Kreuzfeuer
Artikel veröffentlicht am 15.03.2009 | 5438 mal gelesenKaum anderthalb Jahre nach "Bastard", das vielleicht auch aufgrund seiner Entstehungsgeschichte eines der wichtigsten und erfolgreichsten Alben von SUBWAY TO SALLY ist, legt die Band mit "Kreuzfeuer" nach. Obwohl die Songs diesmal ausreichend Zeit hatten zu entstehen und in den Köpfen zu wachsen, wirkt das neue Material auf mich zu einem Großteil so, als ob die Potsdamer ihr Pulver mit "Bastard" verschossen haben und mit diesem Longplayer lediglich altbewährte Themen und Elemente noch einmal aufwärmen. Musikalisch hat sich zum starken Vorgänger jedenfalls recht wenig getan, aber bei intensiverer Betrachtung gibt es doch Einiges zu entdecken:
Im Verlauf des Albums zeichnet sich ein deutlicher Kontrast zwischen rockigen und ruhigen Titeln ab, so dass beide Extreme gezielt ausgelotet werden und die Art und Weise beeinflusst, wie Drehleier, Frau Schmitts Geige oder Erics Sackpfeife zum Beispiel, der kaum noch Gewicht geschenkt wird, ins Klangbild eingebunden werden. Metal-Elemente, wie sie noch im treibenden Opener "Aufstieg" zu hören sind, sind später kaum noch zu vernehmen: Während das mittelalterliche Instrumentarium bei der ersten Singleauskopplung "Besser, Du Rennst" zwar ohne Zweifel vorhanden ist, aber in den Hintergrund gemischt wurde, bekommt es in den langsameren, akustischen Stücken wie "Komm In Meinen Schlaf", dem EISBLUME-Sängerin Ria ihre Stimme zum Duett leiht und schon fast mit dem Klassiker "Schneekönigin" vergleichbar ist, dessen Anmut aber nicht erreicht, oder dem darauffolgenden "Angelus", umso mehr Spielraum zugestanden. Besonders interessant ist in diesem Zusammenhang der Song "Krähenkönig", der auch mit E-Gitarre funktioniert hätte, aber erst im bestehenden Akustikgewand mit Eric Fishs markanter Stimme einen ganz besonderen Charakter erhält. Auch das abschließende "Vater" zaubert Gänsehaut auf den Rücken.
SUBWAY TO SALLY haben sich auf "Kreuzfeuer" mehr denn je auf die Rock-Elemente ihrer Musik fokussiert und dabei die traditionelle Instrumentierung ein wenig vernachlässigt. Zwar hat das Album durchaus einige wunderbare Titel zu bieten, die sich nicht auf Anhieb erschließen und etwas Zeit abfordern um ihr Potential zu begreifen, insgesamt allerdings hat man viele Themen bereits auf vorherigen Alben gehört, so dass nach dem Genuss des neuen Materials ein bitterer Nachgeschmack zurückbleibt. Nichtsdestotrotz ist "Kreuzfeuer" ein SUBWAY-TO-SALLY-Album, das seine Fans finden wird, aber "Herzblut", "Nord Nord Ost" oder einem "Bastard" bei weitem nicht das Wasser reichen kann.
- Autor
- Tags
Name:
Jens Pohl
"Music is the mediator between the spiritual and the sensual life." - Ludwig van Beethoven











Gewohnt gutes Review von Jens, vielen Dank dafür! Gerade weil Bastard 10/10 gekriegt habe, kann man diese 7/10 Wertung nachvollziehen. Das was man bisher von dem Album hören konnte, ist zwar ziemlich gut, letztlich klingt es aber doch ein...
Hatte mich soooooo draufgefreut dann diese Scheiß!!!! Da is ja corax corvus besser aaaarrgh!!
Schade, da wollte wohl jemand schnellst möglich unter die Top 10 der deutschsprachigen Rock/Hardrock Kapellen kommen. Vielleicht hätte sich die Truppe nach dem guten Bastard Album, von den älteren(Herzblut)Werken ganz zu schweigen,...
Ein absolut durchschnittliches Album. Für Subway-Verhältnisse sogar unterdurchschnittlich. Wo sind die tollen Leider geblieben, die sich einst auf Foppt den Dämon, Hochzeit und sogar noch Nord nord Ost...
Ich kann mich meinem Vorredner darkstain nur anschließen, mehr gibt es eigentlich nicht zu sagen. (Ich tus trotzdem, sonst wärs ja zu einfach :D) Nord Nord Ost markierte zwar schon Subway to Sallys \"neuen Stil\", wirkte aber...