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CD-Review

Vitriol

Artikel veröffentlicht am 19.03.2012 | 1928 mal gelesen

Benannt ist diese Album nach der altertümlichen, jedoch immer noch relevanten Bezeichung für Sulfate, wobei es auf Grund der Farbgebung des Covers offensichtlich das tiefblau des Kupfersulfates gewesen sein dürfte, das auch in der Kristallwelt als "blauer Vitriol" bekannt ist, das hier Pate gestanden hat.

Bevor wir hier jetzt unseren Chemie-Unterricht weiterführen – und nein, bevor Fragen auftauchen, ich bin nicht "blau" – sei erwähnt, dass jene Band, um die es hier geht, farbtechnisch mit ihrer Selbsteinschätzung auch ganz gut liegt. Die aus der Lombardei stammende Truppe EVENOIRE hat nämlich sehr wohl etwas von Harmonie und Freundlichkeit an sich – unter anderem Eigenschaften, die man üblicherweise der Farbe "Blau" zuordnet.

Das von Frontlady Elisa Stefanoni angeführte Quinett hat auf seinem ersten Album eine gediegene Melange aus symphonischen und dezent gothischen Melodien anzubieten, die auf der einen Seite zwar durchaus an NIGHTWISH oder auch frühe EPICA denken lässt, dabei aber dennoch über ausreichend Eigenständigkeit verfügt, um nicht in die "Klone"-Abteilung eingeordnet werden zu müssen. Da man sich nämlich offenbar auch an Ikonen orientiert, die eher dem progressiven Metal entstammen, bleibt die Chose erfreulich kitschfrei. Zudem versucht sich Elisa nicht allzu sehr in schwindelerregenden Höhenlagen sondern versteht es, mit ihrer natürlichen Stimmlage für Gänsehaut zu sorgen.

Völlig verzichten auf eine Sopran-Stimme muss man aber auch bei EVENOIRE nicht, auch wenn diese nur "geborgt" ist. Für das hitverdächtige "Misleading Paradise" haben sich die ItalienerInnen nämlich mit Gaby Koss, die schon mit HAGGARD und EQUILIBRIUM gearbeitet hat, zusammengetan und liefern ein sehr abwechslungsreiches Stück, das gut ins harmonische Gesamtbild dieses Albums passt.

Dieses wird von einem feinen Soundkostüm, das Mario Lochert (EMERGENCY GATE) und der frühere DREAMSCAPE-Mann Jan Vacik gestrickt haben, abgerundet und bringt in Summe ein ähnlich wohliges Gefühl in die heimische Hütte wie ein frischer, blauer Anstrich.


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