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CARNIVORE - Retaliation (Re-Release)
Crossover
Label/Kontakt: Metal Mind Productions
15 Songs (66:52)
Webseite: inner-conflict.com

Cover von Carnivore - Retaliation (Re-Release)Als CARNIVORE im Jahre 1985 mit ihrem selbstbetitelten Album auf der Bildfläche erschienen, war die Essenz dessen bereits geradezu vergleichbar mit einer dicken, grünen Rotzladung, die man der gesamten moralischen Gesellschaft höchstpersönlich zwischen die Augen setzt. Fieser, dreckiger und moralisch nochmals inakzeptabeler kamen die Jungs aus Brooklyn zwei Jahre später zurück und lieferten sowohl lyrisch als auch musikalisch abermals das ab, was sich keiner getraute auszusprechen bzw. sich niemand überhaupt nur vorstellen mochte. Die wortgewandten und gleichsam boshaften Texte werden vom Instrumental-Mix aus Thrash Metal und räudigem Punk optimal gestützt.

Eingeläutet durch ein extrem kultiges Intro namens “Jack Daniels and Pizza“, bestehend aus Kotz- und Klogeräuschen, beginnen CARNIVORE alles und jeden zu provozieren. Dementsprechend wundert es alleine angesichts einiger zweifelhafter Titel nicht, dass Peter Steele damals mit Nazi-Vorwürfen konfrontiert wurde, obgleich man sich durch richtige Auseinandersetzung mit der Band davon überzeugen kann, dass CARNIVORE schlichtweg Meister der Provokation waren. Wo wir schon beim Thema sind, Peter Steele trägt mit seinem ungeschliffenen Organ maßgeblich zur aggressiven Stimmung auf “Retaliation“ bei – wobei durchweg zu spüren ist, dass er sich ausschließlich aus dem Bauch heraus auskotzt.

Seit ihrem Debüt-Album haben die Jungs zwar ihren Zynismus in Bezug auf die Texte nochmals wider Erwarten intensiviert, der instrumentale Teil verlagert sich jedoch deutlich in Richtung des Crossover – des traditionellen Crossover. Demzufolge wurden die Thrash-Anteile leicht zurückgefahren, wohingegen deutlich mehr Punk und klassische Hardcore-Einschübe zu vernehmen sind. Das tut der unbändigen Gewalt dieses Silberlings allerdings keinen Abbruch, so würde ich sogar behaupten, dass “Retaliation“ noch ein Zacken uriger, noch ein bisschen erdiger und dreckiger als der Vorgänger ist.

Vollkommen subjektiv betrachtet gefällt mir der selbstbetitelte Band-Einstand geringfügig besser als diese Platte, da mir der Fokus auf die thrashigen Parts mehr liegt. Wer sich bisweilen noch nicht mit CARNIVORE auseinandergesetzt hat, sollte dies schleunigst tun, denn DAS ist Metalcore, DAS ist Crossover und DAS ist eine der bösartigsten Provokationen der Metal-Geschichte!

Punkte: 9/10
(Patrick / 26.07.2008)

Dieser Artikel wurde 1993 mal gelesen.


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    Leserkommentare: (1 Kommentare vorhanden)
    Leserwertung: 8

    Kommentar von blotgroppe 0, malvetrold@gmx.de, 27.07.2008 - 8/10
    Musikalisch kann man Carnivore noch am ehesten mit der Energie der in den 80er Jahren umherbollerndern Metalpunk-Truppen vergleichen oder mit den rotzigeren Type O-Nummern. Textlich gesehen ist diese New Yorker Truppe meinem Wissen nach immer noch ein Unikum, dass über allem herzieht und herfällt, was nicht schon bei 2 auf den Bäumen ist. In etwa so drastisch in ihren Bildern wie die ebenfalls sehr kontroversen OHL, kommt bei den Amis jedoch noch ein ziemlich kompromissloser Batzen Zynismus und Sarkasmus hinzu, so groß, dass es sich über eine eventuelle Botschaft teilweise gar nicht nachzudenken lohnt. Wer eine Definition geistiger "Leck mich am Arsch"-Einstellung braucht, ist hier richtig, und kann verdammt viel Spaß haben. Leute, die allerdings nichtmal die "Titanic" mögen, können gleich verschwinden.
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