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Cryptex - Live At De Bosuil

Cryptex

"Live At De Bosuil"
DVD-Review, 1260 mal gelesen, 02.12.2012 Wertung 07/10

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Good Morning, How Did You Live?

Artikel veröffentlicht am 31.03.2011 | 3400 mal gelesen

CRYPTEX ist schon wieder eine Band, die eigentlich gar keinen Metal spielt, einem neugierigen Metaller jedoch zumindest einen gönnerhaften Kommentar abverlangen kann. Die ziemlich packende Mischung aus verschiedensten Stilrichtungen, darunter auch z.B. Blues, Gospel, oder Sleaze-Rock, mag mitunter etwas verwirren, stiftet aber grundsätzlich gute Laune. Die dominierenden Spielarten mögen auf diesem Debutalbum der drei eigenwilligen Jungs aber wohl Folk-Rock und Rock sein, genau festlegen möchte ich mich da aber nicht.
Die Lieder treiben alle ziemlich nach vorn, was nach einiger Zeit allerdings eher stört als motiviert. Selbst bei den ruhigeren Stücken hat man das Gefühl, als ob man musikalisch nach vorne stolpert. Im Gesamtbild wirkt das dann wie ein völlig hyperaktives, atemloses Album, das dem Hörer nicht eine kleinste Pause gönnt. Unterstützt wird der Eindruck von Simon Moskons ziemlich exzentrischer und nervenaufreibender Stimme, die durch genau zwei Facetten glänzt: clean und hektisch und angezerrt und hektisch. Dazu kommt dann auch noch die recht hohe Vielfalt an eingesetzten Instrumenten, die sich scheinbar ständig abwechseln (das ist aber ein rein subjektiver Eindruck und vermutlich nicht richtig)... Wenn man dann endlich durch ist, möchte man nun wirklich eine Pause. Gibt's aber nicht - die meisten Melodien wird man nämlich so schnell nicht wieder los. Die hängen im Ohr wie Lemmy an der Theke nach Zapfenstreich...

All das hat mich zu der Erfindung eines neuen, bahnbrechenden und politisch völlig unkorrekten Genres geführt: I proudly present: ADHS-Rock! Aber ganz ehrlich: ich meckere auf ziemlich hohem Niveau. Schlechte Musik machen CRYPTEX nun wirklich nicht. Sowohl die Kompositionen wie auch das Arrangement sind gut durchdacht und mehr als gekonnt. Und Simons Stimme besticht durch die absolute Exaktheit und Prägnanz. Alle drei scheinen wirklich Könner zu sein und haben ein vergnügliches, unterhaltsames Album auf die Welt gebracht, das auch noch in einem sehr schönen Digipack daherkommt.

"Good morning, how did you live" ist ein Album, das mich zwiegespalten hat. Eigentlich ist das alles gar nicht mein Ding. So hopsige, flopsige Musik habe ich das letzte Mal zwischen Klingelstreichen und Kakao mit Kuchen gehört. Dennoch gefällt sie mir so gut, dass ich die Scheibe, ohne rot zu werden, auch vor unserem lokalen Bikerclub auflegen würde. Ziemlich widersprüchlich, oder? Aber so ist CRYPTEX wohl eben – voller Fragezeichen und schlecht zu beschreiben, geht aber vom Ohr direkt ins Bein und kann einen voraussichtlich effektiv durch einen Beginnenden Frühling bringen. Vor dem Kauf aber bitte unbedingt online Reinhören!


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