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CD-Review

Sick Human Essence

Artikel veröffentlicht am 29.03.2012 | 1139 mal gelesen

Gerade im Death-Metal-Bereich erscheint die italienische Szene in meinen Ohren hochinteressant, denn sowohl quantitativ als auch qualitativ erscheint mir dies als eine der Nationen, wo die Öffnung der Schere derzeit mitunter am Größten ist. Was sind Kapellen wie FLASHGOD APOCALYPSE oder HOUR OF PENANCE doch für urgewaltige Bretter, während im tiefsten Untergrund auch eine ganze Menge Schrott allerletzter Güteklasse herumdümpelt. Dazu gehören die aus Brescia stammenden BLESSED DEAD zwar nicht, denn alleine die musikalischen Fähigkeiten der fünf involvierten Musiker übersteigt das Niveau von Saiten- und Trommeltieffliegern um Welten. Woran es nach gerade einmal drei Jahren Bandexistenz verständlicherweise noch ein wenig hapert, ist die Umsetzung.

Eigentlich bin ich zumindest heutzutage der Überzeugung, dass man mittlerweile auch mit relativ knapp bemessenen finanziellen Mitteln die Möglichkeit hat, eine halbwegs anständige Produktion aus Parkett zu zaubern, die nur noch in Detailfragen, die zugegebenermaßen einiges ausmachen können, von absoluten High-End-Fertigungen unterschieden werden können. Dieses Level erreichen die Italiener mit ihrer ersten EP “Sick Human Essence“ noch nicht, denn stellenweise klingt das Schlagwerk erschreckend dünn und wenig ausbalanciert, genauso wie die Gitarrenarbeit, deren Feinmomente manchmal schlichtweg im etwas undifferenzierten Soundgewebe untergehen.

Wert legen BLESSED DEAD nämlich offensichtlich auf merkliche Melodie-Ausarbeitungen, die deutlich über die Standardform hinausgehen und viel Abwechslungsreichtum und Flexibilität über die Saiten induzieren. Zwar fehlt hier und da manchmal noch ein wenig die dynamische Ader und das Ganze klingt etwas holprig und knöchern (“Secret Of Resurrection“), allerdings existieren ebenso rifftechnische Ansätze, die mir vom Grundsatz recht gut gefallen, aber phasenweise noch nicht so hundertprozentig passend in den musikalischen Background eingearbeitet sind, wie etwa beim zweiten Song “Mental Collapse“.

Mit etwas mehr Erfahrung und damit einhergehender Übung wird es vermutlich von ganz alleine kommen, dass sich die Ausgüsse nicht mehr wie ein invalider Death-Metal-Star anhören, dem man gerade die Krücken weggetreten hat, sondern wirklich als eigene, standhafte Form heranreifen. Was hingegen kaum geht, ist der düster, aber unheimlich nichtssagend daherbellende Gesang, in dem ich kaum noch besonders viel Luft nach oben sehe – da sollte man eventuell nach einer Alternativlösung suchen. Es bleibt ein ganz ordentlicher Ansatz, der zweifelsfrei noch ein wenig Verweildauer im Reifekeller benötigt.


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