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Reviews der Band
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Destruction

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Destruction

"Day Of Reckoning"
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"Savage Symphony - The History Of Annihilation"
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Destruction

"The Curse Of The Antichrist - Live Agony"
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Destruction - D.E.V.O.L.U.T.I.O.N.

Destruction

"D.E.V.O.L.U.T.I.O.N."
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Destruction
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Destruction
Destruction
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Interview

Destruction

Im Rahmen des WACKEN OPEN AIR hatten wir die Möglichkeit ein Face-To-Face-Interview mit DESTRUCTION-Frontmann Schmier, der mit seiner Zweitband HEADHUNTER auf dem WOA just gespielt hatte, zu führen. Im Laufe des Gesprächs entpuppte sich Schmier trotz diversen Stresses und fehlender Getränke als witziger, intelligenter Gesprächspartner, der auch auf unangenehme Fragen ehrlich antwortete. Eigentlich aber auch kein Wunder, immerhin reden wir hier von/mit einem Vierteljahrhundert Metal-History. Here we go… Hi Schmier! Wie geht's Dir gerade?

Hi! Ich bin etwas gestresst, aber mir geht’s eigentlich gut.

Wie war der HEADHUNTER-Gig?

Ungewohnt irgendwie. Wir haben kaum geprobt für den Gig und mussten ziemlich früh auf die Bühne. War aber einfach geil! HEADHUNTER ist einfach ein geiles Hobby und ich war froh, dass wir die Möglichkeit hatten in Wacken zu spielen. Ich denke, es war für die Band auch ein Erlebnis. Ich bin jetzt aber froh, dass es vorbei ist. Es ist ’ne ziemliche Anspannung, weil man nicht weiß, wie es hinterher wird und wie die Fans reagieren. Außerdem war das Wetter ja auch scheiße beim Gig. Aber es hat Spaß gemacht! Auch die Platte zu machen war ziemlich geil und wir hoffen, dass wir nächstes oder übernächstes Jahr noch ‘ne Scheibe machen können und dann auch ein paar Festivals nachlegen können.

Überschneidet sich das dann nicht mit zum Beispiel Jörgs Zeitplan?

Jörg ist ja nicht mehr bei STRATOVARIUS und ich habe mit DESTRUCTION momentan ja auch viel zu tun, das heißt es wird mit HEADHUNTER jetzt erst mal keine Shows mehr geben. Es sei denn, dass man die Festivals lange im Vorfeld planen kann, aber eine Tournee ist im Moment nicht machbar. HEADHUNTER ist keine Band, die man jetzt zum Job macht oder sowas. Die Band war für uns alle schon immer mehr so ’n Spaßprojekt. Ein bisschen Spaß haben, ein bisschen Metal spielen und das sollte man auch nicht so übertreiben. Wacken war schon cool und wir schauen einfach mal was noch so kommt. Jörg hat viel zu tun, ich habe viel zu tun, unser Gitarrist Schmuddel hat auch seinen Job und ich denke, das sollte nicht zu sehr ausarten. Man muss jetzt nicht auf Teufel komm‘ raus Rockstartheater abziehen. Das ist eher eine relaxte Geschichte, bei der wir ein bisschen Spaß haben und die Musik spielen, mit der wir groß geworden sind.

Das macht das Ganze auch exklusiver, wie ich finde.

Ja, finde ich auch. Wir hatten einen Haufen Angebote auf irgendwelchen, auch kleineren, Festivals zu spielen, haben uns dann aber für Wacken entschieden. Wir haben auch nicht vor zu touren. Das ist ja auch immer eine Frage des Zeitplans und so weiter. Aber, never say never… Ich denke, HEADHUNTE R ist ein Thema, was gerade wieder neu aufgenommen wird, gerade auch von jüngeren Fans, deshalb ist HEADHUNTER ein Aufbauthema, was wir noch steigern und vielleicht irgendwann etablieren können. Im Moment ist es aber eher so: Geil, wir proben zwar nie, haben aber, wenn wir zusammen sind, viel Spaß.

