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CD-Review

Sea Of Lies

Artikel veröffentlicht am 25.06.2011 | 2103 mal gelesen

Das auf den Titel “Sea Of Lies“ hörende Debüt der Slowaken ENDLESS MAIN ist wohl eher ein Demo, als ein Album, wie es propagiert wird. Das legt sowohl die Tatsache, dass die Jungs noch über keinen Label-Anschluss verfügen, als auch die mit etwas mehr als einer halben Stunde recht kurze Spielzeit des Silberlings nahe.

Aber darum geht es ja schließlich auch nicht. Denn auch auf Demos finden sich immer wieder musikalische Meisterwerke. Und gerade Osteuropa ist in diesem Zusammenhang für außergewöhnliche Bands bekannt, die lediglich an den dort fehlenden Strukturen scheitern. Diese fahren allerdings meistens die härtere Schiene. Bei diesem Sextett ist das etwas anders, wie schon das Line-Up verrät, das neben einem zweiten Gitarristen auch einen Keyboarder aufweist. Logischerweise gibt es hier also die eher melodische Metal-Variante auf die Ohren. Vor allem deutsche Bands wie FREEDOM CALL oder EDGUY scheinen für das Material der Combo Pate gestanden zu haben. Eingängige Rhythmen wechseln sich ab mit aggressiven Doublebass-Attacken; hurtiges Riffing steht neben wundervollen Gitarren-Melodien; und immer wieder mischt auch das Keyboard ordentlich mit, das mal die Rhythmus-Abteilung mit Klangflächen unterstützt und mal selber die Melodieführung übernimmt. So wird das Portfolio der Referenz-Bands um KAMELOT und STRATOVARIUS erweitert. Aushängeschild von ENDLESS MAIN ist aber wohl Sänger Michal, der mit seinem Stil zunächst einmal an LUCA TURILLI (RHAPSODY OF FIRE) erinnert. Allerdings legt er noch eine ordentliche Packung Rock-Rotz dazu, so dass die Lyrics eben nicht in den hochmelodischen Kitsch der italienischen Szene abgleiten, sondern an den richtigen Stellen dem Material einen ordentlichen Arschtritt geben.
Selbstverständlich ist diese Mischung altbewährt, tausend mal gehört und zieht niemanden mehr so richtig hinter dem Ofen hervor. Dennoch beherrschen ENDLESS MAIN ihr Handwerk und haben sich auch in Sachen Produktion nicht lumpen lassen. Glasklar und druckvoll perlen die sechs Songs plus Intro aus den Boxen. Der Mann an den Reglern hat dafür gesorgt, dass die zerbrechlichen Melodien ebenso zur Geltung kommen, wie die aggressive Eingängigkeit, die zu einem Metal-Album, egal aus welchem Genre es stammt, nun einmal dazu gehört. In puncto Arrangements ist das, was die Band auf dieser Scheibe präsentiert, allerdings Geschmackssache. Die osteuropäische Szene ist ja geradezu bekannt für den etwas chaotischen Songaufbau. Was bei Knüppelbands ein Plus ist, kann bei hoch melodischem Material allerdings schon einmal für Verwirrung sorgen. Wer sich aber auf die Lieder einlässt und in sie hinein taucht, wird immer verstehen, was die sechs Musiker ihm mitteilen wollen.

Wer jetzt am Ende erstaunt darüber ist, dass mit ENDLESS MAIN eine Band auf Demo-Status solch große Namen als Vergleich bekommen hat, der sei noch einmal darauf verwiesen, dass sich schon manch gutes Material auf Demos versteckte. “Sea Of Lies“ kann auf jeden Fall mit den Veröffentlichungen der genannten Referenzen mithalten. Bleibt nur zu hoffen, dass die Slowaken sich durchkämpfen und nicht an den anfangs erwähnten mangelhaften Strukturen in Osteuropa scheitern.


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