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CD-Review

The Ave

Artikel veröffentlicht am 10.10.2012 | 1608 mal gelesen

Nicht jedes Dekadenjubiläum ist ein Gutes. THE DAUGHTERS OF BRISTOL, die dieses Jahr ihr zehnjähriges Bestehen mit dem neuen Album "The Ave" feiern, liefern in den knapp 38 Minuten beinahe einen Dauerschleifentrack ab. "Monotone City", wie der Opener des Albums betitelt wurde, könnte glatt die wahre Heimatstadt der – Achtung, jetzt kommt's! - Amerikaner sein, die sich nur als Bristol-Töchter tarnen. Googelt man Bristols berühmte Söhne und Töchter, findet man zwar durchaus sehr bekannte Namen wie Damien Hirst oder auch der durch "Hot Fuzz" bekannte Stephen Merchant, aber die Namen der Bandmitglieder Joseph Ronin, Edward Nicholas und Aaron Brown tauchen nicht auf.

Musikalisch sind  THE DAUGHTERS OF BRISTOL nie im 21. Jahrhundert angekommen. Die Band, die "der kleine Bruder der SISTERS OF MERCY" genannt wird, steckt dermaßen im 80er-Melancholierock fest, dass man das Album schon fast als kompletten Abklatsch empfindet.  Sicherlich findet so mancher Sisters-Fan hier eine kleine Freude, hört man das Album jedoch nebenbei, beim Lesen, Bügeln oder Autofahren, bleibt wirklich nichts hängen. Es scheint, als kennen THE DAUGHTERS OF BRISTOL nur einen einzigen Schlagzeugrhytmus, was die Spielzeit der CD, die für zehn Lieder mit 38 Minuten auch noch wirklich kurz ausfällt, doch erheblich langwierig, ja sogar langweilig macht.

Textlich haben THE DAUGHTERS OF BRISTOL eine gut verpackte Gesellschaftskritik in ihren Liedern, was besonders beim Titelsong "The Avenue" (die Straße, nicht das "Ave Maria", wie man aus dem gekürzten Albumtitel auch fälschlicherweise entnehmen kann) deutlich wird: Konsum, Werteverfall, Arbeitswahn - alles Dinge, über die sich jeder einzelne von uns sicherlich seine Gedanken machen sollte. Aber ob man sich dafür unbedingt  THE DAUGHTERS OF BRISTOL anhören muss, bleibt zu hinterfragen.

Handwerklich sind THE DAUGHTERS OF BRISTOL sehr sicher und ausgereift, jedoch fehlt der eigene Stil in der Musik. Das Trio aus Seattle orientiert sich zu sehr an der großen Schwester, was bei mancher Newcomerband sicher kein Fehler wäre, was nach zehnjährigem Bestehen aber eigentlich nicht mehr sein darf. Für Freunde des 80er-Rocks sicher eine Hörprobe wert, für eingefleischte SISTERS-Fans aber ein absolutes No-Go und auch für "Einfach-Mal-So-Mithörer" durch die wirklich diszipliniert durchgezogene Monotonie ein schweres Stück Musik.


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