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CD-Review

Addicted To Decadence

Artikel veröffentlicht am 24.08.2012 | 887 mal gelesen

Die guten Ansätze dieses im Wesentlichen vollkommen verzichtbaren Longplayers ist die Tatsache, dass der skandinavische Metal-Einfluss tatsächlich hin und wieder in den Kompositionen durchschimmert, und dass die Produktion ziemlich professionell klingt. Ansonsten überwiegen auf "Addicted To Decadence" aber die Nachteile erheblich. NAUGHTY WHISPER spielen eine Art poppigen Metal, nennen das Gothic, sind aber noch weniger düster als ihre Brüder im Geiste DEATHSTARS. Im Grunde ist die Scheibe eine Ansammlung unerheblicher Mittelklasse-Songs, die auch textlich keinerlei Klischee außen vor lässt. Der Gesang ist biederer Durchschnitt, das Songwriting sogar noch eine Stufe darunter, und instrumental passiert außer ein paar CHILDREN OF BODOM-mäßigen Keyboard-Spielereien auch nicht viel.

NAUGHTY WHISPER stapeln musikalisch tief und dürften aufgrund ihrer inkonsequenten stilstischen Zugehörigkeit auch Probleme haben, eine Zielgruppe zu finden. Der Versuch, ausladende Ohrwurm-Hooklines zu kreieren scheitert in beinahe jedem Song kläglich, und die gar furchtbare Intonierung der englischen Sprache von Sänger Andy Star, der zudem selten mal einen schwierigeren Ton trifft, trägt ihren Teil zum ziemlich zerfahrenen Eindruck bei. NAUGHTY WHISPER sind nicht gefährlich, nicht beeindruckend, sie reißen nicht mit und transportieren keine Emotionen, allerhöchstens ein klein wenig guten Willen. Das ist angesichts der schieren Masse an Veröffentlichungen einfach viel zu wenig.

Es kommt selten vor, dass es über einen Release mit nahezu 40 Minuten Musik so wenig zu sagen gibt.


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