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CD-Review

Withdrawal

Artikel veröffentlicht am 14.04.2013 | 2477 mal gelesen

Von WOE habe ich bis zu ihrem Zweitwerk überhaupt keine Notiz genommen. Da mich allerdings auch "Quietly, Undramatically" (2010) nicht zu Begeisterungsstürmen verleiten konnte, sah ich keinen Grund, an dieser Stelle noch einen Blick in die fernere Vergangenheit der Band zu werfen, vielleicht ein Fehler. Denn es ist die Rede davon, dass "Withdrawal" eine Mischung aus den ersten beiden Alben darstellt.

Sollte das tatsächlich der Fall sein, ist bereits mit dem Opener "This Is The End Of The Story" meine uneingeschränkte Neugierde aufs Debütalbum "A Spell For The Death Of Man" geweckt. WOE springen derart nahtlos von flotten, aber dennoch hypnotischen hin zu wunderbar getragenen Parts, dass sich die Floskel "sich fallen lassen" selten so passend anfühlte. Der letzte Schritt hin zu einem der stärksten Opener, der mir in diesem Jahr untergekommen ist, sind die wirklich erhebenden Clean Vocals im Mittelteil des Songs, einfach wundervoll passend! Aber auch danach bricht das US-Quartett mitnichten ein. Mangels besserer Alternativen lässt sich die erschaffene, hypnotische Stimmung durchaus entfernt mit WOLVES IN THE THRONE ROOM vergleichen. Allerdings eben nur marginal, denn "Withdrawal" überzieht den Horizont mit dunklen Wolken und kraftvollen Donnerschlägen, ohne dabei auf geringfügige Auflockerung zu verzichten. So sorgen teils abrupte Breaks, die in einem kurzen unverzerrten Gitarrenspiel münden ("Ceaseless Jaws"), für erwünschte Abwechslung. Aber auch für waschechte Überraschungen sind WOE gut, so wirkt "Songs Of My Undying" überraschend roh und rockig, wird lediglich von einem sehr stimmungsvollen Zwischenpart unterbrochen, nur um dann in einem fulminanten Schlussteil zu münden – großartig!

So richtig einfach fällt mir die Einordnung von WOEs neuestem Album in eine Black-Metal-Schublade dann nicht. So richtig passend erscheint da gar nichts, denn das Quartett lässt sowohl primitive Attacken zu, als auch eine gewisse Post-Affinität (die sie neben WITTR gern auch in Richtung von ALTAR OF PLAGUES rückt) erkennen. Dass das abschließende Titelstück dann gar ein wenig von ALCESTcher Verträumtheit aufkommen lässt, passt dann auch einfach nur ins Gesamtbild. Ja, ich werde mich mit dem restlichen WOE-Material noch mal intensiver beschäftigen, sofern ich meine "Withdrawal"-Sucht überwunden habe.


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