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CD-Review

Essence

Artikel veröffentlicht am 09.08.2010 | 1293 mal gelesen

Einen Exotenbonus dürfte sich das Einmann-Projekt SADAEL zumindest durch seine Herkunft gesichert habe. Aus Armenien ist mir musikalisch bisher nichts näher bekannt. So weit so gut, etwas skeptisch ob der Qualität stimmen mich aber die Informationen, dass innerhalb eines Monats zwei Alben des Herren erschienen sind, das mir vorliegende "Essence" und "Diary Of Loss". Andererseits scheint solch eine Veröffentlichungspolitik in Ambient-Kreisen nicht unbedingt fernab der Tagesordnung zu sein, dementsprechend lohnen sich Spekulationen diesbezüglich wohl kaum.

Beim Stichwort "lohnen" sind wir auch schon mitten in der Rezension, denn "Essence" lohnt sich nur zwischenzeitlich und mein Verdacht, dass sich die auf der Label-Homepage angekündigten J.S.Bach-Zitate dafür verantwortlich zeigen, steigt mit jeder Sekunde der Spielzeit. Denn SADAEL bietet ausladend langgezogenen Funeral Doom respektive Keyboard-Geschwurbel, das sich in einen Dark-Ambient-Mantel hüllt. Auf wirklich dunkle, dem Realitätsverlust nahe bringende Parts wartet man allerdings vergebens. Lediglich gegen Ende kommt mal etwas Stimmung auf, denn immer dann, wenn SADAEL das eingefahrene Gleis verlässt und beide Stile geschickt kombiniert, gelingt ihm so einiges. Als wirklich schön herauszuheben ist beispielsweise der Beginn des Titelstücks, der mit sanftem Geklimper anfängt, durch eine hohe Gitarre ergänzt wird und dann irgendwo an der Grenze zum Kitsch in den eigentlichen Song mündet – gar nicht verkehrt. Leider passieren solch erhebende Momente viel zu selten und die zähen Funerl Doom Parts wären wenigstens Durchschnitt – wäre da nicht dieses Knurren, das eher nach einem Hund als nach einem Menschen klingt. So kann man‘s sich noch weiter versauen. Dass die Keyboards wenig spektakulär sind, lässt sich oben erahnen, lediglich "Particles" wirkt zeitweise unterhaltsam, da abwechslungsreich und dynamisch – spektakulär ist anders.

Schade, dass SADAEL viel zu selten den Mut aufbringt, mal einen Versuch zu wagen: Denn im Ansatz gibt es auf „Essence“ einiges zu entdecken, das Hoffnung auf mehr macht. Im Gesamten gesehen ist die knappe Dreiviertelstunde aber zu ermüdend, als dass ich sie wirklich empfehlen könnte. Armenia four Points!


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