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Therion

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CD-Review

Sitra Ahra

Artikel veröffentlicht am 03.09.2010 | 2611 mal gelesen “Sitra Ahra” heißt das neue Werk der Schweden von THERION, das drei Jahre nach deren letztem Opus “Gothic Kabbalah” das Licht der Metal-Welt erblickt. Und erneut steht der Titel des Albums in Verbindung mit der Kabbala, der Begriff Sitra Ahra meint dort eine übernatürliche Kraft, der alles Böse zugeschrieben wird und die den Gegenpart zu allem Göttlichen darstellt.

Inhaltlich folgen THERION keinem konkreten Konzept, sondern begeben sich auf “Sitra Ahra” auf eine abwechslungsreiche Reise durch verschiedene Kulturen und Religionen. Die Schweden erzählen so z.B. Geschichten von den Herrschern eines hebräischen Stammes (“Kings Of Edom”), befassen sich mit dem Weltuntergang nach dem Glauben der Maya (“2012”), der irischen Mythologie (“Cu Chulain”) und der jüdischen Mystik (“The Shells Are Open”), widmen Kali Yuga, dem letzten Zeitalter in der hinduistischen Kosmologie ein weiteres Stück (“Kali Yuga Part 3”) und räumen natürlich auch einem ihnen sehr beliebten Thema, der Kabbala, Raum in ihren Stücken ein (“Sitra Ahra”, “Din”). Ein weiterer Song beschäftigt sich mit dem Hexensabbat (“Unguentum Sabbati”) und “Hellequin” hat sich eine Figur französischer Passionsspiele zum Thema gemacht. Ein roter Faden ist in dieser Auswahl zwar nur schwer zu entdecken, die Auseinandersetzung der Band mit so vielen verschiedenen Materien verleiht “Sitra Ahra” jedoch zumindest schon einen Hauch Exotik.

Musikalisch allerdings weichen THERION nicht von ihrem altbewährten Grundkonzept ab und bestechen wie eh und je durch recht einfaches, einprägsames Midtempo-Riffing, wunderschöne Melodien, die sich sofort in den Gehörgängen verankern und den Weg so schnell nicht wieder heraus finden, und natürlich männlichem und weiblichem Opern- und cleanem Gesang, gepaart mit bombastischen Chören. Abgesehen aber von diesem stabilen Grundgerüst variieren die Schweden in der Detail-Arbeit hier, wie bei jedem bisherigen Album, so kreativ und eigenständig, dass sie sich auch auf “Sitra Ahra” nicht selbst kopieren. Und Raum für interessante Details bietet dieses Werk auf jeden Fall, sei es der Einsatz von klassischem Piano und Akustik-Gitarre bei “Kings Of Edom”, dessen groovig rockiger Zwischenpart, die überraschend etwas härtere Schiene, die THERION bei “Unguentum Sabbati” und besonders bei “Din” fahren, die orientalische Färbung von “Land Of Canaan”, das Wechselspiel der verschiedenen Vocals in “Hellequin”, die düstere Grundstimmung von “2012” oder der ruhige Ausklang des Albums mit der epischen Ballade “After The Inquisition: Children Of The Storm”.

Einziges Manko dieses sonst sehr stimmigen und runden Albums ist, dass es in einigen Passagen einfach durchhängt und den Hörer immer wieder kurzzeitig aus dem Bann entlässt, in den es ihn ansonsten so leicht ziehen kann. Stilmittel wie Monotonie und Wiederholungen wurden hier an manchen Stellen einfach etwas überreizt, sodass solche Parts eher uninspiriert, künstlich in die Länge gezogen und sogar etwas langweilig wirken. Ansonsten gibt’s an “Sitra Ahra” nichts auszusetzen, einen Kauf kann ich natürlich trotz dieser Schwäche bedenkenlos empfehlen.
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