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CD-Review

Secret Veils Of Passion

Artikel veröffentlicht am 28.12.2011 | 3362 mal gelesen

Ein unerwartetes Highlight steht uns Anfang Januar ins Haus: Die Mexikaner DIES IRAE haben sich nach acht Jahren kreativer Pause für eine dritte Langrille zusammengefunden, und die hat es in sich. "Secret Veils Of Passion" ist eine abenteuerliche Reise durch einen geschickt zusammengefügten Mix aus Progressive-Rock-Elementen, Doom-Metal-Passagen und Jazzcore-Momenten, denen man als Ganzes begegnen muss. Einen einzelnen Song herauszupicken schadet dem Fluss der Songs, deren Aufbau vom Anfang bis zum Ende bewusst gewählt ist. Erinnerungen an ältere PINK FLOYD oder neuere ULVER mit einbezogen.

"Want" eröffnet das Album sehr ruhig und gefühlvoll, während sich nach und nach einige jazzige Passagen zum Song gesellen, bevor Sänger Dah charismatischen Klargesang präsentiert, der sich in Post-Rock-Atmosphäre bettet und leicht träumerisch wirkt, und nahtlos ins düstere "To" übergeht, das weniger experimentell aber sehr avantgardistisch und düster wirkt und auch nur einen Übergang zum leicht träumerischen "Tree" darstellt.

Erst mit "For" offenbart die Band ihre aggressive Seite: Melodisch gespielter Death Metal prägt den vierten Song, der für einen kurzen Augenblick ins Träumen gerät, nur um danach gleich wieder Fahrt aufzunehmen. Auch die Shouts von Sänger Dah fügen sich den Melodielinien einvernehmlich und niemals unpassend.

"Fight" reduziert sich im Anschluss erneut auf eine atmosphärische Dichte, die von ruhigen Vocals getragen wird und letztendlich in das neunminütige "E7en" hinübergleitet, der sämtliche Register zieht: Doomige Passagen werden von jazzigen Gitarrensoli abgelöst und mit emotionalem Gesang aufgefangen, so dass dieser Song eine kompakte Einheit bildet, obwohl man zunächst meinen könnte, die unterschiedlichen Stilrichtungen schließen sich aus.

Der gesprochene Gesang im folgenden "Hate" erinnert phasenweise an MY DYING BRIDE oder KATATONIA, und bündelt die Essenz dieses Albums in einen Song: Growls überlagern Clean Vocals und man spürt die doomige Basis der Komposition, die sich tonnenschwer über das eigene Herz legt und in die Tiefen aus Schmerz und Hass hinabzieht, bevor die zweite Hälfte rasende Wut entlädt.

"Secret Veils Of Passion" ist ein einzigartiges Experiment, das man erlebt haben soll. Die saubere aber nicht sterile Produktion und extravagante Kompositionen sind ein Erlebnis für sich, das jeden Fan von PINK FLOYD, ULVER, KATATONIA und mit Abstrichen auch von MY DYING BRIDE zu begeistern mag.


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