Im Grunde eher ärgerlich, im Falle von RIDE THE SKY jedoch kein wirklich großer Verlust. Für die neue Band von ex-HELLOWEEN- und ex-MASTERPLAN-Drummer Uli Kusch sind Eigenständigkeit und Innovation definitiv Fremdworte. Überdeutlich zeigt sich, warum sich Kusch als Songwriter bei seinen ehemaligen Brötchengebern nie durchsetzen konnte, die Lieder plätschern in festgefahrenen Strophe/Refrain-Schemata vor sich hin, ohne wirkliche Highlights setzen zu können.
Inszeniert wird das Ganze auf der Bühne von einer Band, die sich bemüht, möglichst viele Genre-Klischees in sich zu vereinen. Sänger Björn Jansson versucht sich an betont lässiger Bubblegum-Coolness, die jedoch kein Ersatz für die ihm völlig abgehende Ausstrahlung sein kann. Tour-Keyboarder Henning Ramseth erweckt den Eindruck, dass er viel lieber Gitarrist geworden wäre und scheint sich jedes Mal tierisch zu freuen, wenn er sich für einzelne Stücke tatsächlich die zweite Axt umschnallen darf, die jedoch leise genug abgemischt ist, dass man sie aus dem Gesamtsound kaum heraushören kann.
Hinter seinem Drum-Kit thront Bandkopf Uli Kusch, der zu keiner Sekunde Zweifel daran aufkommen lässt, dass er Herz und Motor dieser Band ist und dafür auch die verdiente Anerkennung bekommen möchte. Kein Problem, Uli, aber wenn du mehr als Höflichkeitsapplaus ernten möchtest, dann solltest du weiter an deinem Songwriting arbeiten und dich von dem Standardmaterial verabschieden, das auch jede andere durchschnittliche Power-Metal-Combo in ihrem Repertoire hat.
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