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Time To Repent

Artikel veröffentlicht am 10.08.2011 | 1971 mal gelesen

Auf die Gefahr hin, dass ich demnächst Post von Götz Kühnemund persönlich erhalte, der mir wegen Ketzerei mein "Rock Hard"-Abo kündigt: Mir geht dieser aktuelle Retro-Trend in der Metal-Szene mächtig auf den Sack. Nicht, dass musikalisch nur Stuss dabei herumkommen würde, viele der betreffenden Bands haben eine Menge auf dem Kasten und überzeugen mit teilweise großartigem Songwriting. Nur leider hat man oftmals auch den Eindruck, dass die totale Ignoranz den technischen und stilistischen Weiterentwicklungen der letzten Jahrzehnte gegenüber dazu führt, dass sie sich selbst in ihren Möglichkeiten limitieren. Vor lauter Angst, nicht authentisch genug zu klingen, werden sie ihr Potential wohl niemals voll ausschöpfen können.

Auch DEVIL könnte dieses Schicksal blühen. Denn auf der einen Seite stehen großartige Songs wie der Opener "Break The Curse" oder das flott-groovige "Open Casket", auf der anderen jedoch eine dumpfes, undifferenziertes Klangbild, das zwar warm und erdig ist, dabei aber erschreckend drucklos bleibt. Dieses Album hätte genau so bereits Anfang der Siebziger erscheinen können und hätte dabei - im Gegensatz zu heute - keineswegs anachronistisch gewirkt. Das mag man nun wahlweise für ein dickes Lob oder eine grobe Beleidigung halten, in jedem Fall definiert es klar die Zielgruppe dieser Scheibe.

Egal, ob man nun auf Retro-Sounds steht oder nicht, man muss in jedem Fall festhalten, dass DEVIL das, was sie tun, richtig gut machen. Im stilistischen Fahrwasser ganz alter BLACK SABBATH finden sich hier recht simpel strukturierte, aber gut gespielte und angenehm eingängige Songs. Insbesondere die Halbballade "Death Of A Sorcerer" hinterlässt mit ihrer morbiden Atmosphäre einen bleibenden Eindruck. Um wirklich zu überzeugen, fehlt es DEVIL aber am Mut zur Innovation und dem Willen zur Originalität.


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