The Panic Broadcast
Artikel veröffentlicht am 18.06.2010 | 8130 mal gelesenAuch wenn man wie ich zu denjenigen gehörte, die der letzten SOILWORK-Scheibe trotz aller Kritik ein bisschen was abgewinnen konnten, so musste man doch objektiv eingestehen, dass es "Sworn To A Great Divide" doch an so ziemlich Allem mangelte, was die Schweden noch einige Jahre zuvor zu einer der wichtigsten Bands des Melodic Death/Modern-Metal-Bereichs machte. Die Scheibe war insgesamt zu poppig, zu mainstreamig und zu harmlos produziert, um zu den essentiellen Releases der Band gezählt werden zu können. Der Ausstieg von Gitarrist und Hauptsongwriter Peter Wichers kurz zuvor schien dann doch seine Spuren zu hinterlassen.
Mit seiner nun erfolgten Rückkehr verhält es sich nicht anders. Er und der neue zweite Gitarrist Sylvain Coudret sind es nun, die einen offensichtlich nicht geringen Anteil daran haben, dass "The Panic Broadcast" einem Befreiungsschlag gleichkommt. Plötzlich sind all diese Dinge wieder da, da Alben wie "Natural Born Chaos", "Figure Number Five" und irgendwo auch "Stabbing The Drama" so wertvoll machten. Die Riffs, die Aggression, die Melodien, der Death Metal-Einfluss. Oftmals scheinen sogar die ganz frühen Werke der Schweden hindurch und das ein oder andere "A Predator's Portrait"-Deja-Vu ist nicht ausgeschlossen. So etwa beim Opener "Late For The Kill, Early For The Slaughter", eine stellenweise schon fast punkig anmutende schnelle und harte Nummer, oder "Deliverance Is Mine", die beide sehr songorientiert und eingängig klingen, aber fast ohne cleanen Gesang, dafür mit gewaltiger Energie durch die Boxen rauschen.
"Night Comes Clean" unterstreicht wieder die besondere Fähigkeit der Band für die Vermischung von Härte und Melodie und tritt den Beweis an, dass diese in den letzten Jahren viel zu überpräsente Art des Songwritings bei SOILWORK immer noch mit am Besten klingt. Der Song ist stellenweise sogar leicht progressiv und versprüht über weite Teile ein dezentes 80er-Feeling. "Epitome" ist der vielleicht ruhigste und melodiebasierteste Song des Albums, ein immernoch geschliffen scharfer und grooviger allerdings, der mit einem poppigen Trällerliedchen wie "Exile" nicht viel zu tun hat. "The Akuma Afterglow" bietet SOILWORK-typische Kost. Ein Track, der mit einem Mega-Refrain aufwartet, wie man ihn von der Band hauptsächlich aus den Jahren 2001 bis 2003 kannte. Ein echter Hit. Ähnlich "Two Lives Worth Of Reckoning", die komplexen Riffs, die Strophen, der Gesang, alles wieder da. "The Thrill" könnte von der Art des Arrangements aus den "Stabbing..."-Sessions stammen, der arg penetrante Schlagzeug-Sound genannter Scheibe ist jedoch einer komplett makellosen Metal-Produktion gewichen. Sänger Speed experimentiert in manchen Songs ein klein wenig herum, ohne, dass seine Versuche zu aufdringlich fortschrittlich wirken. Er ist es, der vor allem "Let This River Flow" mit seinem leicht experimentellen Mittelteil aufwertet, beim Intro vom abschließenden "Enter Dog Of Pavlov" sorgen die Gitarristen zum ersten Mal bei SOILWORK für ein überaus episches Feeling. Schöne, sowohl mal fiedlige wie auch melodische Soli gibt es auch in großer Zahl, beide Gitarristen drücken "The Panic Broadcast" ihren Stempel auf.
Man muss das alles immer noch nicht innovativ finden, dafür haben vielleicht zu viele Bands gefallen an dem gefunden, was SOILWORK ihrerzeit (mit-)gestartet haben, und man muss die neue Scheibe auch nicht auf die qualitative Stufe der genannten Killer-Scheiben setzen. Man muss aber, gerade als Fan, der die Musik von SOILWORK für das schätzt, wofür sie eigentlich steht, "The Panic Broadcast" antesten und sich davon überzeugen lassen, dass "Sworn To A Great Divide" eben NICHT die Marschroute für die Zukunft ist.
Ein erstklassiges Album, für mich sicherlich sogar ein Highlight des Jahres.
