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CD-Review

Strange Rites

Artikel veröffentlicht am 09.10.2012 | 1164 mal gelesen

Das Artwork ist in schwarz-weiß gehalten. In der Mitte klafft ein riesiges Loch mit zerfranzten Ast- und Baumstümpfen die in das dunkle Nirwana hineinreichen. Der Friedhof im ausfüllenden Hintergrund scheint fast in einer optischen Täuschung zwischen Boden und Horizont zu liegen. Dazwischen zerfleischen sich Zombies und andere menschenähnliche Kreaturen, entstiegen aus ihren Gräbern. Warum erkläre ich hier die Dinge, die ohnehin jeder, der mit wenigstes einem funktionierenden Auge ausgestattet ist, selbst wahrnehmen kann? Weil in diesem Fall zwischen Cover und Musik eine Synapse, ja fast schon essentielle Arterie liegt, denn bildlich lässt sich “Strange Rites“ kaum besser vorstellen als es dieses düstere, prähistorisch wirkende Portrait nahelegt.

ABYSME wurden im Jahr 2006 in den Pittsburgh in den Vereinigten Staaten gegründet und spielen tatsächlich kein Black Metal – was man dem Artwork vielleicht fälschlicherweise auch entnehmen könnte. Allerdings hat sich das Trio einer todesmetallischen Spielart verschrieben, die in ihrer zeitlichen Einordnung und der damit bestehenden Abkapslungsdistanz den Schwarzmetall-Ursprüngen gar nicht so weit entfernt ist. Schließlich sind wir alle mal aus derselben Schleimschicht entstanden – das ist beim Metal über kurz oder lang natürlich auch nicht anders, auch wenn diverse moderne Eskapaden den einen oder anderen Historikern die Tränen in die Augen treiben.

ABYSME werden ihren Teil zu Letzterem sicherlich, und zwar unter Garantie, nicht beitragen. Da mag es zwar für manchen ganz toll erscheinen, dass die Amis mit ihrem Schlagwerk noch so richtig blechartig daherscheppern und die Gitarren noch etwas von einem quietschenden Rollladen haben. Richtig. Das hat Charme. Leider liegt die Quintessenz von “Strange Rites“ viel mehr darin, dass die Scheibe dummerweise zu einem großen Teil kerndurchschnittlich ist. Das Ganze ist unheimlich puristisch, unverfälscht mag der verzweifelte Verteidiger sagen, doch durch die kernige Ader kommt noch viel geradliniger herüber, wie wenig Variables und Überraschendes ABYSME doch zu sagen haben. Dass schließlich ein Stück wie etwa “Formless“ dann auch mal einen leicht doomigen oder zumindest walzenden Charakter zu bieten hat, zeigt das der Dreier, neben des reinen Handwerks, doch noch ein paar Lichtblicke zu bieten hat, doch warum sich eine “neue“ gebrauchte Axt eher zweifelhafter inhaltlicher Qualität kaufen, wenn die alten Glanzgeräte a la AUTOPSY, DEICIDE und so weiter noch prächtig funktionieren?


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