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Artikel veröffentlicht am 29.10.2012 | 1302 mal gelesen

Bei SOULSPELL handelt es sich nicht um eine Band im eigentlichen Sinn, sondern um ein sehr ambitioniertes Projekt von Drummer Heleno Vale. Um seine musikalischen Visionen umsetzen zu können, hat Vale ein illustre Schar Musiker versammelt. So durften sich auf dem dritten Album “Hollow’s Gathering” zum Beispiel Tim ‘Ripper’ Owens, Mike Vescera, Amanda Sommerville oder Blaze Bayley verewigen. Auch in Bezug auf den lyrischen Inhalt des Albums überlässt Vale nichts dem Zufall und hat ein Konzept ersonnen, so dass es sich bei “Hollow’s Gathering” also um eine Metal Oper handelt.

Wer jetzt Namen wie AVANTASIA vor Augen hat, liegt damit goldrichtig, denn die Musik von SOULSPELL ist ganz klar vom europäischen Power Metal beeinflusst und somit von Bands wie EDGUY, STRATOVARIUS oder sie erinnert auch ganz dezent an die alten Veröffentlichungen ihrer brasilianischen Kollegen von ANGRA. Den Bezug zu AVANTASIA stellt nicht nur Amanda Sommerville her, sondern auch das oben schon erwähnte textliche Konzept. Genau wie bei Tobias Sammets oder ähnlich gelagerten Projekten, interpretieren die Sänger verschiedene Charaktere und verleihen den Songs so immer wieder eine besondere Atmosphäre.
Auf der anderen Seite muss man aber auch festhalten, dass Heleno Vale mitnichten abkupfert und kompositorisch teilweise wesentlich härter als so manche Kollegen zu Werke geht. “The Dead Tree” beispielsweise verbindet harte und aggressive Vocals vom Ripper mit zerbrechlichen Pianopassagen und dem einfühlsamem Gesang von Daisa Munhoz. Hört sich zunächst widersprüchlich an, passt aber. Die Kompositionen strotzen vor Energie und beim Gros der Stücke regieren harte Riffs und messerscharfen Soli. Auch wenn alle teilnehmenden Musiker eine sehr gute Leistung bringen, so möchte ich doch die Performance von Blaze Bayley gesondert herausstellen. Der Mann fügt sich mit seinen Gesangslinien perfekt in “The Keeper’s Game” ein und stellt erneut unter Beweis, dass er ein richtig guter Sänger ist, auch wenn das viele IRON MAIDEN Fans anders sehen. Hier liefert er eine sehr starke Leistung ab. Der Titelsong geht ebenfalls als Highlight durch und hätte auch auf ANGRAs “Holy Land” eine gute Figur gemacht.

Insgesamt ist das Niveau auf “Hollow’s Gathering” sehr hoch und man findet nur wenige Kritikpunkte. Lediglich, dass nicht alle Songs in gleichem Maße zünden und sich Heleno Vale bei manchen Songs zu viel vorgenommen, respektive in die Songs hinein gepackt hat, könnte man monieren. Muss man auf der anderen Seite aber auch nicht. Ich tue es trotzdem, denn manchmal klingen die Songs, als ob sich Heleno Vale bei seinem Projekt nicht so ganz sicher ist, ob es nicht doch in progressive Gefilde abdriften soll. Darunter leiden einige Songs. Im Prinzip ist da aber jammern auf hohem Niveau. Freunde von Metal Opern werden mit dem neuen SOULSPELL-Album jedenfalls glücklich werden und definitiv bis zur nächsten AVANTASIA (Herr Sammet soll ja wieder im Studio sein) mit “Hollow’s Gathering” sehr gut unterhalten.


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