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Psychotron
Psychotron
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CD-Review

Open the Gate

Artikel veröffentlicht am 22.04.2004 | 3178 mal gelesen

Der schon öfter gezogene Vergleich mit der Mischung aus Testament und Nevermore mag manchem so langsam zwar sauer aufstoßen, aber wenn man die neue Psychotron in die Stereoanlage verfrachtet, sieht man nach ein paar Takten Warrel Dane, Chuck Billy und Eric Peterson vor Augen, wie sie zusammen ne kleine Session abhalten. Während man beispielsweise auf Nummer 3 („God Nihil“) zunächst mit Testamentriffing und -melodien loslegt, dazu ein paar typische Chuck Billy Shouts und stellenweise auch dessen Gegrowle (vor allem im Chorus) anstimmt, schleicht sich in den Vocallines bald auch eine eindeutige Nevermore Schlagseite ein. Und Forbidden und Exodus sind den Herren aus Stuttgart mit Sicherheit auch keine Unbekannten. Psychotron bezeichnen sich selbst als Power-Thrash … ungefähr das Genre, in dem auch die mächtigen Nasty Savage auf die Pirsch gehen … zu der Band sind ebenfalls einige Parallelen zu erkennen – das Songwriting ist nämlich ähnlich verschachtelt und gibt einige Überraschungen her. Allerdings sind einige Dinge auch recht vorhersehbar und zu gut bekannt … so erinnert die durchaus nette Melodie auf „Private Hell“ extrem an die „The Legacy“ Zeiten von Testament. Auch wenn die Jungs recht fit an den Instrumenten sind (speziell die Flitzefinger), können sie natürlich noch nicht so ganz zu Größen wie etwa Holt/Hunolt aufschließen. Zudem sind die zweistimmigen Klampfen zwar beeindruckend und verleihen dem Sound eine große Tiefe, lassen aber an manchen Stellen das perfekte und songdienliche Zusammenspiel der Vorbilder vermissen … so kann es auch etwas enervierend sein, zwei hin und wieder recht gegensätzlich fidelnden Genossen zuzuhören (vor allem unterm Kopfhörer). Vielleicht sollten die Gitarren auch die guten Vocallines energischer unterstützen, um noch ein paar griffigere Hooks mehr hinzubekommen. Der Bass sitzt aber herrlich brabbelnd genau im Zentrum und macht den größten Spaßfaktor in technischer Hinsicht aus. Der Shouter weiß ebenso zu überzeugen, auch wenn man sicherlich keinen zweiten Russ Anderson oder eben Chuck Billy erwarten darf. Aber genug gemäkelt … „Open The Gate“ wächst mit jedem Durchlauf, da sich die leicht versteckten Melodien (man höre „Closing Doors“) bei jedem Male fester in die Gehörgänge krallen. Psychotron verstehen es, den Helden des (Melodic) Thrash Tribut zu zollen, ohne sich (trotz aller Parallelen) nur aufs schnöde Kopieren zu verlassen – dazu ist das Songwriting zu intelligent gehalten und kommt über weite Strecken mit einer unverkennbar eigenen Note daher – in den 80ern hätte sich die Band wohl problemlos einen Platz neben Forbidden, Testament, Exodus und Co. erkämpfen können. Auch die Produktion, die vermutlich einigen Hörern etwas altbacken erscheinen mag, trägt einen guten Teil zum unleugbaren Old School Feeling dieses Outputs bei. Da haben die Jungs wahrlich ein Tor aufgestoßen – der Thrash kommt eben an allen Ecken und Enden wieder …


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