Aber die Leute nehmen euch gut an?

Ich denke schon. Ich war bei AFM, unserem Label, das auch die neue DESTRUCTION macht und habe da mal nach den Verkaufszahlen gefragt. Die sind natürlich nicht so hoch, wie die von DESTRUCTION, aber wir sind mehr als zufrieden. Jeder Newcomer wäre von den Zahlen begeistert. In der Beziehung ist uns aber nur wichtig, dass wir so viele Alben verkaufen, damit die Plattenfirma eine neue Platte mit uns macht. Wir wollen damit ja kein Geld verdienen, wir wollen soviel Geld haben, dass wir wieder ins Studio, eine neue Platte machen und unserem Hobby frönen können.

Also habt ihr in dem Fall auch keine Auflagen von der Plattenfirma bekommen?

Nein, nein. Das würden die momentan auch nicht machen. Der Druck liegt ja bei dem was DESTRUCTION machen und bei dem was Jörg so macht. Bei HEADHUNTER ist das scheißegal, wir machen was wir wollen. Ich meine, wir haben gerade “18 and life“ von SKID ROW gecovert. Welch ein Skandal! Ich sag‘ Dir was, die griechischen Fans sind ausgerastet. Und genau das ist der Sinn und Zweck der ganzen Geschichte. Ich lasse mir nichts auferlegen und tue das, worauf ich Lust habe. Und bei HEADHUNTER kann man halt sämtliche Freiheiten genießen.

Ok. Dann lass uns jetzt mal über DESTRUCTION reden. Ihr habt eine neue Scheibe am Start. Was fällt Dir spontan dazu ein?

Spontan? Äh,…Stress, DESTRUCTION ist immer Stress, haha. Ich kam aus der HEADHUNTER-Produktion raus und war topmotiviert, gut drauf, war ‘ne super Zeit. Das hat natürlich sehr geholfen und es war ‘ne sehr gute Produktionsphase für DESTRUCTION. Wir haben uns so gut vorbereitet, wie wahrscheinlich noch nie in unserer Karriere und hatten im Studio viel Spaß. Auch mit Jacob Hansen (hat “Thrash Anthems“ von DESTRUCTION gemixt) in nur einem Studio aufzunehmen war sehr gut, weil wir in den letzten Jahren immer mal hier und mal da aufgenommen und gemixt. Es war alles viel ruhiger, viel relaxter als die letzten Platten. Wir wollten eine Platte haben, die sich von den letzten Scheiben unterscheidet. Ich denke, das ist uns gelungen. Es ist auf jeden Fall alles variabler, heavier, düsterer und, wie die Texte auch mehrheitlich sarkastisch gehalten sind, passt gut zu dem ganzen “D.E.V.O.L.U.T.I.O.N.“-Konzept der Scheibe.

Nachdem ich die Platte gehört habe fielen mir direkt zwei Dinge auf. Zum Einen ist die Platte mehr back-to-the-roots als die Scheiben vorher…

In gewisser Weise schon, weil wir für die Neue Sachen ausgegraben haben, die wir in den letzten Jahren nicht gemacht haben. Zum Beispiel die ganzen Mid-Tempo-Teile und Heavy-Elemente. In den letzten Jahren hatten wir viele Sachen geschrieben, bei denen wir uns eigentlich nur tot geprügelt haben, aber dieses Mal war die Maxime, wir schreiben das, was am besten passt. Ich persönlich wollte diesmal auch mehr Harmonien und mehr Raum für den Gesang haben. So, wie wir das früher ja auch gemacht haben. Da hatten die Songs teilweise auch klassische Harmonieauflösungen, die genügend Platz für den Gesang lassen. In den letzten Jahren wollten wir einfach ein bisschen härter und schneller sein und darunter hat der Gesang ein wenig gelitten. Manchmal macht das den Song ja auch eher kaputt, als dass es ihm hilft. Von daher haben wir dieses Mal darauf geachtet, dass alles gut zueinander passt. Auf der anderen Seite haben wir auch viele progressive Elemente in die Songs eingebaut, um so auch mehr Raum in den Stücken zu haben. Ich bin mal gespannt, bis jetzt sind die Reaktionen richtig fett und die Leute sind überrascht, weil sie etwas anderes, eher typisches von uns erwartet haben. Aber letztlich sind mir Kritiken völlig egal. Was zählt ist, was die Fans zu der Scheibe sagen.

