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CD-Review

Drift

Artikel veröffentlicht am 27.09.2012 | 989 mal gelesen

Wenn ich so schnell wie möglich indirekt Geld drauftreiben möchte, dann drifte ich. Wie soll es auch sonst möglich sein, mal auf die Schnelle 100000 Kilometer auf seine neu erstandenen Reifen draufzufahren? Tatsache – driften hat etwas mit unglaublicher Dynamik und gewissermaßen auch mit einer angemessen hohen Geschwindigkeit zu tun. “Drift“ allerdings nicht wirklich. Hierbei handelt es sich um das Debüt einer Schweizer Band, die sich, um es grob zu sagen, in dem recht verlorenen Genre des Groove Metal ansiedelt. Sprich an vielen Stellen standen PANTERA Pate, rockig wird es hingegen auch öfter. Ein bisschen Hardcore gehört im Ansatz auch noch dazu und fertig ist ein Gericht, das durchaus essbar ist, aber aus dem man gleichsam auch nicht so richtig schlau wird.

Mit ordentlich Druck hinter dem Motor kommen einem die Riffs des Openers “Cliff“ entgegen. Wuchtige Stampfparts untermauern hier nicht das Gesamtprodukt, sondern sind ein ganz wesentlicher Bestandteil dessen. Dazu gesellt sich dann das sandige, aber nicht unbedingt großartig herausstechende Organ von Sänger und Gitarrist Ed Nicod. Wenn sich dieses Produkt also tatsächlich so fortsetzen soll, wie es bereits zu Beginn den Eindruck macht, dann müssen Hits enthalten sein. Ohne solche Schlagworte wie etwa “Walk“ von den oben angesprochenen PANTERA geht in diesem Genre nicht viel. Dazu ist der Umfang insgesamt zu unspektakulär, zu einfach greifbar, zu sehr simplifiziert.

Daran kränkeln BAGHEERA letztendlich auch, obwohl sie durchaus den zahmen Versuch starten, ihren Output mit anderen Stilarten zu würzen. Zwischendurch sind seichte Growls zu vernehmen, dann folgt mal wieder ein Riff, das SEPULTURA vielleicht irgendwo zwischendurch zum Ausruhen eingemischt hätten. Viel angefangen, wenig zu Ende gedacht, wenn man so will. Sowohl straight gespielt als auch ebenso produziert kommt “Drift“ zwar zunächst recht imposant aus den Boxen gerollt, doch die nachhaltige Zündung verhallt schon vor dem Ohr. Somit ist das alles durchweg solide, kracht gut, ist größtenteils gar richtiggehend heavy und brachial, aber kann durch seine Gleichförmigkeit und seinen geringen Mut zum Risiko auch keine Salami vom Teller ziehen. Leider nur Durchschnitt.


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