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CD-Review

Koryto

Artikel veröffentlicht am 19.04.2012 | 1253 mal gelesen

Porngrind, die Drölfzigste…gähn. Ich glaube, es gibt kein Genre im metallischen Bereich, das weniger Innovationen zu bieten hat (außer vielleicht MANOWAR…aber sind die schon ein eigenes Genre?). Die immer gleichen Vergewaltigungs-/Verstümmelungsszenarien werden mit der Zeit einfach langweilig, weil sie lyrisch einfach zu wenig Substanz bieten. Musikalisch hingegen finden sich, wenn man sich einmal die Mühe macht unter die Oberfläche zu blicken, durchaus einige talentierte Bands.

Die Polen NUCLEAR VOMIT erfinden das Grindcore-Rad nicht unbedingt neu, aber sie gehen – trotz der Lyrics – ernsthafter als manche Kollegen an ihre Musik heran, wozu man sie nur beglücken kann. Denn man kann nicht umhin die Songs auf “Koryto”, dem zweiten Full-Length der Band, als abwechslungsreich zu bezeichnen. Es dominieren Blastbeats, die aber immer wieder durch Midtempo-Parts unterbrochen werden und den Songs so etwas wie Nachhaltigkeit geben. Bei fast keinem Song wird das Gaspedal komplett durchgetreten, was “Koryto” in Gänze abwechslungsreicher als so manche andere Genreplatte erscheinen lässt. Die Riffs sind zwar ebenfalls nicht wirklich  innovativ und man hat viele von ihnen auch schon irgendwo einmal gehört, aber sie erfüllen ihren Zweck und brechen teilweise auch mal aus dem typischen Kontext aus, wie in “Say 10”, das schön groovt und das auch dezent über den Tellerrand guckt. Auch die Coverversion von ELVIS’ “Grindhouse Fuck (Hellvis Pigsley)” ist nicht so schlimm, wie man vermuten könnte und kann sich hören lassen. Da gab es schon wesentlich peinlichere Coverversionen.

Songs wie “H1N1 Bitch” oder “Cuntraptor” bieten dem Hörer auf der einen Seite typische Kost, die jedem Grindfan gefallen dürfte. Auf der anderen Seite fehlt den Stücken auf “Koryto” das gewisse Etwas, das NAPALM DEATH oder NASUM hat Genre-Klassiker kreieren lassen. Davon sollten sich Grindfans aber nicht abschrecken lassen, denn die zwölf Nummern auf “Koryto” sind durchaus kurzweilig gestaltet und können über weite Strecken überzeugen.


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