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Steinernes Erbe

Artikel veröffentlicht am 21.04.2013 | 3221 mal gelesen

Jetzt verlangt der einäugige alte Sack in den gammligen Lumpen und den beiden Vögeln auf der Schulter also offenbar, dass fünf Wiener heidnisch angelegten Black Metal machen? Das ist ziemlich schräg. Ein bisschen erinnert das ja an die aberwitzige Story mit Moses und dem Berg Sinai. Nur, dass WOTANS WILLE zu fünft sicherlich weniger an den Kopien ihrer ersten Eigenproduktion "Steinernes Erbe" zu schleppen haben werden, als Moses es alleine mit den beiden schweren Steintafeln hatte. Aber gut, wenn man es dem Gott seiner Wahl Recht machen will, muss man sich eben ins Zeug legen.

Das tun WOTANS WILLE im Rahmen ihrer Möglichkeiten auch durchaus. Der Fünftracker mit klassisch atmosphärischem Intro und Outro macht einen recht ambitionierten Eindruck, und das bezieht sich nicht nur auf den hysterisch kreischigen Gesang, der tatsächlich selten motiviert wirkt. Auch die Songs zeigen, dass die relative junge Band durchaus weiß, was sie will. Grob im Spätneunziger Black Metal verwurzelt, hat die Truppe vor allem eine ganze Reihe seichter, aber stimmiger Riffs zusammengetragen, die durchaus gefallen. Die häufigen Interludien mit einer sympathisch unperfekten Akustikgitarre schlagen in dieselbe Kerbe.
Woran es den Stücken noch mangelt, ist allerdings ein wenig der Zug, das Reißende, das Stringente. So wirken beispielsweise die Pagan-Leads etwas aufgesetzt, das Arrangement oft gleichförmig und das Schlagzeug ein wenig saftlos. Die Produktion, grundsätzlich ganz geschmackvoll und hörbar, hätte vielleicht auch ein bisschen weniger Plastikschlagzeugklang und dafür mehr etwas mehr Biss vertragen können. Der Titelsong zeigt mit seinen Reminiszenzen an alte KAMPFAR durchaus, in welche Richtung die Reise gehen könnte, auch wenn hier der Kopfschütteltext mit VARG-Flair ("Kommt schon! Haltet zusammen, hört niemals auf!") für einen bitteren Beigeschmack sorgt.

Aber, nun ja, die Israeliten haben's ja auch nicht sofort beim ersten Anlauf geschafft, den Willen ihres Gottes immer so ganz perfekt umzusetzen. Wenn man bedenkt, dass die schon um die 2500 Jahre üben, sehe ich WOTANS WILLE bei ihrer Erfüllungsmission auf einem ganz guten Weg.


Kommentare




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The Law
melden The Law | 22.04.2013 | 21:23 Uhr

Ich glaub, ich gründe 'ne Persiflage-Band namens WOTANS WILLI...  

melden belus (unregistriert) | 26.04.2013 | 06:35 Uhr

Das einzige was lächerlicher als der name ist, ist das songwriting. Einfallslos und seicht
Dieser band 5/10 geben grenzt an leser verspottung und beileidigt gerade zu mittelmäßige bands.