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CD-Review

The Entry Point

Artikel veröffentlicht am 12.07.2012 | 1193 mal gelesen

Die Finnen PSYCHEMA legen heuer mit “The Entry Point”, nach einer EP aus dem Jahr 2008, ihr offizielles Debütalbum vor. Laut dem Infoflyer spielt das Quintett Progressive Metal. Naja, wenn man das Wort progressiv im ursprünglichen Sinn nimmt, stimmt das sogar in gewisser Weise. Stilistisch eingeschränkt sind die Mannen um Sänger/Gitarrist Tomi Kavalla jedenfalls nicht. Allerdings sind sie auch nicht so mutig, wie man es sich wohl wünschen könnte.

PSYCHEMA fühlen sich sowohl dem Death Metal, als auch Gothic Metal und – wie oben erwähnt – Progressive Metal zugetan. Wobei sich das progressive Element in der Musik von PSYCHEMA nicht so sehr auf Frickel-Passagen aufbaut, sondern vielmehr durch die Verschmelzung der genannten Ingredienzen. Das ist ein gewagtes Unternehmen und insgesamt befinden sich die Finnen auf gar keinem schlechten Weg. Wie so oft, krankt es dann aber an der Umsetzung der gesetzten Ziele. “The Entry Point” klingt nicht so wirklich bis zu Ende gedacht. Man kann erkennen, dass sich die Band Gedanken bei ihren Kompositionen gemacht und versucht hat das auch umzusetzen. Dabei entstehen Songfragmente, die das Potential von PSYCHEMA durchaus zu Tage fördern. Auf der anderen Seite gibt es viel zu viel Kitsch, wie in “Antiparticle” zu hören. Insgesamt ist der Kitschanteil auf dem Debütalbum der Finnen einfach zu hoch. Das war schon Mitte der Neunziger, als das Gothic-Genre gerade seinen Höhepunkt erfuhr, auch schon nervig, gehörte aber irgendwie dazu. Heute kann man mit solchen Sounds höchstens noch verträumte Teenie-Goten aus dem Keller hervorlocken und begeistern.

Die kitschigen Keyboards sind aber nicht das primäre Problem auf “The Entry Point”. Das ist die Band selbst, die nicht genau weiß wo sie hin will. So wirken beispielsweise Death-Metal-Elemente lieblos an Gothic-Metal-Sounds gepappt, die dann in einen getragenen Pianopart über zu gehen. Das will alles nicht so recht zusammen passen und wirkt ziemlich wie auf dem Reißbrett konzipiert – was es nicht ist, die Sache aber nicht besser macht. Dass die Band Talent hat, zeigen Nummern wie “The Past”, die wirklich unter die Haut gehen und dabei (relativ) frei von Kitsch daher kommen. Hier kommt auch die Stimme von Frontmann Tomi richtig zum Tragen und er klingt, als hätte er nie etwas anderes gemacht. Bei vielen der zehn Nummern ist das anders. Zwar verfügt Kavalla über ein großes Spektrum und erinnert in seinen besten Momenten an eine Mischung aus Pete Steele und Fernando von MOONSPELL. Ansonsten passt er sich den Kompositionen an und man hat das Gefühl, er weiß nicht wo er hin will.

Insgesamt muss man “The Entry Point” attestieren, dass der Platte ein roter Faden fehlt. Die Mängel im Songwriting sind noch zu ausgeprägt und auch an nachhaltigen Hooklines sollte die Band arbeiten. Genrefreunde (ich meine jetzt Gothic Metal) dürfen gerne ein Ohr riskieren. Ich persönlich habe über die ganze Albumdistanz das Gefühl wieder bei einigen Bierchen im Keller eines Kumpels, Mitte der Neunziger, gelandet zu sein als Bands die CREAMTORY gerade groß heraus kamen. Allerdings fand‘ ich den Kitschfaktor damals schon eher unschön.


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