborgenen Kleinigkeiten noch gar nicht erwähnt. Oder die Produktion von Russ Russell, deren Mix alleine schon ein Meisterwerk ist. Und dieses Niveau halten SATURNIAN, das muss man sich klarmachen, über die gesamte Spielzeit.

Zugegeben, die ersten Hördurchgänge hindurch überfordert "Dimensions" maximal und wirkt vollkommen überfrachtet. Dieser Eindruck relativiert sich, wenn man der schieren Übermacht an Eindrücken Stück für Stück gewahr wird. Dann lohnt sich "Dimensions" so viel mehr als alles, was in diesem Genre in den letzten zehn, zwölf Jahren erschienen ist. Keiner wird dann noch freiwillig DIMMU, CRADLE, RHAPSODY oder KEEP OF KALESSIN hören. Wenn SATURNIAN jetzt nicht alles falsch machen, vielleicht noch ein Stück eigenständiger werden und sich vor allem einen geschmackvollen Coverdesigner zulegen, müssen sie einfach die Zukunft dieses Genres sein.


Kommentare




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melden deathstorm (unregistriert) | 30.09.2012 | 00:19 Uhr

kann dem review nur zustimmen. echt saufettes teil das vor bombast und epik nur so trifft. jeder song ist echt ein absoluter epischer treffer. und für ein debutalbum ist das hier wirklich eine meisterleistung. wiedermal ein album dass sich lohnt zu...  

Otto Sverdrup
melden Otto Sverdrup | 30.09.2012 | 03:58 Uhr

wow, so eine lobeshymne habe ich ja noch selten gelesen! das beste wird wohl sein, florian einfach zu vertrauen, die cd zu besorgen und sie in einer vollmondnacht zu gemüte zu führen...  

melden Marc (unregistriert) | 06.10.2012 | 18:57 Uhr

oh je, genauso unseriös wie es sich liest, ist dieses Review. Wie dummdreist Florian hier versucht, ein durchschnittlich(es) bombastisches BM Album anzupreisen, das ist nicht nur lächerlich, das ist schon unverschämt. In Zeiten, wo jedes neue...  

Sickman
melden Sickman | 06.10.2012 | 22:37 Uhr

@Marc : Geschmäcker sind bekanntlich verschieden und wenn der Rezensent das Album als so super empfindet, wie er schreibt, hat er genauso das Recht dazu, wie du, der es eben nicht so gut findet. Solch respektlose Äußerungen wie "dummdreist" von...  

melden Marc (unregistriert) | 07.10.2012 | 11:33 Uhr

@Sickman:
hast leider nicht kapiert worum es hier geht. Ich habe nichts dagegen, wenn jemand schreibt, dass ein Album super ist. Aberwenn jemand mit Lobeshymnen um sich schmeisst und schreibt:"Keiner wird dann noch freiwillig DIMMU, CRADLE,...  

Beta
melden Beta | 07.10.2012 | 11:50 Uhr

Auf DICH wirkt es unseriös. Ob du die schweigende Mehrheit, die du hier für dich beanspruchst, tatsächlich hinter dir hast, wage ich zu bezweifeln. Wir sind hier kein Appeasement-Magazin, und auch nicht zur Leserbespaßung da. Mal abgesehen davon,...  

Alboin
melden Alboin | 07.10.2012 | 19:18 Uhr

@Marc: Solange Du mit Vokabeln wie "dämlich" und "dummdreist" um Dich wirfst, hast Du hier überhaupt nichts zu erwarten außer der Löschung Deiner Kommentare. Du kannst über das Album denken, was Du willst, und ich auch. Wenn Du den Sinn eines...  

Otto Sverdrup
melden Otto Sverdrup | 08.10.2012 | 01:30 Uhr

Das Album braucht etwas Zeit. Wie Florian bereits schrieb, wirkte es auch für mich zu Beginn undurchsichtig und überreizt. Erst nach und nach, bei mir half dazu inbesondere der Genuss der Musik mittels Kopfhörern, lichtete sich der Nebel und...  

melden Sini (unregistriert) | 17.10.2012 | 10:31 Uhr

Auch wenn ich eine andere Ausdrucksform als Marc gewählte hätte, kann ich ihm nur beipflichten. Auf diesem Album gibt es absolut nichts Neues zu entdecken. Es klingt einfach wie eine durchschnittliche Dimmu Borgir Kopie ohne echtes Orchester und...  

Alboin
melden Alboin | 17.10.2012 | 14:42 Uhr

Dass ich das alleine so sehe, stimmt nicht so ganz, wie ein dreiminütiges Sammeln von ein paar Reviewlinks zu dem Album bestätigen dürfte. :)
...  

melden Sini (unregistriert) | 18.10.2012 | 10:58 Uhr

Hmm komisch, mein Internet muss wohl kaputt sein:

3/5 www.stormbringer.at
7/10 metal-temple.com
5/6 www.thrashhits.com
8/10 www.metalkaoz.com
10/15 www.myrevelations.de
10/10 www.musikreviews.de...  

falk
melden falk | 18.10.2012 | 11:36 Uhr

Ich möchte an dieser Stelle keine Meinung zum Album äußern, sondern gerade ein paar Dinge zum Kommentar über mir anmerken:

1. Der Durchschnitt der genannten Reviews liegt bei 7.6, nicht bei 7.3.

2. Bei einer...  

melden Sini (unregistriert) | 18.10.2012 | 16:20 Uhr

@falk

@1: Nein. Da ist ein Tippfehler, da es bei musikreviews.de nicht 10/10 sonder 10/15 sind.
@2: ??? Was willst du mir hier vermitteln großer Statistiker? Der Erwartungswert ist in dem Falle der Normalverteilung der...  

Sini
melden Sini | 18.10.2012 | 16:32 Uhr

Sagen wir also P(7 kleiner X kleiner 10) = ??? So nach Transformation in eine Standardnormalverteilung wären das etwa 68%. Die Wahrscheinlichkeit ein weiteres Top Review einzufahren (größer gleich 9 von 10) liegt allerdings nur mehr bei 2%. ...  

falk
melden falk | 18.10.2012 | 16:41 Uhr

@Sini:

1. Natürlich, hätte ich ja auch selbst merken können.

2. Ich vermute, dass wir aneinander vorbeireden. Ich bezog meine Ausführungen auf ALLE Reviews zu ALLEN veröffentlichten Scheiben und wollte deutlich...  

Heiko
melden Heiko | 18.10.2012 | 19:49 Uhr

Was hat dieser unfassbare, mathematische Schwachsinn unter einer Musikrezension verloren?