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CD-Review

Ave Maria

Artikel veröffentlicht am 11.08.2012 | 3160 mal gelesen

Wer bei einer reinen Betrachtung des Albumtitels "Ave Maria" zunächst vielleicht tatsächlich noch an etwas Heiliges denken sollte, dürfte diesen kurzfristigen Gedankengang dann ziemlich schnell wieder verwerfen. Dazu trägt alleine schon die Optik der sechs Herren aus dem Osten der Republik bei, die bereits mit ihrer militärisch-dreckigen Maskerade einen "extremen" Eindruck hinterlassen wollen. OST+FRONT nennt sich die Berliner Formation, die auf provozierende Art und Weise der Gesellschaft mal wieder den Spiegel vor die Nase heben will. Nachdem der Bandname OSTFRONT in den Anfangstagen der Formation dann anscheinend doch nicht so gut ankam, setzte man kurzerhand ein "+" dazwischen, Sänger Chris L. (Frontmann von AGONOIZE) ist inzwischen auch nicht mehr dabei und stattdessen hat man sich gleich noch seltendämliche Pseudonyme wie Herrmann Ostfront, Siegfried Helm oder Eva Edelweiß verpasst. Nun ja...

Zur Musik: Nach kurzem und eher tragenden Intro starten OST+FRONT im Rahmen von "911" dann auch gleich durch mit deftigen Gitarrenriffs, heftigen Drums und druckvoller Elektronik sowie in diesem Fall politisch/religiös angehauchten deutschen Lyrics ergänzt mit typischen NDH-Vocals, die einen unweigerlich an RAMMSTEIN denken lassen. Noch deutlicher wird diese Ähnlichkeit beim folgenden "Ich liebe es", das einen sowohl von der gesanglichen Gestaltung inklusive dem rollendem "r" her, als auch bezüglich des hymnisch anmutenden Refrains an zahlreiche Klassiker aus dem Hause RAMMSTEIN denken lässt.

Dieses Phänomen zieht sich dann quasi durch das komplette Album, sei es beim etwas ruhigeren "Dawaj Dawaj", dem eingängigen "Ein alter Mann" oder dem in jeglicher Hinsicht doch ziemlich plumpen "Gang Bang". Ob OST+FRONT mit solchen Songs nun tatsächlich provozieren, ihren Zynismus erfolgreich ausleben oder sich eher lächerlich machen, sei an dieser Stelle der Einschätzung eines jeden selbst überlassen.

Als Fazit bleibt festzustellen, dass "Ave Maria" zwölf überwiegend eingängige und kurzweilige Songs im Angebot hat, die stellenweise durchaus unterhaltsam sind. Inhaltlich ist das alles aber wie bereits erwähnt "Geschmacksache" und musikalisch kopiert man doch ziemlich hemmungslos die Herrschaften von RAMMSTEIN. Innovation darf man auf "Ave Maria" somit also nicht erwarten, zumindest RAMMSTEIN- und den Durchschnitts-NDH-Hörern dürfte dies dann aber eventuell auch völlig egal sein...


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