DEFUELD - Defueld
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Der Opener "Spawn" hat eigentlich alles, was man unter einem modernen Rock-/Metal-Song versteht. Ordentlich Zug nach vorne, einen ohrwurmträchtigen Refrain, der zum Mitsingen einlädt, und nicht zuletzt für die Band typisch hervorstechende Keyboardklänge. Der Song könnte so problemlos auch im Fernsehen gespielt werden und würde sich bereits nach dem ersten Hördurchlauf in die Gedächtnisse der Zuhörer einnisten. Das nachfolgende "Forever" wirkt als durchschnittliche Rocknummer im Gegensatz dazu denkbar blass. Umso grooviger kommt dafür dann wieder "Endless Roll" daher, das mit einem stimmigen Gitarrensolo in sich einfach abgerundet wirkt. Überhaupt ist die große Stärke von DEFUELD, dass sie es geschafft haben, elf in sich abgeschlossene Songs zu schaffen, nach denen keine Fragen mehr offen bleiben. Ruft man sich wieder in den Hinterkopf, dass es erst das Debütalbum ist, wiegt dieser Umstand umso schwerer. Dieses Gewicht ist man auch gerne bereit zu tragen, habe ich in diesem Genre schon lange keine so starken Balladen gehört, wie sie mit "Waiting In The Wings", "Rather Die Standing" und "Blind" auf den Rundling gebannt sind. In allen drei Fällen – besonders aber im letzteren – kommt der Band die Verwendung des Keyboards natürlich wieder entgegen und ganz nebenbei fällt dabei auch auf, was für eine beachtliche Gesangsleistung Christoffer Wetterström hier eigentlich abliefert. Das ist ganz großes – vor allem immer gekonnt am Kitsch vorbei geschifftes – Kino. Stimmlich sind die Songs sehr variabel, da vier der fünf Musiker letztlich am Mikro beteiligt sind, was sich besonders im mehrstimmigen Endteil von "Crime Of The Century" zeigt. Die Songs müssen eine beachtliche Live-Wirkung entfachen.
Das nahe liegende Problem der Platte ist die Langzeitwirkung. Es wird sich mit der Zeit zeigen, ob "Defueld" stark genug ist den mächtigen Faktor Zeit zu überstehen und auch nach vielen Durchläufen immer noch die Stärken hat wie nach dem ersten Mal. Dafür sind die Songs nämlich vielleicht einen Tick zu eingängig. Dennoch hat die Band hier ein starkes Musik geschaffen und ich würde mir wirklich wünschen, dass sie diesen Erfolg auch mit einem zweiten Album auf ähnlich hohem Niveau wiederholen kann. Das wird nach einer solchen Vorlage alles andere als einfach. Bleiben unterm Strich vorerst sieben starke Punkte.
Punkte: 7/10
(Benjamin / 26.03.2009)
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