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Seven Bells

Artikel veröffentlicht am 20.03.2012 | 5339 mal gelesen

Drei lange Jahre haben uns SECRETS OF THE MOON nach dem herausragenden “Privilegivm“ warten lassen, um uns pünktlich zu den ersten warmen Sonnenstrahlen die eisige Kälte des Winters zurückzubringen. Bereits im Vorfeld machten die Osnabrücker regelmäßig in Form von Clips und sporadischen Infos den Fans den Mund wässrig, was denn mit dem neuen Machtwerk auf sie zukommen mag.

Jedoch hinterlässt “Seven Bells“ nach dem ersten Hören erstmal einen faden Beigeschmack und eine gewisse Ernüchterung macht sich breit. Dabei drängen sich Fragen wie “Wieso gibt es denn nur ein zweites “Privilegivm“?“ oder “Warum haben wir geschlagene drei Jahre lang warten müssen, um letztendlich das hier zu bekommen?“ auf. Ja, anfangs tut man sich mit “Seven Bells“ alles andere als leicht.

Allerdings wären SECRETS OF THE MOON nicht sie selbst, wenn sie nicht doch noch ein Ass im Ärmel hätten. Je länger die sieben Stücke in der Anlage rotieren, desto mehr entfaltet sich die so geliebte unheilvolle Atmosphäre bei Kerzenschein und Nebelschwaden. Der ersten Höreindruck wird so mit jedem weiteren Durchgang unweigerlich ad absurdum geführt. Kalte Schauer wandern langsam über die Haut und man kann nicht anders, als zu diesen schleppenden, alles zermalmenden Klängen niederzuknien. Den einzigen Vorwurf, den man dieser Band wirklich machen könnte, wäre die Tatsache, dass sie im Verhältnis zu den letzten beiden Platten ein wenig auf der Stelle treten. Aber das ist auch wirklich der einzige Kritikpunkt, denn ansonsten überzeugen die die Musiker von der ersten bis zur letzten Note. Hypnotisierend, langsam und beständig kriechen ausnahmslos alle Stücke in den Kopf des Hörers und setzen sich dort für eine lange Zeit fest, was unweigerlich ein wenig an TRYPTIKON erinnert. Das wundert aber nicht weiter, wenn man bedenkt, dass Tom Gabriel “Warrior“ Fischer und Victor Bullok für Mix und Mastering hinter den Reglern gesessen haben.

Gemeinsam mit Glockenklingen und einem leicht an METALLICA erinnernden Riff startet der Titeltrack los und wandelt sich im weiteren Verlauf zu einem epischen Monster. Auch im weiteren Verlauf finden sich alle Trademarks wieder. Seien es nur die melancholischen Gitarrenleads in “Nyx“ oder die unbändige Energie in “Goathead“, SECRETS OF THE MOON wissen ganz genau, was sie machen und wie sie das Maximale aus ihren Kompositionen rausholen. Das unterstreichen auch die Gastbeiträge von Schwadorf (THE VISION BLEAK) oder Kvohst (Ex-CODE) wobei die Band ein ganz besonders mit dem herausragenden “Worship“ ein neues Level erreicht und ihren Ausnahmestatus bestens unterstreicht.

SECRETS OF THE MOON haben, kurz gesagt, mit “Seven Bells“ alles richtig gemacht. Zwar braucht es schon eine gewissen Eingewöhnungsphase und die richtige Stimmung, aber dann bricht dieses Machtwerk nur so über den Hörer herein. Jeder, der sich selbst ein Bild machen will, kann das Album gratis im Youtube-Channel von Prophecy Productions antesten. Und nun lasst die Glocken klingen!


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