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Konzertbericht

KAMELOT

Bei KAMELOT hätten hingegen gerne noch ein paar mehr neue Songs von "Silverthorn" auf der Setlist stehen dürfen. Aber angesichts ihres umfangreichen Hit-Repertoires können es die multinationalen Melodic-Metaller ohnehin nicht allen recht machen und mit dem gefundenen Kompromis lässt es sich auch hervorragend leben. Zwischen Dauerbrennern wie "Rule The World", "Center Of The Universe", und "Karma" fügen sich "Veritas", "Sacrimony (Angel Of Afterlife)" und "Torn" nahtlos ein und bestätigen auch auf der Bühne den starken Eindruck des jüngsten Studiowerks.

Ein großes Highlight ist aber vor allem die Piano-Ballade "Song For Jolee", bei der sich Neu-Sänger Tommy Karevik und Keyboarder Oliver Palotai (dessen Heimspiel heute auch seine Eltern beiwohnen) von ihrer Schokoladenseite zeigen können. Im Vergleich zur Show beim diesjährigen "Bang Your Head!!!" hat Karevik weiter an Sicherheit gewonnen und hebt sich etwas stärker von seinem Vorgänger Roy Khan ab, vor dem er sich auch gesangstechnisch nicht zu verstecken braucht.

Die anderthalb Stunden vergehen wie im Flug, wenngleich insbesondere Casey Grillos Drum-Solo etwas kürzer hätte ausfallen dürfen und man über die Notwendigkeit von Sean Tibbetts Bass-Solo naturgemäß geteilter Meinung sein darf. Immerhin fällt letzteres angenehm kurz und knackig aus und bildet damit einen perfekten Einstieg in den Zugabenblock. Interessanterweise ist nach Oliver Palotais kurzweiliger Keyboard-Improvisation mit Versatzstücken aus Klassik und dem "Fluch der Karibik"-Soundtrack, sowie Tommy Kareviks obligatorischen Mitsingspielchen ausgerechnet Bandleader Thomas Youngblood der einzige, der keinen expliziten Solo-Spot bekommt. Dafür überzeugt der Gitarrist beim regulären Songmaterial umso mehr und lässt sich auch nicht nehmen, in der ersten Ansage des Abends den neuen Frontmann gebührend willkommen zu heißen.

Ein fester Bestandteil des KAMELOT-Ensembles ist inzwischen auch die charmante Background-Sängerin Elize Ryd geworden. Egal ob im pelzbesetzten weißen Mantel oder mit schwarzen Engelsflügeln und Halbmaske sorgt sie so für passende Kontrapunkte zu Tommys Lead-Gesang. Eigentlich scheint es nur noch eine Frage der Zeit zu sein, bis sie von der Band in den Rang eines festen Bandmitglieds erhoben und der Wechsel zwischen männlichem und weiblichem Gesang stärker in den Mittelpunkt gerückt wird.

Bis es soweit ist, lässt sich Karevik aber mitnichten die Butter vom Brot stehlen und überzeugt sowohl in den sanfteren Passagen, als auch bei den kraftvollen Up-Tempo-Hymnen. Natürlich endet der reguläre Set fulminant mit dem gleichermaßen unvermeidlichen wie großartigen "Forever", bei dem auch das Publikum seine überschaubare Größe vergessen lässt und lautstark mitsingt. Für den Zugabenblock hat man sich hingegen mit "Torn" und "Karma" den "March Of Mephisto" aufgehoben, bei dem die Band mit Trommler-Intro und Gast-Growls von BLACKGUARD-Sänger Paul Zinay noch einmal alle Register zieht. Ein würdiger Abschluss für diese grandiose Show, die eine größere Publikumsschar wahrlich verdient gehabt hätte.

 

Setlist KAMELOT:

  • Rule The World
  • When The Lights Are Down
  • The Great Pandemonium
  • Veritas
  • Center Of The Universe
  • The Human Stain
  • Song For Jolee
  • Drum-Solo
  • Ghost Opera
  • Sacrimony (Angel Of Afterlife)
  • Season's End
  • Keyboard-Solo
  • Forever
  • Bass-Solo
  • Torn
  • Karma
  • March Of Mephisto
  • Continuum (Outro)

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