Du hast es schon angesprochen: Andererseits ist die Scheibe, finde ich, für DESTRUCTION Verhältnisse sehr progressiv geraten…

…zusammen mit ”Release From Agony“. Das war ja auch ‘ne sehr progressive Platte…

…zusammen mit ”Release From Agony“. Ich meinte aber eher die Zeit nach der Reunion, also ab “All Hell Breaks Loose“.

Ab da mit Sicherheit die progressivste Scheibe. Von den Songs insgesamt her bestimmt, wohingegen die Strukturen eher Old-School-lastig sind, mit zum Beispiel Harmonieauflösungen, die wir in den letzten Jahren so nicht hatten, in der Art aber früher die Songs geschrieben haben. Auf der Platte sind sicherlich viele Momente, die sehr progressiv sind und auch dementsprechend abgehen, so im “Release From Agony“-Style. Produktionstechnisch ist die Platte, könnte man sagen, modern gehalten. Die Produktion ist fett und hat Eier, aber es kommen alle DESTRUCTION-Trademarks trotzdem gut durch. Ich denke, das haben wir auf dem Album ziemlich gut gelöst, weil wir versucht haben, so wenig Technik wie möglich einzusetzen. Die Sounds, die man hört, sind alle echt. Das war das non plus ultra für uns bei der Aufnahme.

Wo würdest Du die Scheibe einordnen?

Haha, gute Frage. Da finde ich gut, dass die Presse mir den Ball im Prinzip schon zugespielt hat und geschrieben hat, sie sei vielleicht die beste Platte seit der Reunion, hahaha. Kann sein. Ich denke, sie kann zumindest mit der “The Antichrist“-Scheibe mithalten, die die beste Platte seit der Reunion bis dahin war. Die Songs waren zwar anders, aber genauso gut. Man kann sagen, die Songs sind auf demselben Level. Die beste DESTRUCTION-Platte im klassischen Sinne ist natürlich “Infernal Overkill“. Aber die Klassiker werden ja erst Klassiker so 20 Jahre nach Veröffentlichung und ich hoffe, dass ein Album wie “D.E.V.O.L.U.T.I.O.N.“ noch was zu sagen hat. Es ist auch wichtig, dass jetzt, wo die ganzen jungen Thrash-Bands kommen, die bolzen wie die Wahnsinnigen – wie wir früher – auch so ein Album immer noch einen Input haben kann und die jungen Fans und Bands sagen: Hey, das ist doch auch ’ne geile, variable Thrash-Scheibe. DESTRUCTION haben noch was zu sagen.

Da Du ja ein kritikfähiger Mensch bist, lass uns doch mal über die schlechteste Scheibe seit der Reunion reden. Meiner Meinung nach ist das ganz eindeutig “Metal Discharge“.

