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CD-Review

Dead Sound Walking

Artikel veröffentlicht am 01.02.2012 | 1668 mal gelesen

Bei dieser Band besteht akute Verwechslungsgefahr! Denn es handelt sich bei KRIEG keineswegs um die alten Black Metal-Helden aus den Staaten, sondern um einen Vertreter der italienischen Thrash-Szene, der gerade einmal sieben Jahre alt ist, noch kein Label von sich überzeugen konnte und mit “Dead Sound Walking“ gerade erst sein Debüt-Album in Umlauf gebracht hat.

Was die vier Herren uns auf diesem musikalisch anbieten ist eigentlich weitestgehend bekannt. Sie wildern grundsätzlich einfach in jedem Revier, das mit Aggression zu tun hat. Die Gesangsarbeit erinnert stark an amerikanische Brüllwürfel wie Rob Dukes (EXODUS) oder Chuck Billy (TESTAMENT). Die Gitarrenarbeit verweist hingegen, ebenso wie das amtlich knallende Drumming, auf die sehr aggressive deutsche Szene, an deren Spitze Bands wie SODOM, KREATOR oder DESTRUCTION stehen. Schließlich ist auch ein gewisser Einschlag aus dem Death Metal nicht von der Hand zu weisen, der die Alpenländer in eine Reihe mit OBITUARY oder DEATH ANGEL stellt. Eigentlich sind das alles großartige Referenten. KRIEG machen jedoch nichts anderes als deren Ideen und Konzepte aufzunehmen und in einem unübersichtlichen und strukturlosen Gemisch zu verwursten. Was ihnen fehlt ist Selbstständigkeit, eine Idee, die ihre Musik von anderen Genrevertretern abhebt und ihnen somit in einer überspielten Nische ein Alleinstellungsmerkmal verschafft.

Nach so einer Idee sucht der Hörer leider vergebens. Ebenso wie nach dem Talent der vier Musiker. Am ehesten kann wohl Schlagzeuger Walter von diesem Vorwurf freigesprochen werden, der einen schnellen und aggressiven Takt vorgibt. Leider können die beiden Gitarristen Friedrich und Gaetano diesem nicht immer folgen, so dass der ein oder andere Timing-Fehler deutlich wird. Auch Sänger Christian kann zwar ordentlich brüllen, ihm fehlt jedoch jegliches Gespür für Melodien. Ist dies im normalen Geschäft eines Thrash Metal-Shouters noch kein allzu großer Beinbruch, wird das immer dann deutlich, wenn er versucht, den Songs eine Wendung zu geben, indem er moderne Vokalarbeit der Marke Rob Flynn (MACHINE HEAD) oder Dave Mustaine (MEGADETH) einfließen lässt. Diese kann ohne gesangliches Talent einfach nicht funktionieren.

“Dead Sound Walking“ ist eines jener Alben, das beweist, dass guter Thrash Metal eben einfach mehr ist als pure Aggression in ihrer musikalischen Form. Zu ihm gehört auch das Gespür für eingängige Melodien und ein handfestes handwerkliches Talent. Beides sucht man bei KRIEG jedoch vergebens. Immerhin dürfte deshalb nicht zu erwarten sein, dass es zu einem Rechtsstreit zwischen den Italienern und ihren amerikanischen Namensvettern kommt. Dafür wird diese Combo zu wenig Aufmerksamkeit finden.


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