- Autor
- Tags











Hm... eher versucht da jemand, einen Trend zu erhalten... ohne Esprit der Gesang, inzwischen genauso tönend wie der jeder 0815-Corekapelle und Wichers zurück? Merkt man nicht. NBC war gut, danach gab es endlos Selbstplagiat. Diese Refrains...
SOILWORK hatten sich vorgenommen, der komatösen europäischen Metalszene in bester Travolta-Manier eine Spritze Melo-Death (?) mitten ins Herz zu rammen, in der Hoffnung, dass man es so vielleicht noch ins nächste Krankenhaus schafft....
Das ist aktuell wohl die konformistischste, verabscheuungswürdigste Form von extremer Musik. Labels wie Nuclear Blast werden nicht müde, Bands rauszubringen, die alle gleich klingen. Aber SOILWORK klingen nicht mal so schlecht. Komisch....
Melodic-Death? Ich fühle mich etwas in die irre geführt. Ich habe nach dem positiven Review bei Amazon reingehört, da Melodic-Death eigentlich eine meiner liebsten Sparten ist, und war dann ganz schockiert ob des schrecklichen...
Versuchen eigentlich alle mittlerweile ein eigenes Review in den Kommentaren mit ner tollen Note zu schreiben? Kann man nicht einmal die Platte kommentieren? Natürlich ist das kein Melodic Death der alten Schule, warum auch, die Band macht ein...
Kann Lootz nur zustimmen. Einfach erbärmlich dieser krampfhafte Konservativismus. The Panic Broadcast ist zwar keine Überscheibe geworden, aber dennoch eine deutliche Steigerung zum letzten Album und im oberen Drittel des modernen und...
Beleidigte Fans:-D Könnt ihr euch nicht mal intelligent wehren? Argumente für solche Schablonenmucke bringen? Nö... SOILWORK können Musikkennern, Leuten mit Hintergrundwissen nicht gefallen. Da muss niemand was kaputtreden;...
Fan? Wenn Ich Fan sein soll, wärst du ja eindeutig dem \"Hater\"-Staus zuzuordnen. Doch von solchen schwachsinnigen Begriffen sollte ein objektives Review nicht beeinflusst sein. Und allein die Tatsache, dass du mit deiner Wertung noch...
Das Schlechtgerede von Musik, die offensichtlich von Fans gut gefunden wird, ist doch der größte Schwachsinn seit Jahrzehnten. Das Argument lautet: Die Musik gefällt. Mit dem Affentanz, den du zu diesem Thema veranstaltest, verspielt...
Es war IMMER dein GROßER Irrtum, zu glauben, was vielen gefällt, müsse demnach gut sein. Fans finden auch Gefallen an Bohlen, Raab, den Hertel-Zwergen oder Lena. Trotzdem sind sie es nicht. Sie VERKAUFEN sich gut. GUTE Musik, die sich...
Ich stehe nicht unbedingt auf Schlammschlachten in Kommentar-Funktionen. Aber es ist frech, sich einzubilden, man habe selbst den Sachverstand mit Löffeln gefressen und spricht ihn anderen ab, und möchte dann ausgerechnet von denen, die man...
Ich versteh diesen ulkigen Menschen auch nicht, gerade für seine unglaubliche Kompetenz die er uns in seinem letzten Kommentar vermitteln will. Gut, ich bin auch kein Fan von Sonic Syndicate, ich halte die Band eher für...
SONIC SYNDICATE, SCAR SYMMETRY, SOILWORK – alles Referenten musikalischer Verarmung.
...ach Leute - was geht denn hier ab? Solche im Kommentarfeld ausgetragenen Schlammschlachten sind doch ätzend. Das ewig leidige Thema: "Musikgeschmack" und die pseudowissenschaftlichen Diskussionen der "Kenner". Es reicht...
Hui hier gehts ja ab! Also ich war ja nie ein großer Soilwork Fan aber die Scheibe stellt rein musikalisch einen großen Schritt in die richtige Richtung dar. Was die Instrumentalfraktion hier bietet ist doch deutlich anhörbarer als...
So, so. Stendahl stellt sich hier also hin und glaubt, er sei der unfehlbare Musikpapst. Wie affig ist das denn? Ist doch völlig wumpe, ob Soilwork heutzutage irgendwas mit Death Metal und der ach so tollen Trveness zu tun haben oder peng. Sie...
Hab mir dieses Album gekauft ohne zu wissen was mich erwartet. Hat meinen Geschmack nicht getroffen.
Kann dem Review nur zustimmen. Fette Prdoduktion, kreatives Riffing, meiner Meinung nach sehr inspirierte Vocals.
Mich hat das Album weggeblasen. Nach dem ebnttäuschenden letzten Album keine Selbstverständlichkeit.