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CD-Review

The Way To Escape

Artikel veröffentlicht am 19.06.2012 | 1280 mal gelesen

LEGION WARCRY sind eine Power bzw. Heavy Metal-Formation aus dem Nordwesten Italiens. Zu ihren Vorbildern zählt die Band unter anderem STRATOVARIUS und HELLOWEEN. Somit ist es auch nicht sehr verwunderlich, dass das komplett in Eigenregie aufgenommene Debütalbum "The Way To Escape" mal mehr und mal weniger deutlich von diesen Genregrößen geprägt ist.

Die Marschrichtung, für die sich die Newcomer entschieden haben ist also recht eindeutig: Traditioneller Power Metal ohne größere Experimente. Über einem klassischen Klanggerüst von Gitarre, Bass und Schlagzeug trällert Sänger Valerio Averono mit hoher Stimme Texte von mythischen und fantastischen Themen, welche teilweise leider ein wenig platt und klischeebeladen wirken (z.B. in "God Of Thunder"). Die Geschwindigkeit alterniert zwischen Midtempo und dem auch für Folk Metal typischen Galopp, letzterer kommt allerdings vergleichsweise selten zum Einsatz. Neben den genannten Bands schimmert ab und zu eine Prise MANOWAR durch. Einen etwas modernen Anstrich bekommt die Musik zweitweise durch sphärische Keyboardklänge verliehen, die sich zwar homogen ins Klangbild integrieren, aber auch nicht besonders auffallen.

Ein positiver Aspekt des Werkes der Italiener ist ihr gutes Händchen für eingängige Melodien. Beispielsweise "As You Preach" oder "10000 Moons" sind nette Ohrwürmer, die einem auch nach dem Hören der CD noch eine Weile im Kopf herumschwirren. Nett bedeutet in diesem Fall allerdings leider auch harmlos, denn im Vergleich zu ihren Idolen fehlt es LEGION WARCRY einfach an Durchschlagskraft. Ich erwarte von einer Power Metal-Scheibe nicht, dass diese mit ihrer Wucht Wände niederreißt und Gebäude zum Einsturz bringt, aber "The Way To Escape" plätschert bis auf die erwähnten Refrains größtenteils vor sich hin und klingt dabei einfach zu harmlos, ein den Kriegshammer schwingender Donnergott hört sich jedenfalls anders an. Das liegt wohl zum einen an der Tatsache, dass die Herren aus Vercilli das Tempo zu selten anziehen und sich zu lange im selben, monotonen, mittelschnellen Bereich aufhalten, zum anderen aber auch an den erschreckend inspirationslosen Gitarrenriffs, die häufig eher an Fingerübungen oder eine lose Ansammlung von Powerchords erinnern. Das sie durchaus mehr draufhaben, beweisen die Gitarristen in einigen wenigen recht gelungen Soli, zeigen ihre Fähigkeiten aber ansonsten zu wenig.

Ein Debütalbum ist nie ein leichter Schritt und einen Bonuspunkt bekommen LEGION WARCRY für ein paar schöne Refrains und die Mühe, die CD absolut alleine aufzunehmen und zu produzieren. Für den Zugang zu höheren Wertungen fehlt es den Italienern aber noch an Biss, Abwechslungsreichtum und mehr Ideen.


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