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CD-Review

The Cursed Remain Cursed

Artikel veröffentlicht am 04.09.2012 | 1067 mal gelesen

Kaum einer hätte es noch für möglich gehalten, aber es ist soweit: Nach langer Zeit der Trennung und Ungewissheit ist eine Band zurück, die im Hardcoregenre eigentlich längst zum alten Eisen zählen würde, die aber den meisten jüngeren Fans wohl kaum noch ein Begriff ist. Mehr 10 Jahre sind seit der letzten Veröffentlichung vergangen, doch nun melden sich VISION OF DISORDER über Candlelight Records endlich mit einem neuen Studioalbum zurück. Der Hassbatzen hört auf den Namen "The Cursed Remain Cursed" und knallt von der ersten Sekunde an so aus den Boxen, als hätte es die Phase der Trennung nie gegeben.

Nach wie vor spielen die US-Boys eine explosive Mischung aus Hardcore und Metal Elementen, wobei der Hardcore Anteil hier geschätzt etwa bei zwei Dritteln liegt. Die Musik hat eine ungeheure Durchschlagskraft, die unter anderem durch die knackige, trockene und sehr druckvolle Produktion entsteht, bei der extrem gute Arbeit geleistet wurde. Das Soundgewand wirkt für die wütenden Mosh-Parts, Breakdowns und selteneren Blastbeats wie maßgeschneidert. Wütend – so lässt sich die Quintessenz dieser 40 Minuten dauernden Abrissbirne wohl am besten beschreiben. VISION OF DISORDER klingen, als ob sie sich mit ihrer neuen Platte den über 10 Jahre aufgestauten Frust von der Seele spielen wollten. Thrashige Riffs, heisere Schreie und Gangshouts, das alles klingt nach gebündelter Aggressivität und lässt dem Hörer kaum eine Atempause. Melodiöse Elemente sucht man die meiste Zeit über vergebens, nur die clean gesungenen Refrains bilden kleinere Ruhepole. Die Refrains sind es auch, die den ansonsten etwas gleichförmigen Songs ihren Stempel aufdrücken und maßgeblich eine manchmal etwas ernstere oder bedrohlichere Stimmung heraufbeschwören. Die Stimme von Sänger Tim Williams klingt allerdings selbst in diesen Passagen so rau, dass einem das Wort Clean schon fast unpassend vorkommt. Allgemein liefert dieser Typ am Mikrofon eine Leistung ab, vor der man nur den Hut ziehen kann.

Und auch dem Rest der Truppe scheint die Luft nicht ausgehen zu wollen, und so knüppeln sie sich bis zum letzten Song ohne Atempause durch das Album. Das Rad erfinden sie dabei sicherlich nicht neu und neue Ideen sucht man nach der ersten Hälfte vergebens, mit der knapp bemessenen Spielzeit kriegen sie aber noch die Kurve, bevor die Mischung zu langweilig wird. An einer absoluten Kaufempfehlung schrappen sie haarscharf vorbei, eine gelungene Rückkehr und ein Weckruf an die Konkurrenz ist VISION OF DISORDER durch ihre pure Energie aber auf jeden Fall gelungen.


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