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CD-Review

Kiasma

Artikel veröffentlicht am 17.04.2013 | 768 mal gelesen

Drone und (Dark) Ambient - das ist ja im Allgemeinen eine Mischung, die oft verwendet wurde und nichts besonders neuartiges darstellt, im Grunde genommen ja sogar zu den Klischees des Genres gehört. Im Falle von ONEIROGEN, einem Ein-Mann-Drone-Projekt aus New York, wird diese Symbiose jedoch noch ein ganzes Stückchen weitergetragen. So finden sich Gitarren auf dessen dritten Output "Kiasma" zwar durchaus auch, sind aber bei weitem nicht der dominante Bestandteil dieses Albums, stattdessen wird viel, viel mehr Wert auf eine rein elektronische Instrumentierung gelegt, die Gitarre wird zum Beiwerk degradiert, sodass "Kiasma" eigentlich eher ein Electro- denn ein (in welcher Abstufung auch immer) Metalalbum ist.

Dennoch geht dieses Konzept durchaus auf und dürfte auch Freunden des eher klassischen Drone-Dooms zusagen: Wabernde Ambientsphären legen den Grundstein für die Atmosphäre, die dann immer wieder dazukommende Gitarre verstärkt diese und wird nur selten ("Imminence") zum führenden Instrument, dazu gesellt sich die Elektronik als Leadinstrument. Dadurch wird eine durchaus hypnotische, aber auch irgendwo unterschwellig bedrohliche, unheimliche Atmosphäre geschaffen, die sowohl Freunden von Dark Ambient als auch Drone-Doom-Fans zusagen dürfte. Besonders hörenswert ist in dieser Hinsicht das knapp 15-minütige Herzstück "Katabasis", das gekonnt den Teppich aus hypnotischem Versinken und hintergründiger Unheimlichkeit immer weiter aufbaut, fast bis zur unaushaltbaren Spannung - dem Hörer aber kurz, bevor es zu viel wird, doch wieder ein bisschen Luft zum atmen lässt.

Allerdings muss ich auch dazusagen, dass die Stücke um "Katabasis" herum nicht immer auf dem gleichen Niveau funktionieren, so ist das nur knapp dreiminütige "Gauze", das ich fast 'nur' als Übergangsstück zwischen "Katabasis" und dem abschließenden "Mortisomnia" ansehen möchte, schon etwas plump und wenig atmosphärisch geraten, auch "Mutilation" kann nicht gänzlich überzeugen.

Alles in allem ist "Kiasma" jedoch ein Album, das durchaus seine Stärken hat. Metalfans aufgepasst, das hier ist wie gesagt mehr elektronischer Dark Ambient denn Metal - aber wer Drone im Allgemeinen mag, dürfte auch an ONEIROGEN gefallen finden.


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