Die war wirklich die schwächste von allen Platten nach der Reunion. Da sind wir aber auch selbst Schuld dran. Auch da wollten wir back-to-the-roots gehen und haben dann bei der Produktion ein paar Fehler gemacht. Wir wollten eben nicht digital, sondern das Ganze richtig analog aufnehmen und haben uns dann natürlich ein paar Fehler geleistet. Du kommst heute mit ‘ner analogen Aufnahme eben nicht an den Druck einer digitalen ran. Aber ich denke, wir haben auf den nachfolgenden Veröffentlichungen aus den Fehlern gelernt und uns bei den Produktionen gesteigert. Die neue Scheibe ist sicherlich die beste, die wir von der Produktion bisher gemacht haben. Wer das nicht hört, muss taub sein! Natürlich will man als Band wachsen und probiert daher aus mit verschiedenen Leuten zu arbeiten und verschiedene Experimente zu machen. Klar, dass da auch mal was nach hinten losgehen kann. Aber dadurch lernt man als Band ja auch und das gehört zu der Evolution einer Band halt dazu. Man sollte natürlich nicht zwei oder drei Platten herausbringen, die Scheiße sind, weil dann sind die Fans irgendwann weg.

Finde ich cool, dass Du da so offen drüber redest, auch in Bezug auf “Metal Discharge“. Es gibt ja einen Haufen Bands, die das eben nicht tun…

Nö, wieso? Alles, was ich bisher gemacht habe, war doch immer geil, hahahaha…!
Nee, mal im Ernst. Ich bin der letzte Mensch, der Kritik mag, aber ich kann auch mit ‘nem gewissen Abstand meine Fehler einsehen und zugeben. Niemand ist perfekt. Das Rock ‘n’ Roll-Business ist eben auch so, dass man sich ständig verbessern muss, verbessern will. Und gerade als Band, die schon so lange dabei ist, willst du natürlich auch weiterhin oben mitspielen. Deshalb musst du hart an dir arbeiten und dich auch mal selbst hinterfragen, warum etwas nicht so geil war, wie es hätte werden können. Und hier hast Du sicherlich Recht, “Metal Discharge“ war bestimmt kein Highlight der Bandgeschichte. Aber das Album war auch nicht richtig scheiße und wir haben direkt bei der nächsten Scheibe versucht, die gemachten Fehler zu vermeiden.

Ich finde generell, dass Ihr die Kurve gut gekriegt habt. Die beiden waren gute Vorbereitungen auf den aktuellen Longplayer.

Ja, das ich denke auch. Wir haben uns auf die neue Scheibe ein wenig hingespielt. Bei der “Thrash Anthems“ hat ja Jacob Hansen bereits für den Mix gesorgt. Schon da haben wir gemerkt, dass uns ein wenig die Abwechslung in den letzten Jahren gefehlt hat, weil die Fans das nicht wollen. Die alten Songs auf der anderen Seite hatten ja auch schon diese progressiven Elemente und waren abwechslungsreich. Ich denke, dass die neue Platte dahingehend eine gute Mischung ist. Wir gehen manchmal zwar progig zu Werke, aber letztlich sind wir ‘ne Thrash-Metal-Band, die auch in die Fresse geben muss.

Ich bin eh der Ansicht, dass Ihr seit jeher anspruchsvolle Riffs habt. Was Mike da spielt zeitweise…

…das weiß keiner außer ihm selbst, hahaha…
Nee, nee. Mike ist so der Typ, der sich sagt “ich möchte keine Riffs spielen, die ein anderer vorher schon irgendwann mal gespielt hat.“ Das ist eine gute Maxime, weil viele andere Gitarristen ja doch irgendwo oder irgendwann mal kopieren und er ist einfach einer von der Sorte, der zu hohe Ansprüche an sich selbst hat um so etwas zu tun. Wobei er es manchmal aber auch übertreibt und wir ihn dann stoppen müssen, wenn so etwas kommt, wie “das ist echt gut, aber klingt das nicht ein bisschen wie…“. Da müssen wir dann intervenieren mit “hey, stop it. Das ist geil so.“ Letztlich geht es ja ums Herz in der Musik und es gibt eben nur zwölf Töne, da kann man die Musik nicht neu erfinden, haha. Insgesamt hat Mike bei der neuen Platte songdienlicher gearbeitet, was aber nicht heißt, dass er seinen Anspruch zurück geschraubt hat. Es gibt Details auf der Scheibe, die man erst beim fünften oder sechsten Durchlauf hört. Es ist schon sehr durchdacht, was unser Gitarrist da auf dem Album macht.

