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CD-Review

Katharsis

Artikel veröffentlicht am 18.01.2013 | 1524 mal gelesen

Als junges, erst 2011 gegründetes Quintett haben SOULREAVER aus dem Kölner Raum noch die Möglichkeit, zu lernen. Etwa, dass man der Promo-Kopie seiner ersten EP beziehungsweise beiliegendem Infozettelchen neben dem üblichen Blabla doch bitteschön wichtige Informationen wie die Liedtitel entnehmen können sollte – um den Rezensenten diese nicht auf Youtube mühsam zusammensuchen lassen zu müssen und ihn damit bereits im Vorfeld zu entnerven. Na, geschenkt. Widmen wir uns der Musik.

Die Seelenräuber haben sich dem melodischen Death Metal verschrieben, orientieren sich bei ganz leichten Black-Metal- und Thrash-Umwehungen unverhohlen an den klassischen schwedischen Bands. Der gemäßigte Kreischgesang bewegt sich qualitativ immerhin im Genre-Mittelfeld, die den Sechssaitern entlockten Tonfolgen riechen aber teilweise arg hausbacken und nehmen dadurch auch angenehm aggressiven Stücken wie "Let Them Burn" und "Bounty Hunter" etwas den Wind aus den Segeln. Glücken jedoch potentere Motive, resultieren daraus fast zwangsläufig stärkere – "When Steel Replaces Flesh" – bis den Rest deutlich überstrahlende – der abschließende, Melodie und Wucht gekonnt paarende Siebenminüter "To Conquer The World" – Kompositionen. Es beschleicht einen der Eindruck, dass für "Katharsis" relativ leicht noch mehr drin gewesen wäre. Wie? Man hätte die Richtung des Marsches entlang der ausgetrampelten Pfade mit nur einem Hauch mehr Charakter entscheidend korrigieren, dazu die letzten fünf bis zehn Prozent Energie aus sich herauskitzeln können.

So jedoch zeigt "Katharsis" lediglich in seinen oben genannten starken sieben Minuten ("To Conquer The World"), dass SOULREAVER es definitiv können, so sie denn wirklich wollen. Im Kontrast etwas unspektakulär erscheint der Rest, die "nur" annehmbaren Momente. Damit sind die Fünf unterm Strich eine ordentliche Melodic-Death-Nachwuchstruppe auf JuZe-Niveau – mit interessantem Logo und gar einem kleinen Gassenhauer im Gepäck. Nach oben, aber auch nach unten ist also viel Luft. Warten wir ab, was die Zeit bringt.


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