Bitte loggen Sie sich ein um einen Kommentar verfassen zu können.

Amazon-Empfehlung
Reviews der Band
Todtgelichter - Apnoe

Todtgelichter

"Apnoe"
CD-Review, 6573 mal gelesen, 16.04.2013 Wertung 09/10
Todtgelichter - Schemen

Todtgelichter

"Schemen"
CD-Review, 7547 mal gelesen, 03.06.2007 Wertung 08/10
Todtgelichter - Was bleibt...

Todtgelichter

"Was bleibt..."
CD-Review, 6576 mal gelesen, 18.07.2005 Wertung 05/10

Interviews der Band
Todtgelichter
Interview zu 'Apnoe'
2504 mal gelesen, 20.04.2013
Todtgelichter
Interview zu "Angst" - Teil 2
3377 mal gelesen, 24.12.2010
Todtgelichter
Interview zu "Angst" - Teil 1
4011 mal gelesen, 17.12.2010

Specials der Band
Todtgelichter
Das meint die Redaktion zu "Angst"...
4735 mal gelesen, 19.11.2010

News der Band

16.04.2013

Die TODTGELICHTER sind zurück - und sind doch nicht zurück. So oder ähnlich könnte man "Apnoe" umreißen. Die Jungs und das Mädel sind zweifellos...

17.02.2013

 , Es steht an, das neue Album von TODTGELICHTER. Erscheinen wird das gute Stück am 15. April über Code666/Aural Music und hört auf den Namen...

13.02.2013

Die TODTGELICHTER werden mit "Apnoe" den Nachfolger zum 2010 erschienenen "Angst" über Aural Music veröffentlichen. Dazu gibt es nun bei Youtube...

09.01.2013

Die Avantgarde Metaller TODTGELICHTER haben in folgender Meldung neben dem Cover weitere Infos zu ihrem kommenden Album "Apnoe" Veröffentlicht: ...

16.01.2012

TODTGELICHTER haben kürzlich folgende Mitteilung mit ersten Details zu ihrem neuen Album veröffentlicht: "Greetings, as promised we can start...


Live-Reviews der Band
Release-Konzert zu "Angst", live in Hamburg
4607 mal gelesen, 22.12.2014
Release-Konzert zu "Angst"
4863 mal gelesen, 22.12.2014
Under The Black Sun 2010
7545 mal gelesen, 22.12.2014
Pulvercities 2009
8687 mal gelesen, 22.12.2014

Metal.de auf Facebook
CD-Review

Angst

Artikel veröffentlicht am 19.11.2010 | 9742 mal gelesen

Eine scheinbar lebendige, innerlich jedoch längst tote Stadt. Ihre Lichter hinterlassen Nachbilder auf der Netzhaut, dringen aber nicht an Herz und Hirn. Ein Einsamer trottet durch die hell erleuchteten Straßen, verirrt sich in U-Bahnhöfen und -tunneln, findet sich schließlich in einer dunkleren Gasse wieder. Hier lauert die "Angst", hier lauern TODTGELICHTER...

Die Hamburger haben sich auf ihrem dritten Album wahrlich Großes vorgenommen - und meistern die selbst gesteckte Aufgabe mit Bravour. Wo ULVER anno 2000 mit "Perdition City" einen visionären Versuch wagten, urbanes Gefühl(!) mit menschlicher Vergänglichkeit, mit Einsamkeit zu verknüpfen, schließen TODTGELICHTER zehn Jahre später ganz anders - und doch nahtlos, und doch auf ihre Weise visionär - an. "Angst" ist organischer, unmittelbarer als "Perdition City" - und doch gleichzeitig distanzierter, fremder...

Was sich dem Hörer in den sieben Songs (plus Outro) offenbart, ist - meiner unmaßgeblichen Meinung nach - die Zukunft des extremen Metals. Freilich meine ich damit nicht genau diesen einen Stil, den TODTGELICHTER gefunden haben (wobei das schon wieder zu einschränkend ist - zu facettenreich, zu vielseitig sind die Songs auf "Angst"), sondern die kreative Kraft, die Vision, die sich hinter der Musik verbirgt, aus ihr hervorquillt, ihr Leben einhaucht. Das schwarze Metall ist jederzeit zu hören, zu spüren - und doch kann und will ich "Angst" an dieser Stelle nicht als Black Metal bezeichnen. Wunderbar verhallte Gitarren, teils clean gespielt, harmonisch wagemutige, aber rundum gelungene (Dur-)Kadenzen - eher im (Post-)Rock beheimatet -, dazu gesellen sich zielsicher eingesetzte elektronische Elemente, Hammond-Orgel und akzentuiertes Drumming; auf diese Weise wird "Angst" zu einem atmosphärischen Kaleidoskop, das das abstrakte Konzept der Stadt von seiner hässlichsten, unmenschlichsten Seite zeigt - und doch den einsamen, getriebenen und schließlich vergänglichen Menschen porträtiert.

Hervorheben möchte ich an dieser Stelle den Gesang Martas, der äußert bewusst eingesetzt wird und den Songs dadurch eine ganz eigene Note verleiht. Das außergewöhnliche Timbre ihrer Stimme mag dem einen oder anderen zunächst sehr fremd vorkommen... aber genau das ist es ja! Martas Gesang fügt sich atmosphärisch jederzeit stimmig in das Gesamtbild ein - sie schafft es allein durch stimmliche Nuancen, Akzente zu setzen. So klingt ihr Beitrag in "Bestie" extrem fies, in "Neon" dagegen wird sie durch ihren Gesang zur fragilen Hauptfigur, deren Suche sich dem Hörer in all ihrer Hoffnungslosigkeit offenbart.

TODTGELICHTER schaffen es in knapp 55 Minuten, dem barocken Motiv der Vergänglichkeit ein (post)modernes Gesicht zu geben. Diese Ideen finden auf "Angst" einen Nährboden in städtischer Oberflächlichkeit, in der Anonymität des urbanen Menschen. Wo sich ähnlich agierende Bands wie AMESOEURS jedoch schnell in wenig greifbaren und bisweilen unspektakulären Motiven verlieren, bleiben TODTGELICHTER in jedem Moment direkt, unmittelbar und vor allem authentisch. "Angst" beschreibt damit das durch Heidegger von der Furcht unterschiedene Gefühl, das so allumfassend, so existentiell ist, dass der Begriff nicht ohne Grund auch Eingang in die englische Sprache gefunden hat. TODTGELICHTER geben diesem Gefühl nun einen Klang. Danke.


Kommentare
Kommentar schreiben Leserwertung: Wertung 07/10




Noch 1000 Zeichen verfügbar





neuen Code erzeugen
Bitte gib den Bestätigungs-
code ein um den Kommentar
zu bestätigen:

melden Wertung 06/10 Deleted User | 20.11.2010 | 01:00 Uhr

Heidegger also. Vorsicht! Diskussion über die Stellung des Angstbegriff in der Philosophie unserer Zeit gefällig? ;-) Besser keine Wiki-Zitate... TODTGELICHTER tönen sehr steril, sehr pseudoambitioniert; da kommt bei mir KEINE Angst...  

melden Wertung 07/10 Deleted User | 20.11.2010 | 01:00 Uhr

Das Review ist irgendwie mit Vorsicht zu geniessen! Das Album ist gut, keine Frage. Der Opener \\\"Café Of Lost Dreams\\\" ist wirklich toll! Und auch sonst hat das Album viele tolle Momente (Gitarren-Solo oder Klargesang bei...