Finde ich auch. Es ist ein großer Pluspunkt für DESTRUCTION, dass man die Band alleine schon an Mikes Gitarrenspiel erkennen kann. Egal, ob er zum Beispiel nur ‘nen E-Akkord stakkato durchhämmert oder plötzlich mal die Tonart wechselt.

Stimmt. Wobei wir ihn ab und an auch zwingen müssen, einfach mal bei einer Sache zu bleiben und eben nicht zwischen den Tonarten hin und her zu springen.

Eigentlich ist es doch aber genau das, was jede Band braucht. Einen, der sowas drauf hat und die entsprechenden Leute, die ihn dann auch wieder auf den Boden holen.

Absolut. Ich denke, die Symbiose hat sich zwischen uns in den Jahren so ‘eingegroovt’, dass wir uns gegenseitig Respekt entgegen bringen. Ich vertraue Mike auch vollkommen bei den Sachen, die er macht. Ebenso wie er mir vertraut. Wir tragen die Riffs und Songfragmente dann hinterher zusammen und diskutieren, was man nehmen kann und was nicht. Das beste Rezept für einen guten Song ist aber, dass man auf seinen Bauch hört und nicht sagt “wir müssen jetzt das und das machen.“

Was hältst du denn von “Voice-Overs“ auf Promos? Immerhin müssen wir Schreiberlinge mit einem nicht ganz kompletten Produkt arbeiten und objektive Reviews dazu schreiben…

Ich habe gerade welche gemacht, deshalb finde ich die super, hahahaha… Im Ernst. Ich denke, die sind ok, solange man sie in dem Bewusstsein macht, dass die Journalisten damit arbeiten müssen. Wir haben das für DESTRUCTION jetzt so geregelt, dass die “Voice-Overs“ dezent sind, der Fan aber, der sich die Sachen aus dem Internet zieht, irgendwann aufgibt und sich sagt “ok, ich will die Platte dann doch ohne das scheiß Gelaber hören.“ Durch das Downloaden ist ja gerade für die Bands und die Plattenfirmen zappen duster. Ich sags mal so: Wunderland ist abgebrannt. Bei DESTRUCTION haben wir das Glück ‘ne Menge Fans zu haben, die sehr loyal sind. Es gibt auf der anderen Seite zum Beispiel auch Länder, da verkaufen wir nur 500 Platten. Zu den Konzerten kommen aber 2000 Leute…

...die wahrscheinlich alle Songs kennen…

…die alle Songs kennen, genau. Da frage ich mich doch: Warum denn eigentlich? Denn ich schätze sowieso, dass in den nächsten Jahren es so laufen wird: die Plattenfirmen bringen nur noch Promo-Tools heraus um eine Tour zu promoten. Die Plattenfirmen werden, tut mir leid, über kurz oder lang aussterben. Der Mittelweg wird wohl so aussehen, dass die Bands die Platten selbst produzieren, die Scheiben dann als Download ins Netz kommen und die Companies sich Verteilerfirmen suchen, die die Scheiben dann als CDs vertreiben werden. Gleiches gilt auch für die Printmagazine, denke ich.

Könnte sein. Ich habe neulich auch überlegt, warum ich noch Printmagazine kaufe. Wahrscheinlich weil ich meinen Rechner nicht mit aufs Klo nehmen kann.

Genau. Wenn ich in der heutigen Zeit Infos brauche, schmeiße ich kurz den Rechner an, gehe ins Netz und habe im Handumdrehen alles was ich brauche. So isses halt. Ich denke, es wird sich mit der Zeit einiges ändern. Wichtig ist aber, dass die Leute sich die Scheibe, die sie geil finden, auch kaufen.

