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CD-Review

Gniew

Artikel veröffentlicht am 16.10.2012 | 927 mal gelesen

Eine ganz spannende Odyssee haben die Polen von INFERNAL DEATH hinter sich. Der klischeehafte Bandname lässt es schon vermuten: Die Gründung der Truppe liegt schon ein paar Tage länger zurück. In diesem Fall rund 21 Jahre. INFERNAL DEATH nahmen damals ein Demo, "Twilight Tales", auf (als Bonus mit auf dieser CD!) und verdünnisierten sich ohne eine weitere offizielle Veröffentlichung 1995. 2009 kam die Truppe in etwas veränderter Besetzung zurück, um mit "Gniew", etwas verspätet vielleicht, das Debütalbum auf die Beine zu stellen.

Nun weiß ich nichts über den möglichen regionalen Kultfaktor von INFERNAL DEATH, aber klar gesprochen: International hat die Band mit "Gniew" keinen Stich zu erwarten. Vielmehr ist das Album vermutlich aus einem persönlichen Nostalgiegefühl der Mitglieder heraus entstanden. "Gniew" bietet zehn Tracks lang Death Metal der klassischen Schule, eher us-amerikanisch als skandinavisch geprägt, und in den bösen Momenten mit leichter Black Metal-Schlagseite. Das, in Verbindung mit dem Herkunftsland Polen, lässt natürlich sofort die VADER- (und mitunter BEHEMOTH-) Assoziation aufkommen. In der Tat sind INFERNAL DEATH stilistisch nicht sooo weit entfernt. Qualitativ aber schon, denn INFERNAL DEATH können zwar trotz einer gewissen Eingerostetheit ganz gut zocken, aber packende Songs schreiben können sie leider nicht. Außer dem Herunterbeten der Death Metal-Standards aus tiefergestimmten Gitarren und groovebemühten Riffs, Doublebass, Blastbeats und dem ein oder anderen Solo bietet "Gniew" nichts. Keinen Hinhörer, kein Killerriff, gar nichts. Die ausschließlich polnischen Lyrics sind auf dem Papier vielleicht eine Erwähnung wert, gegrunzt und geschrien klingt aber doch fast jede Sprache wie die andere.

Da ist, so komisch das klingt, das angehängte Demo irgendwie spannender. Da ist die Musik spontaner, sogar packender, stilistisch wirken INFERNAL DEATH in der 1991er-Version offener in Richtung Thrash, Heavy und anderer Spielarten, und auch, wenn der Sound nicht mal heutigen Heimproduktionen das Wasser reichen kann, hat das Charme. Das kann man leider von dem eigentlichen Album 2012 so nicht sagen. Wäre die Platte 1992 herausgekommen, hätte das vielleicht anders ausgesehen.


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