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CD-Review

The Book Of Kings

Artikel veröffentlicht am 10.11.2011 | 1813 mal gelesen

Funeral Doom ist nach wie vor eine ziemlich versteckte Nische innerhalb des Wusts an Genres, die heute den Metal bestimmen. Viele Bands drücken sich dort in schattigen Ecken rum, machen ihre Musik dafür aber für ein handverlesenes Publikum. Bands wie AHAB und die Norweger FUNERAL haben es mal etwas weiter in den Mittelpunkt des Geschehens gebracht, allerdings wirken sie im Vergleich zu den hier ins Zwielicht tretenden Australiern MOURNFUL CONGREGATION wie wahre Frohnaturen.

Und das Quartett ist alles andere als grün hinter den Ohren. "The Book Of Kings" ist das vierte Album in 15 Jahren Bandgeschichte. Trotzdem, zu mehr als ein wohl gehüteter Geheimtipp zu sein, hat es bislang nicht gereicht. Allzu verständlich, denn leicht verdaulich oder zugänglich sind die vier überlangen Songs des Albums nicht. Schon der Opener „The Waterless Streams“ kommt auf knapp zwanzig Minuten, die einen hinabziehen in die hoffnungslose Welt der Australier. Schwere Gitarrenwände türmen sich dicht und grau vor einem auf, werden abgelöst von epischen, in die Länge gezogenen, wehklagenden Riffs, und egal ob Damon Good growlt oder klagend singt, er tut es gefühlvoll, intensiv und ergreifend. Dass das Ganze aber nicht nur schwer im Magen liegt, sondern auch ein Hort der Ruhe sein kann, beweist "The Bitter Veils Of Solemnity". Immer noch von tiefer Traurigkeit erfüllt, gelingt es MOURNFUL CONGREGATION, mit halb-akustischen-Gitarren, hallendem Gesang und einem selten überhaupt auftauchenden Schlagzeug stimmungsvoll für Entspannung zu sorgen. Dem Schlussakt und gleichzeitigem Titeltrack kommen dann gleich noch über dreißig Minuten Spielzeit zu, dabei sind die Australier aber so abwechslungsreich wie möglich und bauen ein Songgebilde aus mächtig dröhnenden Gitarren und in die Länge gezogenen, epischen Leads, dass die Zeit recht schnell vergehen mag.

"The Book Of Kings" zelebriert die Hoffnungslosigkeit, verpackt sie in schwerste Brocken, die in Zeitlupe vom Himmel fallen, und lassen den Hörer zwischendurch immer wieder an den schönen, aber zutiefst traurigen Leads verzweifeln – wunderbar. Mit wenigen Längen gespickt, ist das vierte Album der Australier vielen Genrekollegen ein ganzes Stück voraus, denn Langeweile kommt fast nie auf. So schön kann Trauer manchmal sein.


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duhastmich
melden Wertung 09/10 duhastmich | 25.09.2012 | 18:49 Uhr

Epische Funeral Doom Metal Album