Ich denke, das wird nicht so das Problem sein. Gerade Metal-Fans gelten doch als die treuesten unter den Käufern. Wenn man das zum Beispiel mit der Musik in den Charts vergleicht.

Absolut. Und wenn man sich das mal genau anguckt, ist das Chartniveau in den letzten Jahren auch deutlich gesunken. Um in die deutschen Singlecharts zu kommen, musst du heute tausend Singles verkaufen…

Dann bringt doch mal ‘ne Single auf den Markt. DESTRUCTION auf Platz eins wäre doch fein, hahaha!

Näh, das wäre doch auch irgendwo Fanverarsche, oder nicht? Die DESTRUCTION-Fans wollen schließlich die ganze Scheibe hören. Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass wir mit der neuen CD charten werden, weil auch sehr viele junge Leute wieder Thrash hören und die sind heiß auch die neuen Platten. Aber die Metal-Fans sind doch wirklich loyal. Die kaufen die Platten innerhalb von drei Wochen nach dem Release. Das ist ziemlich einzigartig und echt ein geiles Gefühl.

Siehst Du denn da nun auch wieder einen Trend, dass Thrash jetzt wieder im Kommen ist, nachdem es jahrelang geheißen hat Metal - und insbesondere Thrash – sei tot?

Ob es ein Trend ist, weiß ich nicht. Aber es ist doch so, dass momentan ziemlich viele gute Bands wie EVILE, VIOLATOR oder BONDED BY BLOOD mit guten Scheiben ankommen. Als wir mit DESTRUCTION wieder da waren, haben alle gesagt “DESTRUCTION. Hmm…ok.“ Jetzt, so acht, neun Jahre später sehe ich in den ersten Reihen bei DESTRUCTION keinen der älter als zwanzig Jahre ist. Es ist ja auch so, dass der Familienvater von heute nicht mehr so auf die Thrash-Konzerte geht. Aber Thrash ist ein Lifestyle, der die jungen Leute anspricht und das ist einfach geil!

Anderes Thema. Ich finde es cool, dass ihr den damaligen Wacken-Gig, bei dem ja quasi alles in die Hose gegangen ist, komplett auf eure DVD gepackt habt.

Gutes Thema, haha. Ja, das war damals die große Diskussion innerhalb der Band, ob wir den Gig herausbringen sollen. Erst hieß es “oh man. Das können wir doch nicht machen“. Aber genau das ist doch das Geile an der Sache. Die Leute haben supercool reagiert und solche Pannen können eben immer passieren. Es muss ja nicht immer alles perfekt sein auf ‘ner DVD.

Macht die Sache ja auch sympathischer. Andere DVDs sind perfekte Konzertzusammenstellungen, wirken aber auch liebloser. Bei euch sieht man halt auch das Negative, das bei dem Gig passiert ist.

Ja, ich finde es sehr wichtig, dass man die Balance hält zwischen Professionalität, Spaß und auch den Pannen, die passieren können. Nobody’s perfect und jeder hat mal ‘nen schlechten Tag. Die Leute wollen doch auch mal sehen, dass der Schlagzeuger auf die Snare kotzt, weil ihm schlecht wird. Das sind doch die Gigs, an die du dich immer wieder gerne erinnerst, hahaha! Der Mensch ist aber zum Perfektionismus verdammt und daher will man immer das Optimum erreichen. Wir arbeiten gerade an einer DVD, die nächstes Jahr auf den Markt kommen soll. Da werden dann aktuelle Gigs dabei sein, aber auch einige Schmankerl, die sich über die Jahre angesammelt haben. Immerhin gibt es DESTRUCTION schon seit 1983.

Alles klar soweit. Dann danke ich Dir herzlich fürs Gespräch!

Ich danke. Hau rein!


Dieses Interview ist in Zusammenarbeit mit einem Kollegen vom Oblivion-Magazin entstanden.


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