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CD-Review

Paroxsihzem

Artikel veröffentlicht am 28.11.2012 | 1096 mal gelesen

Fünf Jahre und zwei Demos ("Aesthetic Torture", "Paroxsihzem") – von denen insbesondere das zweite bereits fast die Spielzeit eines regulären Albums aufwies – hat es gebraucht, dann fühlte sich der kanadische Vierer PAROXSIHZEM gestählt genug, um sein gleichnamiges Debüt über Dark Descent Records auf seine verschwindend kleine Zielhörerschaft loszulassen.

So frönt der Toronto-Trupp 37 Minuten lang ruppig-dissonantem Blackened Death Metal mit extrem abgründigem Todesröcheln in bester Craig Pillard-Manier und abstoßender, klaustrophobischer Atmosphäre. Der chaotische Charakter entsteht dadurch, dass das Schlagzeug mit vorherrschenden Blastbeats deutlich lebhafter agiert als die restlichen Instrumente, die schwarze Note resultiert aus der Einbindung luftigerer Tremolo-Texturen in das massive Todesblei-Geschrote. Zwar trägt die Produktion ihren Teil zum beabsichtigt derb-unruhigen Eindruck bei, doch hier ist man selbst für Untergrund-Death-Metal-Verhältnisse übers Ziel hinausgeschossen – besonders in den vielen von Blastbeats unterlegten Passagen klingt "Paroxsihzem" schon sehr breiig, so als wäre es durch eine einen halben Meter dicke Pappwand aufgenommen wurden. Etwas weniger wäre hier mehr gewesen.

Brocken mit ausgedehnten Sprach-Samples ("Deindividuation" und "Godot") bringen einen Hauch Abwechslung ins Spiel, aber dennoch nimmt man die Platte als einen einzigen Wust des Negativen wahr. PORTAL (Aus), MOLESTED oder MITOCHONDRION schweben immer als vage Vergleiche im Raum, aber PAROXISHEM erscheinen noch eine Nuance schroffer, ohne jedoch deren Klasse zu erreichen. Denn wie bei den meisten Bands aus dieser Nische des extremen Metal liegt der Fokus exklusiv auf der Erschaffung einer dichten Gesamtatmosphäre, niemals auf der Qualität einzelner Kompositionen.   

Genauso, wie sich die Zunge zunächst weigert, den Namen von Band und Scheibe korrekt auszusprechen, steht man "Paroxsihzem" nach den ersten Minuten sehr skeptisch gegenüber. Wenn man sich so gut es geht an den nervenaufreibenden Klang gewöhnt hat, muss man PAROXSIHZEM immerhin zugestehen, hier finsteren Lo-Fi-Death-Metal mit völlig unkommerzieller Ausrichtung – aber eben auch ohne besondere Momente – erschaffen zu haben.


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