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CD-Review

Documentaries Of Dementia

Artikel veröffentlicht am 28.06.2013 | 1349 mal gelesen

Machen wir es kurz und schmerzvoll: NECROTIC DISGORGEMENT bitten nicht auf die Schlachtbank, sie holen dich und ketten dich an. Nur um dich in irrwitzig rasenden 40 Minuten mit präzisen Todesriffs zu zersägen, um Drums wie Knüppelschläge niederprasseln zu lassen und dich mit wütendem Gebrülle und Gekeife in einen blutigen Abgrund zu zerren. Wer genau darauf Bock hat, findet mit "Documentaries Of Dementia" sein bitterböses Glück – hier wird der Wahnsinn tatsächlich dokumentiert und musikalisch wie atmosphärisch in zehn Stücken auf beeindruckende Weise festgehalten.

Vertonter Horror ist im Death-Metal-Sektor gang und gäbe, doch Songtitel wie "Pincushion Pussy", "Crack Whore Compost", "Anal Trauma", "Defecation Delicacy" (ebenso wie "Postmortem Fluid Evacuation" schon auf dem Erstling "Suffocated In Shrinkwrap" platziert) und das fast schon obligatorische Ed-Gein-Thema ("He Wears The Flesh") teilen einem überdeutlich mit, wohin die Reise gehen wird. Inhaltlich und instrumental malträtieren die Schlächter aus Columbus (Ohio) Gehörgang und Magengrube ordentlich – genau das, was die Anhänger ultraharter Musik haben wollen. Brutal Death Metal seit knapp 10 Jahren, interessanterweise immer wieder durch klassisch anmutende Soli unterbrochen. Doch technisch muss die Combo eh erstsahnig sein, sonst kann man das sagenhafte Tempo auf der Bühne entweder nicht halten oder man verfingert sich am laufenden Band. Glaub ich aber nicht und so kommt richtig Lust auf, das Hochgeschwindigkeits-Geballer auch live zu genießen. Denn trotz der Raserei nickt der Kopf so einige Male zu gelungenen Headbang-Passagen.

Was mir etwas fehlt, ist die Abwechslung. Verstehen wir uns nicht falsch, "Documentaries Of Dementia" ist ein klasse Album, doch am Ende hat man eben das Gefühl, nur zwei oder drei Songs gehört zu haben. Ein paar mehr Tempowechsel durch gut gesetzte Breaks wären auf dem nächsten Album wünschenswert. Ähnliches gilt für die Vocals: Die tiefe Stimme ist gut, aber es hätte noch ein wenig mehr vom Krächzen sein dürfen. All das können Genre-Kumpanen wie DYING FETUS und Co. ja auch. Womit die Messlatte weit oben ist, doch das haben sich NECROTIC DISGORGEMENT in meinen Ohren auch erspielt.


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