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CD-Review

Stagnant Waters

Artikel veröffentlicht am 20.10.2012 | 3547 mal gelesen

STAGNANT WATERS' selbstbetiteltes Album ist eine dieser Veröffentlichungen, bei denen mir schon vor dem Genuss das Wasser im Mund zusammenläuft. Der eine Grund ist, dass "Stagnant Waters" über Adversum Records erscheint, die mit ALFA OBSCURAs "Plutonian Shores" und YUREIs "Night Vision" für Aufruhr im visionären Black Metal sorgte. Der zweite Grund ist das Line-Up: Der norwegische Noise-Meister Svein Egil "Zweizz" Hatlevik (ZWEIZZ, FLEURETY, ex-DHG) trifft als Vokalist auf die Franzosen Camille Giraudeau (SMOHALLA, Gitarre & Bass) und Aymeric Thomas (PRYAPISME, Drums/Elektronik/Klarinette). Das kann nur sehr anstrengend werden...

...und das ist es tatsächlich. Adversum verwenden zur Beschreibung von "Stagnant Waters" Begriffe wie 'spontan', 'experimentell' und 'energetisch' - und wenn die das tun, dann darf man durchaus damit rechnen, dass die Adjektive sogar doppelt zutreffen.

Man kann sich "Stagnant Waters" ungefähr als das Album vorstellen, das die logische Steigerung von DHGs "666 International" sein könnte. Auf LSD. Mindestens. Was die drei Künstler hier servieren, bewegt sich ständig an der Grenze zwischen Musik und echtem Lärm, überfordert den Hörer so gnadenlos, dass es schwer wird, das Album wirklich wertzuschätzen. Eine Achterbahnfahrt durch die extremsten Stile, die die Musikwelt so zu bieten hat: MERZBOWsche Noise-Kaskaden treffen auf flirrende Gitarren, gesamplete Streicher, an Freejazz gemahnende Saxophon- und Klarinetten-Soli und programmierte Blastbeats. Zweizz' Vocals fügen sich perfekt ein, changieren zwischen fiesem Black Metal-Geschrei á la Björn "Aldrahn" Dencker, klarem Gesang der Czralschen Machart und fast bis zur Unkenntlichkeit verzerrten Passagen.

Das Interessante an STAGNANT WATERS ist jetzt, dass sie vielen lärmlastigen Projekten in Atmosphäre und Dynamik meilenweit überlegen sind. So anstrengend und fordernd die acht Stücke auch sind - man spürt die Vision der drei Extremisten zu jeder Sekunde und findet problemlos den Weg in dieses Universum der Wahnsinnigen. Fantastisch!


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melden eike beck (unregistriert) | 07.11.2012 | 17:56 Uhr

das mit dem überfordern kann ich glatt unterschreiben....sehr anstrengend und ich kann noch nicht sagen ob mir das gefällt oder mal gefallen wird...