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Metal4Splash Open Air

Für das Metal4Splash-Open Air, das vom 24. bis zum 26. Juli am Weichelsee in Rotenburg stattfindet, gibt es neue Bandbestätigungen. Die finnischen Melodic Deather von OMNIUM GATHERUM werden am...



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Hammer Of Doom

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Summer Breeze

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Konzertbericht

Es ist Donnerstagabend, es regnet und die Tram scheint mir noch mit ihren Rücklichtern irgendeine vergessene Information zublinken zu wollen, etwas, das vielleicht nicht mit Worten erklärt werden kann, nur in solche übersetzt und dabei in seinem Inhalt beschnitten. Es ist ein wenig wie mit der Musik, die so leicht zu verstehen ist, wenn man sie hört, fühlt und die Töne im Publikum sich ausbreiten sieht. Die Sätze sind, will ich sagen, eine nicht ganz ausreichende Wiedergabe dieses Abends. Aber wer mehr will, der hätte selbst hinkommen müssen.

Das Backstage bietet heute in allen drei Hallen musikalische Kurzweil. Im größeren Werk spielt eine mir unbekannte Band, im Club nebenan werden Menschen von Toastern unterhalten - so zumindest verstehe ich den Türsteher, der mich geradewegs dorthin verfrachten will. Der Raum, in den ich schließlich doch noch eingelassen werde ist klein, umfasst vielleicht 800 Leute zu seinen besten Zeiten. Etwas weniger sind hier, doch die Stimmung, die ist groß. Ich höre gerade noch die Stimme der ersten Band DOWNSPIRIT, die sich bei ihren Zuhörern verabschiedet, dann heißt es erstmal warten auf ORDEN OGAN.

ORDEN OGAN sind für GRAND MAGUS eingesprungen, deren Drummer Spielverbot hat, so erzählt Seeb uns später. GRAVE DIGGER hatten kurz vor der Tour bekannt gegeben, dass GRAND MAGUS die Tour absagen müssen da Drummer Sebastian nicht spielen darf. ORDAN OGAN selbst haben zwei Gastmusiker dabei: Bastian Emig (IN LEGEND, VAN CANTO) hinter dem Drumset und Niels Löffler am Bass. Doch auch so – oder gerade darum? – verstehen sie es als wahre „Pussys“, ihrem Publikum eine warme, kurzweilige Show zu liefern. Ihre Songs strömen wie tiefgrünes Wasser durch die Halle, „Welcome Liberty“ weckt zwar nicht den gewünschten Drang nach politischer Veränderung, eine Mutation wird dennoch aufgegriffen, formt die Menschen zu Meereswesen, welche friedlich in den Klängen versinken. „München wo seid ihr?“ ruft es da fast vergeblich von der Bühne. Was wäre nun besser geeignet denn ein Piratenlied, die Ertrunkenen wieder zurück auf die Bretter zu ziehen? „We are Pirates“ springen und bangen die Nichtmehrfische und auch GRAVE DIGGER-Sänger Chris Boltendahl lässt sich kurz auf der Balustrade über unseren Köpfen blicken.

Viel zu schnell heißt es Abschied nehmen von den fünf auf der Bühne. Dass sie dennoch ein wenig länger wieder hervorzuholen und erneut anzuhören sind, dafür sorgen sie noch selbst indem sie alle mit Kamera bitten, ihren letzten Song „Angel's War“ aufzunehmen. Für alle ohne Kamera heißt es: Ein letztes Mal mit ORDEN OGAN die Köpfe schütteln. München, man hätte es dir fast nicht zugetraut, doch der Aufforderung wird begeistert nachgekommen und es bleibt zu hoffen, dass die Filmenden dem Drang lange genug widerstehen konnten, auf dass wir bald ein Video bunter Einstellungen zu sehen bekommen.

Danach, wie sollte es anders sein, eine Pause. Vielleicht zum Umbauen, vielleicht zum Luftschnappen, denn der Raum ist klein, die Luft schnell rar und der Durst mancher (zu) groß.

Um 21:50 dann erneut Klänge von der Bühne. Gar nicht still, doch bedächtig-erhaben zieht eine Todesfigur mit Dudelsack vor uns auf. Das Publikum bricht in lebendigen Jubel aus und frisch-frech-schottisch erscheinen GRAVE DIGGER. „Paid In Blood“ leitet den ersten Teil ein, der, wie Chris erläutert, ganz im Zeichen Schottlands steht. Der zweite, na, da sollen wir uns mal überraschen lassen. Laut ist die Band, laut ist ihr Publikum, begeistert beide. Ein „kleines Wacken“ wird Chris später mit breitem Joker-Grinsen ausrufen und fast schon verwundert fragen, ob denn alle das Video zu oft angesehen hätten. „Whom The Gods Love“ singt er und das Publikum erfüllt den Part des Schreiens von „Whenever I dream, whenever I scream“ ohne gebeten worden zu sein. Die Frage „Geht es euch gut?“ erübrigt sich da fast von selbst, die Ankündigung „Es wird euch noch viel besser gehen“ jedoch lässt mit den Rufen noch ein bisschen mehr Luft zum Atmen verpuffen. Bei „The Ballad Of Mary“ springen Lichter aus Feuerzeugen stimmungsvoll auf, die Band hat ihre Zuhörer fest im Griff und die Begeisterung über „Rebellion“ ist nahezu mit Händen zu fassen.

Es ist 22:30, die Band hat die Bühne verlassen, der Tod ist erneut herabgestiegen, mit seinem Dudelsack erhabene Melodien über die Köpfe zu legen, bevor das Seil, welches er aus seinem Umhang zieht, vielleicht den ein oder andern von ihnen umschlingt. Doch keine Todesglocken erklingen. Stattdessen sollen „Gassenhauer“ uns den zweiten Teil des Konzertes versüßen. Vor allem den schwarzhaarigen Mädels, denen sie „Morgane LeFay“ widmen. Die Gasse führt uns mit einem Medley vorbei an „Twilight Of The Gods“, wir sehen Hexen auf Gräbern tanzen und schreiten hin zum „Last Supper“. Danach bleibt fast nur mehr „Excalibur“, um den springenden, bangenden Leuten ihre Stimmen wieder zu geben.

Um 23:10 das obligatorische Ende, dem die noch obligatorischere Zugabe folgt. GRAVE DIGGER lässt sich rufen und feiern, und das zu Recht. Betteln dagegen lassen sie sich nicht lang und so kommen wir noch in den Genuss von „Hell Of Disillusion“ und „The Roundtable“ bevor dieser großartige Abend seine Endklänge in „Heavy Metal Breakdown“ findet und uns erschöpft doch erfüllt nach Hause entlässt.

Text: Solveig L.

Fotos: Andrea Friedrich


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