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CD-Review

Between Glory And Despair

Artikel veröffentlicht am 23.02.2013 | 2055 mal gelesen

Man kann tatsächlich mit allem ins Klo greifen – eine These, die sich an mancher Stelle schmerzhaft bestätigt. Daran musste ich zumindest denken, als ich das Debütalbum der Holländer ICONS OF BRUTALITY erstmals durch die Anlage sausen ließ. Auch der momentan so umfassend beliebte Schwedentod muss nicht immer in der Güteklasse A spielen. Das hört sich nun vermutlich ziemlich krass an und man wird sich bereits ausmalen, was “Between Glory And Despair“ doch für eine Gülle sein wird, doch diesen Wind kann man an dieser Stelle direkt wieder aus den Segeln nehmen. Die vorliegende Platte ist keineswegs schlecht, handwerklich solide, wenn auch etwas zu leise abgemischt, doch strotzt sie insgesamt vor belangloser Austauschbarkeit.

Zunächst mal agieren die skandinavischen Tulpen nicht unbedingt im gewohnten Sektor einer ausgewogenen Mixtur aus aggressiven Frontalparts und walzendem Charaktergroove, was zunächst schon mal nicht schlecht erscheint, um sich ein wenig aus der grauen Masse abzuheben. ICONS OF BRUTALITY werden ihrem Namen dahingehend viel mehr gerecht und drücken hauptsächlich gewaltig auf die Tube. Die Double-Bass rammt sich fast die komplette Scheibe den Hintern wund und die Gitarren schmettern gängige, schneidende Death/Thrash-Riffs durch die Manege. Dazu keift sich Sänger Jimme ordentlich einen ab, obgleich auch aus diesem Bereich nichts denkbar Ungewöhnliches hervorgeweht kommt.

Um das an dieser Stelle nochmals zu betonen: Ich erwarte sicherlich von keinem Elchtod-Album auch nur irgendeine geringfügige Neuheit, doch die einzelnen Kompositionen fräsen sich auch einfach nicht in das Gedankenfeld des Hörers ein. Im Grunde handelt es sich hier um gleich neun satte Streifschüsse – gut gezielt, und doch verfehlt. In diesem Genre muss es einfach markant scheppern, die Knochen müssen schaben und Charakter soll auch mit von der Partie sein. Das sind alles Attribute, an denen ICONS OF BRUTALITY irgendwie nagen, sie aber dennoch zu erfüllen verfehlen.

Puristen haben “Between Glory And Despair“ vermutlich genauso lieb, wie ein Fußballnarr im Notfall auch mal gegen einen Volleyball tritt. Doch haben wir wirklich diesen Notfall?


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